Pöndorfer Bittmarterl
Standort: hinter dem Kindergarten Richtung neuer Sportplatz ( Am Feld)
Baujahr: 2015
Besitzer: Anton Breitwimmer
Besondere Details:
Viele Jahre pilgerten wir feierlich mit unserem Verstorbenen Pfarrer Alois Maier (+2020), in einer Prozession an den Bitttagen vor Fronleichnam zu diesem Pöndorfer Bittmarterl.
Toni Breitwimmer erzählte mir: "Ca. 60 Jahre ist die alte Bildtafel bei uns gelagert gewesen. Mein Vater sprach immer davon, es wieder restaurieren zu lassen, um es wieder an seinem alten Platz aufzustellen. Er kam jedoch nicht mehr dazu. So haben wir uns vor ein paar Jahren (2015) entschlossen, das Marterl wieder zu aktivieren und neu aufzustellen."
Schon in früher Zeit befand sich hier an dieser Stelle ein Gnadenbild, an dem der Zahn der Zeit seine Spuren hinterlassen hatte. Das Marienbild gab den umliegenden Wiesenflächen auch seinen Namen: der „große“ und der „kleine“ „Tafelfleck“. Anstelle einer Restaurierung des verwitterten Bildes entschied sich der Restaurator Wolfgang Brandauer für diese Neugestaltung, wobei das ursprüngliche Marienbildnis als Malvorlage diente.
"Unsere liebe Frau von der immerwährenden Hilfe" ist die Darstellung eines sehr verbreiteten Marienbildes. Das Original aus dem 14. Jahrhundert ist ein Ikonenbildnis aus Kreta, hängt in der Kirche San Alfonso in Rom. Diese Darstellung ist in seiner Malweise eine Verschmelzung von ikonenhafter und bäuerlicher Motivbild-Gestaltung.
Anton Breitwimmer über die neue Malerei:
Das Bild zeigt sehr schön Maria als junge Mutter, die Ihr Kind auf ihrem linken Arm hält. Jesus schaut nicht zur Mutter hinauf, sondern zum rechten Engel und beide Engel zeigen Jesus bereits die Leidenswerkzeuge, sozusagen seine Zukunft, dass er für uns Menschen wird sterben müssen. In diesem Augenblick als er die Leidenswerkzeuge sieht, erschrickt Jesus und er hält sich mit beiden Händen an seiner Mutter fest und dabei noch ein kleines Detail: in dem Augenblick als Jesus erschrickt, fällt ihm seine Sandale vom Fuß. Die theologische Deutung: Jesus hat seinen Schuh ausgezogen, denn er ist für uns zum Sklaven geworden – zum Diener aller. Das Vorrecht, Schuhe zu tragen war im Orient zur Zeit Jesus nur Bürgern vorbehalten.