Gedanken zum Tag von Pfarrer Maximilian
Predigt 29. Sonntag im Jahreskreis, 18.10.2026, Vorabendmesse Lembach, Oberkappel
Perikopen: 1 Thess 1,1-5b Mt 22,15-21
Liebe Brüder und Schwestern im gemeinsamen Glauben!
„Wir wissen von Gott geliebte Brüder und Schwestern, dass ihr erwählt seid.“ Dieser Satz des Apostels Paulus an die Christen in Thessalonich drückt etwas Besonderes aus, Erwählung. Wir sind von Gott erwählt, jeder und jede von uns. „Wisst, dass ihr erwählt seid.“ Das ist etwas Großes. Und darüber möchte ich heute mit euch nachdenken, was das wirklich bedeutet erwählt zu sein. Drei Gedanken dazu.
Erstens: Erwählung, das ist Auszeichnung, Berufung Würde. Mit der Erwählung kommt mir etwas ganz Besonderes von Seiten Gottes zu. Es ist eine Auszeichnung, die mir Gott geschenkt habe, ohne dass ich etwas dafür geleistet habe, ohne, dass ich mir das Ganze verdient habe. Es ist eine Berufung, das heißt ein Ruf Gottes, der von Anfang an mich ergeht. Es gibt einen Ruf Gottes an jeden Menschen, ganz unabhängig, was ich kann, was ich habe, was ich bin. Erwählung ist eine Würde. Gott würdigt sich mich zu erwählen und mich zu brauchen. Er adelt mich quasi. Diese würde kann ich von der Seite Gottes her nicht mehr verlieren. Ich bin von dieser Erwählung Gottes her etwas Besonderes. Ich bin besonders in den Augen Gottes. Das gilt nicht nur für mich, das gilt für alle. Ich bin besonders. Sehe ich so mein Christsein? Lebe ich so mein Leben?
Zweitens: Erwählung, das ist Verantwortung und Zutrauen Gottes in mich. Gott traut mir etwas zu. Er traut mir viel zu. Ich bin nicht dazu da die Hände in den Schoß zu legen und mir die Welt zum Sofa zu machen. Er hat mir Talente gegeben, mit denen ich wirtschaften soll, keinesfalls sollte ich sie vergraben. Gott hat es in mir angelegt Salz der Erde und Licht der Welt zu sein. Ich habe auch eine Verantwortung, das heißt ich sollte Antwort geben können für mein Tun und Unterlassen. Das bedeutet nicht wegschauen, sondern hinsehen: Verantwortung fängt da an, wo wir merken: „Es geht mich etwas an.“ Wie der barmherzige Samariter, der nicht einfach vorbeigeht. Und dann sollen aus meiner Verantwortung Taten folgen, Taten der Liebe. Verantwortung ist gelebte Nächstenliebe. Es ist die Frage: Wie kann mein Handeln dazu beitragen, dass das Leben für andere ein Stück heller wird? Ich bin erwählt heißt: ich mische mit, ich mische mich ein. Gott hat nur meine Hände, um seine Arbeit heute zu tun. Lebe ich so meinen Glauben?
Drittens: Erwählung das ist Beziehung, Freude und Dankbarkeit. Erwählt zu sein bedeutet immer eine liebende Beziehung zwischen Gott und Mensch, zwischen Erwählenden und Erwählten. Es bedeutet Gott als nie versiegende Quelle für das eigene Leben zu entdecken. „Bei dir ist die Quelle des Leben,“ beten wir in den Psalmen. Zu dieser Quelle sollte ich oft gehen. Der Gang zur Quelle bedeutet immer wieder zu Gott Ja zu sagen. Wir sollten uns einfach nicht gewöhnen dem Herrn Nein zu sagen. Gott ist die Quelle aus der wir schöpfen sollen. Wenn wir das tun empfangen wir Freude, die Freude, dass es mit Gott passt und immer wieder recht wird. Und dann kommen wir drauf, dass es viel gibt in unserem Leben, wofür wir uns bei Gott immer wieder bedanken sollen. Ja, ist mein Alltag, von dieser Beziehung von Freude und Dankbarkeit geprägt?
Liebe Brüder und Schwestern!
„Wir wissen von Gott geliebte Brüder und Schwestern, dass ihr erwählt seid.“ Es ist etwas Besonderes. Erwählung, das ist Auszeichnung, Berufung Würde. Erwählung, das ist Verantwortung und Zutrauen Gottes in mich. Erwählung das ist Beziehung, Freude und Dankbarkeit. Und so schließe ich mit einem Liedtext im Gotteslob: „Christus, der Herr, hat mich erwählt, ihm soll ich fortan leben. Ihm will ich dienen in der Welt und Zeugnis für ihn geben. So leb ich nicht mehr mir allein, sein Freund und Jünger darf ich sein. Ich trage seine Namen; sein bleib ich ewig. Amen.