Fastenzeit 2015
Der Liturgieausschuss hat für die heurige Fastenzeit wieder einen Schwerpunkt festgelegt und zwar ausgehend von folgendem Lied: "Alle meine Quellen entspringen in dir..." (GL 891). Dieses Lied soll uns durch die Fastenzeit begleiten. Es besingt Gott allein als Quelle allen Lebens. Teile dieses Liedes haben wir symbolisch veranschaulicht. Wir haben vor dem Altar eine Wüstendarstellung aufgebaut. In diese Wüstenlandschaft "rinnt" eine Quelle - der Brunnen wird während der Gottesdienste sprudeln und so Symbol sein für die unaufhörliche Quelle, die von Gott ausgeht.
Ein Ziel des Fastens kann für uns Christen ja sein, dass wir eine innere Quelle finden, aus der wir schöpfen können. Oft ist diese innere Quelle verschüttet durch die vielen Aktivitäten, denen wir ständig nachgehen. Wir hetzen von einem Termin zum anderen und werden dadurch immer mehr vom Grund unserer Seele entfernt. Auf dem Grund der Seele würde die Quelle des Hl. Geistes sprudeln, die uns lebendig machen kann, so schreibt Anselm Grün, ein erfahrener Mönch. Doch oft genug ist diese Quelle verschüttet. Vor lauter Beschäftigung haben wir die Beziehung zu unserem Herzen, zu unserer Seele, verloren. Die Öde, die Leere und die Entfremdung in uns haben wir durch die Wüstendarstellung angedeutet.
Im Fasten graben wir uns durch all das innere Chaos hindurch, um zum Innersten zu gelangen. Wenn wir mit dieser Quelle in Berührung kommen, dann wird unser Leben fruchtbar, es bekommt einen neuen Sinn. Dann blüht es auf. Daher ist die Fastenzeit bewusst vor den Frühling gesetzt. Was im Frühling in der Natur geschieht, das soll in uns Wirklichkeit werden: aus der Erstarrung soll neues Leben in uns aufblühen.
Die Installation in der Kirche wird uns im Lauf der Fastenzeit und der Karwoche begleiten, sie erinnert uns an die eigentliche Kraftquelle für unser Leben - wenn wir sie finden können, dann wird auch in uns neues Leben aufkeimen und zum Blühen kommen.
