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Gedanken zum Tag von Pfarrer Maximilian

25.01.2026,

Bekehrung des Hl. Apostels Paulus

Paulus wird nach außen hin anders, er wird nach innen hin ganz anderes, der Auferstandenen wirkt in ihm und durch.

 

Predigtaufzeichnung

Predigt Fest der Bekehrung des hl. Apostels Paulus, 25.1.2026               Perikopen: Apg 9,1-22              Mk 16,15-18

 

Liebe Brüder und Schwestern im gemeinsamen Glauben!

Das Bekehrungserlebnis des Apostels Paulus vor den Toren von Damaskus markiert die Wende, ja einen totalen Umbruch in seinem Leben. Aus dem Christenverfolger wird der große Völkerapostel und eifrige Künder des Herrn. Wir dürfen heute auf dieses Ereignis schauen. Was hat sich da ereignet? Was ist da geschehen?

 

Erstens: Paulus ist nach außen hin ein ganz anderer geworden. Ja, jetzt wurde er verblüffend anders wahrgenommen. Zuerst hatten die Christen Angst vor ihm. Es war besser als Christ nicht in seine Nähe zu kommen. Es hätte einem schnell den Kopf kosten können. Für den neuen Weg hatte er nichts über. Paulus war zuvor für die Christen eine Gestalt, die Furcht und Schrecken verbreitete. Jetzt wurde es nach außen anders sichtbar. Er war zunächst einmal ein Mensch, der nach und nach in die Gemeinschaft der Christen integriert werden musste. Er war nun auf das Vertrauen derjenigen angewiesen, die er zuerst verfolgte. „Meint er es wirklich so? Ist er wirklich anders geworden? Oder spielt er uns gar etwas vor? Ist das ganze nur ein Bluff?“ Diese oder ähnliche Fragen werden sich mitunter damals die frühen Christen gestellt haben. Und dann nachdem er in die Gemeinschaft integriert war hat er wahrscheinlich aus Erzählungen noch viel über Jesus erfahren, konnte sich in ihn hinein vertiefen, ehe er dann selber von ihm erzählen konnte und große missionarische Kraft, vor allem in seinen Briefen verbreitete. Er war nach außen hin ein anderer Mensch geworden. In der Apostelgeschichte wird uns das dreimal auch beschrieben, vom heiligen Lukas, in der Außenperspektive, wir haben heute davon einen Bericht in der Lesung gehört. So ist das Ganze die Einladung, dass auch wir nach außen hin immer wieder versuchen andere Menschen zu werden, Menschen, die vertrauenswürdig sind, Menschen, die man nehmen kann, Menschen aus denen der Geist Jesu Christi atmet.

 

 Zweitens: Die größte Veränderung war in seinem Inneren. Ja, das war noch radikaler, dass sein ganzes Innenleben umgeworfen wurden. Es wird uns berichtet, dass Paulus bei der Bekehrung für einige Zeit erblindete. Es trat äußerlich zutage, was in seinem Inneren war, nämlich Blindheit gegenüber der Wahrheit, dem Licht Jesus Christus. Paulus wurde äußerlich blind, aber innerlich sehend durch die begegnung mit dem Auferstandenen, der die Augen in sein Inneres hinein geöffnet hat. Er wurde nach innen hin sehend durch den Glanz des auferstandenen Herrn, durch das Osterlicht Jesu. In der frühen Kirche wurde die Taufe auch „Erleuchtung“ genannt, weil dieses Sakrament das Licht des Glaubens schenkt und wirklich sehend macht. Und nachdem Paulus in der Begegnung mit dem Auferstehend von seiner inneren Blindheit geheilt wurde, sieht er gut, sehr gut sogar. Die Begegnung mit dem Auferstandenen war die beste augenärztliche Behandlung, die es überhaupt gibt. Sein Inneres wurde umgekrempelt, total verwandelt. In einem Hymnus zum Stundengebet des heutigen Tages wird das schön ausgedrückt. Es heißt dort: „Staunend sehen wir, deines Lebens Wandlung, Saulus warst du einst und ein Feind der Christen, Paulus bist du jetzt und als Christi Zeuge, wird dir die Krone. Da sein Licht dich trifft, fällst du blind zu Boden, stehst verwandelt auf, seinem Ruf zu folgen. Eingetaucht in ihn, bist du neu geworden, Glied seines Leibes.“ Paulus selber hat nie in seinen Briefen direkt vom Ereignis der Bekehrung gesprochen. Was jedoch öfters zutage tritt ist die Tatsache, dass er wirklich dem Auferstandenen begegnet ist. Die älteste Überlieferung ist im ersten Korintherbrief: „Als letzten von allem erschien er auch mir.“ Oder im Römerbrief wird deutlich, dass er sich nun ganz dem Auferstandenen verdankt: „Durch ihn haben wir Gnade und Apostelamt empfangen.“ Zuerst die Gnade, dann das Apostelamt. Und dann wird im Galaterbrief deutlich, wie er seine Sendung versteht: „Als aber Gott, der mich schon im Mutterleib auserwählt und durch seine Gnade berufen hat, mir in seiner Güte seinen Sohn offenbarte, damit ich ihn unter den Heiden verkündige, da zog ich keinen Menschen zu Rate; ich ging auch nicht sogleich nach Jerusalem hinauf zu denen, die vor mir Apostel waren, sondern zog nach Arabien und kehrte dann wieder nach Damaskus zurück.“ Paulus ist innerlich ein anderer geworden. Er ist sehend geworden. Und genau das dürfen auch wir, sehend werden, sehend werden, wie man recht als Mensch und Christ lebt, ein ganzes Leben lang.

 

Drittens: Der Auferstandene arbeitet weiter ihn ihm. Er prägt sein Leben. Wenn wir auf sein weiteres Leben schauen und  seine Briefe lesen, merken wir, dass er ständig bemüht war anders zu werden, so, dass sein Leben mit Christus übereinstimmt. Man merkt der Auferstandene lässt ihn nicht mehr los, Christus arbeitet und werkt in und durch ihn. Im Galaterbrief kann er dann schreiben: „Nicht mehr ich lebe, Christus lebt in mir.“ Das kann nur ein Mensch sagen, der es Christus erlaubt hat radikal von ihm Besitz zu ergreifen und in ihm zu arbeiten. Das heutige Fest lädt uns ein, dass uns der Glaube nicht mehr loslässt. Und so wie das Sicherste im Leben die Veränderung ist, muss das sicherste im Glauben unsere innere Verwandlung sein. In den Evangelien heißt es einmal, „dass Jesus an Gnade und Weisheit zunahm, und Gefallen fand bei Gott und den Menschen.“ Das hat Jesus getan, an Weisheit und Gnade zugenommen, in seiner Kindheit und Jugend, in seinem Lehren, Heilen und Wirken, in der Auseinandersetzung mit seinem Volk, durch sein Leiden und seinem Tod am Kreuz, an dem er sich für unser Heil geopfert hat, und in seiner Auferstehung. Genau um dieses Zunehmen an Liebe geht es bei uns, damit wir strahlen dürfen. Es geht um die ständige innere Verwandlung. Wir Menschen wandeln uns. Das sehen wir an unserem Körper. Er wandelt sich im Laufe des Lebens. Er baut ab, wird schwächer. Doch umgekehrt können wir gerade in dieser Liebe, die in uns hineingelegt ist wachsen. Die muss nicht abbauen, die kann mehr werden. Es geht um die innere Verwandlung. Je mehr Christus in uns Platz gewinnt, je mehr unser Ego weniger wird und wir uns zurücknehmen können, umso mehr werden wir neue, verwandelte Menschen. Und dann strahlen wir auch die Liebe Gottes aus, und dann werden wir auch überzeugender. Es geht um den inneren Menschen. Es geht um die innere Verwandlung, dass auch „wir zunehmen an Gnade und Weisheit, und Gefallen finden bei Gott und den Menschen.“ Paulus lädt uns ein anders zu werden. Und wenn der Herr im Evangelium den elf aufträgt hinauszugehen und das Evangelium zu verkünden, dann lädt er auch uns ein die Welt durch unseren Glauben ein Stück weit anders zu machen.

 

 

Liebe Brüder und Schwestern!

Was für großes Ereignis vor Damaskus. Er wird nach außen hin anders, er wird nach innen hin ganz anderes, der Auferstandenen wirkt in ihm und durch. Das kann auch an uns geschehen. „Heiliger Paulus, Apostel der Völker, bitte für uns.“ Amen.

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