Du aber, für wen hältst du mich?
Herr, dich zu begreifen, ist mein Verstand zu klein!
Bruchstückhaft bleibt alle Beschreibung.
Doch auf deine Frage darf ich antworten:
Für wen ich dich halte?
Ich halte dich für den, der in mir und neben mir ist,
auch wenn ich im Augenblick nicht das Geringste von dir spüre.
Ich halte dich für den, der in mir und in jedem alles heil machen kann,
auch wenn die Verletzung tief ist.
Ich halte dich für den, der diesen heutigen Tag und mein ganzes Leben,
so wie es kommt, für mich gut sein lässt,
der segnet, was ich tue und bin.
Ich halte dich für den, der mich hält! Immer, in allen Phasen.
Behutsam, liebevoll und doch stark.
Ich halte dich für den eigentlichen letzten Sinn aller Dinge und des Lebens,
für das Leben schlechthin!
Für das alles halte ich dich, ohne dich zu sehen.
Ich muss dich nicht sehen. Du bist da.
In der Fülle und in der Leere, in meinem ganzen Sein.
Ich danke dir!
(Friederike Stadler zu Mt 16,15)