Maria Lichtmess oder Schuster Martin wird zum Licht für andere Menschen
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Es war einmal ein Schuster, der Martin hieß, und in einem Keller wohnte. Durch das Kellerfenster konnte er die Menschen sehen, die draußen auf der Straße vorübergingen.
Zuerst sah er nur die Füße, aber er erkannte jeden an seinen Schuhen. Fast alle diese Schuhe und Stiefel hatte er schon ein paar Mal geflickt und ausgebessert.
Er lebte ganz allein in dem Keller, der zugleich Wohnung und Werkstatt war. Seine Frau und alle seine Kinder waren schon gestorben.
Martin begann seine Arbeit, er nagelte neue Sohlen auf die Schuhe und schaute dabei immer wieder aus dem Fenster.
Bald sah er ein paar geflickte Filzstiefel, und er wusste, dass es Stefan war, der alte Soldat, der draußen Schnee schaufelte. Er sah, wie müde der alte Soldat war und wie sehr ihn das Schneeschaufeln anstrengte.
Nach einer Weile sah er auf der Straße eine junge Frau mit einem Kind auf dem Arm. Die Frau fror in viel zu dünnen, mit Löchern übersäten Stiefeln und versuchte ihr Kind vor dem kalten Wind zu schützen. „Komm herein!“ rief ihr Martin zu. „Setz dich an den Ofen, bis dir warm ist.“
Er schnitt ein Stück Brot ab, nahm die Suppe vom Herd und füllte einen Teller. Während die Frau aß, nahm Martin das Kind.
Bevor die Frau fortging, holte er neue Stiefel, die er gerade fertig gestellt hatte. „Da! Nimm sie! Sie sind sehr gut für kalte Wintertage, damit wirst du keine nassen Füße mehr haben.“
Nicht lange danach hörte Martin lautes Geschrei vor seinem Fenster. Eine Marktfrau schlug auf einen kleinen Jungen ein, der einen Apfel aus ihrem Korb gestohlen hatte.
„Warte nur, du Dieb!“, schrie sie zornig. „Ich bringe, dich zur Polizei.“
Martin rannte auf die Straße hinaus. „Lass ihn doch laufen!“, sagte er zu der Frau. „Er wird es bestimmt nicht wieder tun. Den Apfel werde ich dir bezahlen."
Er gab der Frau ein paar Münzen, dann nahm er den Apfel und schenkte ihn dem Jungen. „Du musst dich aber entschuldigen!“, sagte er. Der Junge fing zu weinen an.
„Ist schon gut!“, sagte die Frau. Als sie weiterging, lief ihr der Junge nach und half ihr, den schweren Korb zu tragen. Martin kehrte in den Keller zurück und setzte sich an die Arbeit. Als es dunkel wurde, zündete er die Lampe an und hing seinen Gedanken nach und schlief kurz darauf ein.
Im Traum sah Martin den alten Stefan stehen. Die Frau mit dem Kind war da, der Junge und die Marktfrau. Alle lächelten Martin an und verschwanden dann. Martin war glücklich, sehr glücklich!
Und er hörte eine Stimme: „Siehst du, wie du Menschen glücklich gemacht hast, du hast Licht und Wärme in ihr Leben gebracht.“
Danke für das wunderschöne Schattenspiel und für die schwungvollen Lieder!
(mst)