Impulse in der Vorweihnachtszeit
Mein Mund verkündige Dein Lob! Gepriesen seist du, Herr, du unser Gott! Hör auf die Stimme unseres Gebets! (…) Du bist ja ein barmherziger und gnädiger Gott. Gepriesen seist du, Herr, der ein Gebet erhört!
Diese Zeilen stammen aus dem 18-Bitten-Gebet, dem jüdischen Sch’mone Esre.
Herr, öffne meine Lippen!
Es ist die Einladung, alles was am Herzen liegt auszusprechen vor Gott. Gott hält unseren Worten und Gedanken stand.
Vielleicht ist es auch eines jeder Gebete, die jüdische Gläubige an ihrem heiligsten Ort beten: der Westmauer des Jerusalemer Tempels. Diese Mauer wird auch Klagemauer genannt – sie ist der Rest der zerstörten Tempelanlage, der laut jüdischem Glauben einst der Wohnort Gottes war. Es ist ein Ort des Gebets, des Lobes, der Klage, der Bitten, der Wünsche und Hoffnungen die ausschließlich zwischen dem Betenden und Gott stattfindet. Menschen schreiben dabei ihre Gedanken und Gebete auf Zettel, stecken diese in die Ritzen der Mauer und übergeben sie so ganz Gott.
In dieser jüdischen Tradition haben wir in der Kirche unsere Version der Klagemauer stehen. Sie ist beim Seiteneingang (Glastüre) zu finden und soll ein Sammelort sein für alle Anliegen die an Gott gerichtet sind.
Die Zettel werden im Osterfeuer verbrannt. Wir laden herzlich dazu ein, sich für ein Gebet Zeit zu nehmen und Lippen und Gedanken zu öffnen…
Idee, Bild und Text: Christina Schernberger
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