Landgraben Pöndorf
Standort: Landgraben
Baujahr: 15. Jahrhundert
Besitzer: Gemeinde Pöndorf
Sonstige Details:
Der Landgraben ehemalige Grenze zw. Bayern und Österreich:
Der Landgraben war über Jahrhunderte die Grenze zwischen Bayern und Österreich (1437-1779).
Es wird gesagt, dass wahrscheinlich der Vogteiinhaber Reinprecht von Wallsee mit Zustimmung des Kaisers Friedrich III. einen Grenzgraben im Pöndorfer Bereich ziehen ließ. 1581 wurde jedoch erst urkundlich der Landgraben erwähnt und sein Verlauf oberflächlich beschrieben.
Die vom Salzburger Grenzort Obermühlham, quer durch das Pöndorfer Gebiet über den Höhenrücken des Höhnhart (später Kobernaußerwald genannt) führende Linie, war seit dem 13. Jahrhundert, bayrisch-österr. Staatsgrenze bis zum Jahre 1779. So kam es, dass das in sich geschlossene Pöndorfer Pfarrgebiet, im Hoheitsbereich von zwei Herzogtümern lag.
(Aus: Geschichte von Pöndorf - A. Wilhelm)
Pfarre Pöndorf und der Landgraben:
Während der Landgraben Bayern und Österreich trennte, gehörten zur Pfarre Pöndorf nicht nur Ortschaften aus Österreich (Herrschaft Frankenburg), sondern auch aus Bayern (Herrschaft Friedburg).
In Österreich (Frankenburg) lagen: Pöndorf, Kirchham, Fellern, Bergham, Untermühlham, Obermühlham, Höhfeld, Volkerding, Matzlröth, und der Pöndorfer Teil von Schwaigern, der Hofbauer im Landl und die Schrankbaumühle.
In Bayern-Landhut (Friedburg) lagen: Höcken, Krenwald, Hocheck, Preinröth, Geretseck, Gasteig, Schachen, Unterschwand, Oberschwand, Haberpoint, Nösslthal, Unterreith, Plain, Forstern und Pading, aber auch Höhenwart und Danzereith.
Die Kirche in Pöndorf nahm daher eine Sonderstellung ein, kamen doch die Kirchgänger aus Bayern und Österreich. Die Grenze des Landgraben ist mitten durch die Kirche gelaufen.
Die bayerischen Ortschaften nahmen die linke Seite in der Kirche in Anspruch und die Österreicher die rechte. Auch heute noch benützen die Kirchgänger zwei verschiedene Eingänge. Diese Aufteilung ist auch noch auf dem Friedhof zu erkennen, die bayerischen Ortschaften hatten ihre Gräber auf der nördlichen Seite und die Österreicher auf der südlichen.
(Aus: Geschichte von Pöndorf-A. Wilhelm)
Marienstatue und Kreuz am Landgraben:
Die Lourdesmarienstatue wurde von Maria und Johann Fischinger (Weberleute/Volkerding) aus Dankbarkeit für die Hilfe der Muttergottes im Jahr 1994 gespendet und eingerichtet. Viele Jahre hindurch wurde einmal im Jahr eine festliche Prozession mit den Gläubigen zum Landgraben abgehalten; dort feierte dann der verstorbenen Pfarrer Alois Maier (+2020) eine Heilige Messe.
In der Nähe des Marienschreins hat 1979 die Katholische Männerbewegung Pöndorf eine Marterl aus Holz mit einem Kruzifix aufgestellt. 2023 wurde das Materl neu renoviert und feierlich bei der Maiandacht am 28. Mai 2023 gesegnet.