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Gedanken zum Tag von Pfarrer Maximilian

01.03.2026,

Gotteserfahrungen

Fastenzeit, Zeit für unsere Gotterfahrungen, was sie aus uns machen und was wir mit ihnen machen.

 

Predigtaufzeichnung

Predigt 2. Fastensonntag, 1.3.2026

Perikopen: 1 Tim 1,8b-10                  Mt 17,1-9

Liebe Brüder und Schwestern im gemeinsamen Glauben!

Nach der Wüste des ersten Fastensonntags werden wir heute auf den Berg der Verklärung geführt. Vielleicht ist das deutsche Wort Verklärung irreführend, denn es geht hier nicht um eine Schönfärberei, in dem Sinn, dass man alles Negative ausblendet. Der Mensch neigt im Blick auf die Vergangenheit gerne zum Verklären. Nein, wir dürfen das Wort vom Mittelhochdeutschen nehmen, verkleren mit „e“, bedeutet erklären  bzw. erhellen. Und genau darum geht es. Den Jüngern wird eine besondere Gotteserfahrung geschenkt. Sie begreifen, wer Jesus ist, nämlich der Sohn des geliebten Vaters. Fastenzeit, Zeit für unsere Gotterfahrungen, was sie aus uns machen und was wir mit ihnen machen. Drei Gedanken dazu.

 

Erstens: Da möchte ich einen ganz kurzen und prägnanten Satz aus dem Katechismus bringen: „Der Mensch ist gottfähig.“  Ja, wir sind gottfähig, wir sind fähig uns mit Gott auf den Weg zu machen, uns mitnehmen zu lassen, so wie Petrus, Jakobus und Johannes. Vielleicht dürfen wir gerade in diesen Tage wieder an unsere Gottfähigkeit erinnern, sie ausgraben, wenn manch Irdisches, manche sorge sie verschüttet hat. Gerade in der Fastenzeit, wenn wir auf etwas verzichten, was uns vielleicht auch ein bisschen wehtut, da muss man sich dann ein wenig mehr mit sich selber beschäftigen, da wird uns bewusst, dass die eigentliche Unruhe unseres Herzens nur Gott stillen kann. Und wenn wir uns wie die Jünger mit unsere Gottfähigkeit auf den Weg machen, uns mitnehmen lassen, dann werden wir auch einen Sinn im Leben finden. Und darum geht es, dass wir auf einen Sinn hin leben, dass wir sinnvoll leben. Unsere Gottfähigkeit, wieder mehr entdecken, neue Gotteserfahrungen und sie zum Leuchten bringen.

 

Zweitens: Und damit verbindet sich dann unsere Aufgabe, die wir als Kinder Gottes, sei unserer Taufe haben. Wir dürfen unsere Gotterfahrung anderen Menschen mitgeben, zuerst jenen, mit denen wir auf dem Weg sind, weniger durch große Worte, sondern durch unser Leben. Die Jünger hätten die Gotteserfahrung gerne festgehalten, wären gerne auf dem Berg geblieben, hätten gerne drei Hütten gebaut, wie es uns Markus und Lukas berichten. Jesus hat es ihnen nicht erlaubt, sie mussten hinunter vom Berg ins Tal, dort, wo die Menschen daheim sind. Das Licht, das wir vom Gott empfangen, wir dürfen es weitergeben. Es wäre schade, wenn wir nicht für andere solche Sterne wären, wo sie etwas von diesem Licht bekommen, wo sie etwas ablesen können. Oder wir können es auch im Bild des Feuers versuchen. Wir können auch vom Feuer der Gotteserfahrung sprechen und dieses Feuer weitergeben. Ein Wort vom Madeleine Debrel, das ich am Beginn der Fastenzeit gelesen habe, scheint mir sehr passend: „Es ist unsere Berufung, ein Feuer zu sein, das sich in kleinen Funken versprüht und alles anzündet, was im unterwegs am Brennen begegnet.“ Gotteserfahrungen teilen, weitergeben, mitgeben, anderen Licht und Feuer schenken, einfach versuchen den Glauben zu teilen, dass wir in einer nicht ganz leichten Zeit kreativ und findig werden. Es gibt auch das Wort Bibelteilen, bei den Bibelrunden mit Diakon Franz Schlagitweit, das ab Mittwoch wieder viermal an den Mittwochen im Pfarrheim Lembach stattfindet, geschieht dieses Glaubenteilen sehr schön, herzliche Einladung dazu.

 

Drittens: Was ist, wenn der Glaube auf die Probe gestellt wird, wenn die Glaubenszweifel daherkommen, wenn uns das Warum und Wozu des Glaubens nicht recht bewusst ist, vor allem, wenn das Leben durchkreuzt wird? Auch die Jünger mussten trotz Verklärung das Ärgernis des Kreuzes tragen. Da dürfen wir uns ein altbekanntes Wort stets neu sagen: Gott schreibt auch auf krummen Zeilen gerade, und das stimmt Gott schreibt auch auf krummen Zeile gerade. Das zeigt uns die Bibel so oft. Denken wir an den Stammbaum Jesu, da sind nicht nur helle gestalten drinnen, sondern auch Mörder, Betrüger, Ehebrecher und Menschen, die ihre Macht missbrauchen, aber durch solche kommt er zu uns. Oder denken wir an die ach so wankelmütigen Jünger, die den Herrn verlassen und Petrus leugnet sogar ihn zu kennen. Oder denken wir an den Christenverfolger Paulus, der so viel angestellt hat, und dem Herrn dann doch ein auserwähltes Werkzeug werden kann. Oder eine Sache ist mir jetzt auch einmal aufgegangen. Herodes, der blutrünstige Tyrann, der seine eigenen Frauen und Kinder ermorden ließ, selbst er wird Werkzeug und Instrument für Gott, denn er sagt den Sterndeuter wo der Messias geboren worden ist und das sie hingehen und nachforschen sollen. Er hatte freilich andere Motive, aber auch er wurde zum Werkzeug für Gott. Gott schreibt auch auf krummen Zeilen gerade, auch auf meinen Lebenszeilen, die immer wieder einmal krumm sind. Wir sind vielleicht nicht immer die besten Instrumente, aber wir sind seine Instrumente, seine einzigen Instrumente, auch im Schweren, wo es Schuld und Versagen gibt. Und gerade da möchte er uns Mut machen im Schweren, wenn unser Glaube auf die Probe gestellt wird oder vielleicht auch wir manchmal durch unser Verhalten den Glauben anderer Menschen auf die Probe stellen. Wir haben da so eine schöne Zusage aus dem Römerbrief „denen, die Gott lieben gereicht alles zum Guten.“ Hoffentlich gehören wir zu denen, die Gott lieben. Und manchmal müssen wir auch lernen auszuhalten, durchzuhalten und etwas zu leiden. Etwas leiden wird der von Gott überzeugte Mensch auch müssen. Im Timotheusbrief wurde es uns heute gesagt: „Leide mit mir für das Evangelium.“ Durch Leiden kann man auch Lieben lernen. Das gehört zusammen. „Ich kann dich gut leiden,“ sagen wir ja auch mitunter.

 

Liebe Brüder und Schwestern!

Verklärung, nicht Schönfärberei, sondern das sich uns Gott immer mehr erklärt und erhellt, dass wir uns unsere Gottfähigkeit wieder bewusster werden, Gotteserfahrungen machen, um das Licht und Feuer des Glaubens weiterzugeben, und wir wissen, dass wir in allen Situationen und Lagen seine Werkzeuge sein dürfen, weil er auch auf krummen Zeilen gerade schreibt. Amen.

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