Frauenwallfahrt am 4. Mai 2013 (Florianitag)
Nach einer Probefahrt nach Ernsting, wo wir feststellen, dass es im Bus mehr Reisende als Plätze gab, wechselten wir bei der Firma Felber nochmals das Gefährt und konnten so (jetzt alle sitzend) gemeinsam mit unserem Pfarrer Markus Menner losfahren.
Über Salzburg und Lofer ging die Fahrt bei mildem Reisewetter nach Waidring, wo wir in der hellen und einladenden spätbarocken Kirche eine Messe feierten. Besonders zu erwähnen ist das Geläute in Waidring - über 9.300kg an Glocken hängen in diesem zarten Kirchturm - zum Vergleich: Die Ostermiethinger Glocken wiegen ca. 3.000kg.
Zwischen eindrucksvollen Bergen ging die Fahrt weiter nach St. Ulrich am Pillersee, wo wir im Seerestaurant „Zum Blattl“ bewirtet wurden ... manche Mitreisende brauchten viel Geduld, bis sie endlich in ihren Tiroler Toast beißen durften. Ein kleiner Verdauungsspaziergang entlang dieses wunderschönen, grün-glitzernden Sees ging sich noch aus, dann bestiegen wir wieder unseren Bus und wurden über Fieberbrunn und St. Johann in Tirol nach Kitzbühel chauffiert, wo wir die beiden so gegensätzliche Kirchen - die Pfarrkirche mit ihrem gotischen Stil und die Liebfrauenkirche mit ihrem mächtigen Turm im romanischen Erscheinungsbild (erst um 1550 anstelle des früheren, romanischen Turmes gebaut, damit eine größere Glocke Platz finden konnte) - besichtigen konnten und es uns bei Kaffee und Kuchen, Eis und anderen Köstlichkeiten gut gehen ließen. Das Kaffeehaus „Schatzi“ ist ein Geheimtipp!
Der Wind frischte auf und wir waren dankbar, es uns wieder im warmen Bus gemütlich zu machen. Auf der Fahrt erfuhren wir von der Bedeutung der Farben der Kirchturmdächer: Während auf der westlichen Brixner Seite (heute Diözese Innsbruck) die Kirchtürme vorwiegend rot sind, werden sie auf der östlichen Salzburger Seite grün eingedeckt. Die grüne Farbe entsteht durch die Verwendung von grün gestrichenen Holzschindeln aus Lärche und Tanne oder aber vom Kupfer für die Dächer, das die (reichere) Diözese Salzburg für ihre Kirchen verwenden konnte, während das Bistum Brixen sparsamer sein musste und mit Ziegeldächern arbeitete.
Über Hopfgarten, Wörgl und Kufstein erreichten wir Sachrang. In der Maiandacht gedachten wir dem Tagesheiligen Florian mit seiner Standhaftigkeit im christlichen Glauben und auch Maria, der wir mehrere Lieder widmeten - größtenteils auswendig, weil sich im Bayerischen Gotteslob trotz emsigen Blätterns nur ein einziges uns bekanntes Marienlied finden ließ. Nach dem obligaten Gruppenbild traten wir die Heimreise an, dankten unserem Fahrer Sepp und ließen den schönen Tag mit ein paar Liedern und einem Gebet ausklingen:
Wir danken dir für diesen Tag, mit dem du uns reich beschenkt hast.
Du warst bei uns schon vor dem ersten Sonnenstrahl,
du hast uns durch den Tag geleitet und beschützt;
du hast uns auf rechter Straße geführt und uns die Freiheit gegeben,
den eigenen Weg zu finden.
Dein Schutz hat unsere Gemeinschaft vor Irrwegen und Unglück
bewahrt.
Die Dunkelheit hast du mit deinem Licht der Sonne, vertrieben,
sie hat uns begleitet, warm und schon und strahlend,
und der Wind hat uns deinen Atem spüren lassen.
Wir waren wunderbar geborgen, und wir sind es gewiss an jedem
neuenTag.
Dafür danken wir dir.
Amen.