Gedanken zum Tag von Pfarrer Maximilian
Predigt 1. Fastensonntag, 22.2.2026
Perikopen: Gen 2,7-9; 3,1-7 Mt 4,1-11
Liebe Brüder und Schwestern im gemeinsamen Glauben!
Jedes Mal am Beginn der Fastenzeit werden wir mit Jesus in die Wüste geführt, wo der Teufel ihn versucht. Jesus widersteht den Versuchungen. Er gibt ihnen nicht nach. Der Schreiber des Hebräerbriefes, wir werden es am Karfreitag wieder hören, weiß darum, wenn er sagt: „Wir haben ja nicht einen Hohepriester, der nicht mitführen könnte mitfühlen könnte mit unseren Schwächen, sondern einen, der in allem wie wir versucht worden ist, aber nicht gesündigt hat.“ Jesus hat den Versuchungen nicht nachgegeben. Uns geht es da anders. In unserer menschlichen Freiheit sind wir eben oft sehr anfällig zum Nachgeben. Die Freiheit, das macht uns Menschen aus. Die Tiere lassen sich von Instinkten und Trieben leiten. Der Mensch hat die Freiheit. Das ist wahrscheinlich unser einzig wirkliches Eigentum. Gerade in der Fastenzeit dürfen wir uns auf diese Freiheit schauen, sie vielleicht auch wieder etwas mehr in die richtige Richtung lenken. Und so wollen wir heute die drei Ebenen der menschlichen Freiheit anschauen. Wie wir sie nützen und woran wir uns ausrichten.
Erstens: Willensfreiheit. Das ist die Grundebene, die Basis, mit der alles beginnt. Man braucht den Willen im Leben oder andersgedrückt das Wollen. Ich muss etwas wollen. Das Schlimmste, was uns passieren kann ist die Antriebslosigkeit oder anders gesagt: „Mir ist so fad, mich zaht es überhaupt nicht.“ Wenn man so lebt, wird man irgendwann ein Getriebener seiner selbst, und der Umstände in denen man lebt. Ich habe die Freiheit zu einem wollenden Willen, oder anders gesagt zu einem Willen, der wirklich etwas will.
Zweitens: Wahlfreiheit. Ich muss wählen. Ich muss wissen: Was will ich wirklich? Ich glaube viele Menschen wissen heute gar nicht, was sie wirklich wollen, leiden vielleicht sogar darunter. Was erleichtert mir das Wählen. Es ist eines, nämlich Bildung. Wir müssen uns bilden, müssen auch den Kindern und Jugendlichen die Chance zu Bildung geben, zur Herzensbildung und zur Bildung des Intellektes, dass ich herausfinden kann, was richtig und falsch ist, dass ich mir ein Urteil bilden kann, dass ich auch lerne manches zu durschauen, was uns die Medien so einreden. Heute reden sie uns gerne eine, dass es uns so schlecht geht. Ich persönlich kann das nicht bestätigen und es auch bei vielen Menschen in meiner Begebung nicht wahrnehmen. Auch religiöse Bildung gehört dazu, dass ich mich mit dem Glauben, dem Wort Gottes, mit Jesus Christus auseinandersetze, dass ich etwas für meinen Glauben tue. Das Tagesgebet des Ersten Fastensonntages hat uns das quasi als Programm für diese Zeit aufgetragen: „Gib uns durch die Feier der heiligen vierzig Tage die Gnade, dass wir in der Erkenntnis Jesu Christi voranschreiten.“ Darum geht es Jesus besser erkennen. Das kann uns oft helfen bei der richtigen Wahl, die wir in großer Freiheit treffen. Und dann geht das Tagesgebet noch weiter „…und die Kraft seiner Erlösungstat durch ein Leben aus dem Glauben sichtbar machen.“ Sichtbar machen, das bringt uns zur letzten Ebene der Freiheit.
Drittens: Handlungsfreiheit. Es müssen Handlungen folgen aus dem, was wir für richtig erkannt haben. „Tue das, was du als richtig erkannt hast, tue es einfach.“ Das sollten wir uns einander immer wieder sagen. Das umsetzen, was wir als richtig erkannt haben. Und dabei sind uns die drei ganz klassischen, göttlichen Tugenden von Glaube, Hoffnung und Liebe eine Hilfe. Liebe besteht nicht nur in Gedanken, sie zeigt sich in Worten und Taten. Glaube muss konkret werden, nicht durch Werkgerechtigkeit, dass wir uns den Himmel verdienen können und so gerecht werden, nein aus dem gläubigen Herzen sollen gute Taten folgen. Und bei der Hoffnung muss es auch so sein, die muss sich auch zeigen. Der erste Petrusbrief sagt es uns so schön: „Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt; aber antwortet bescheiden und ehrfürchtig, denn ihr habt ein reines Gewissen.“ Wir dürfen uns immer wieder, gerade in der Fastenzeit, von unseren Lastern und Hindernissen befreien, damit wir ganz frei und gut handeln können.
Liebe Brüder und Schwestern!
Es ist erstaunlich mit welcher Freiheit der Sohn Gottes den teuflischen Versuchungen widersteht. Wir dürfen uns vor Augen führen, was für ein hohes Gut unsere menschliche Freiheit ist, die Freiheit des Willens bzw. Wollens, die Freiheit unseres Wählens, und die Freiheit unseres Handelns. Zu dieser Freiheit, befreit uns Christus. Das feiern wir dann auch zu Ostern und darauf dürfen wir uns jetzt gut vorbereiten. Amen.