Die Kelten feierten in der Nacht vor und am 1. November Samhain, den Beginn des keltischen Jahres und glaubten, das in dieser Nacht die Toten wieder in die Welt der Lebenden kommen konnten, weil das Tor zur „Anderswelt“ offen war. Die Katholische Kirche deutete den Tag als Fest aller jener Menschen, die nach ihrem Tod bei Gott in
seiner Freude leben durften – aller Heiligen also. Der darauffolgende Allerseelentag wird als allgemeiner Totengedenktag begangen – vielerorts mit Laternenzügen zum Friedhof, der gerade in diesen Tagen mit seinen unzähligen Gedenklichtern ein tröstlicher Anblick in der Dunkelheit ist.
Martin von Tours – Gedenktag 11. November.
Geboren wurde Martin in Szombathely (Stuhlweissenburg) im heutigen Ungarn.
Berühmt wurde er mit der Geschichte, in der er als römischer Soldat am Stadttor von Amiens (Frankreich) einem frierenden Bettler die Hälfte seines mit dem Schwert geteilten warmen Mantels schenkte. In der Nacht erschien ihm im Traum Christus mit der Mantel-
hälfte. Später lebte er als Einsiedler an der Loire und gründete das erste Kloster im heutigen Frankreich. Gegen seinen Willen wurde er zum Bischof von Tours (Frankreich) geweiht, behielt aber seinen bescheidenen und asketischen Lebensstil bei. Sein Leichnam wurde in Tours beigesetzt, die über dem Grab errichtete Kapelle wurde bald zur Pilgerstätte. Martinsumzüge gab es bereits früh in Schlesien und im Rheinland. Die Laternenumzüge gehen auf die Zeit der Reformation zurück: am 10. November, dem Geburtstag Martin Luthers und Vorabend seines Namenstages versammelten sich Kinder mit Laternen vor dem Erfurter Dom, um des Reformators zu gedenken. Andere Quellen nennen als Grund für die Laternenumzüge zu Martini die Lichterprozession, mit der der Leichnam Martins zu seiner Begräbnisstätte in Tours geleitet wurde. In früheren Zeiten begann auch das Bauernjahr am Martinitag.
Elisabeth von Thüringen – Gedenktag 19. November.
Elisabeth wurde als Tochter des Königs Andreas in Ungarn geboren.
Mit vier Jahren schon wurde sie als zukünftige Frau des Sohnes und Nachfolgers des Landgrafen Hermann von Thüringen an dessen Hof gebracht und erzogen. Gemeinsam mit ihrem Gatten Ludwig tat sie viel Gutes für die Armen und gründete auch ein Armen-
spital. Elisabeth lebte sehr fromm und bescheiden. Nach dem frühen Tod ihres Mannes
wurde sie von der Familie verstoßen. Sie lebte nun mit den Armen und pflegte die Kranken. Im Alter von nur 25 Jahren starb sie. Sie verkörpert das Ideal der unbedingten Nächstenliebe, an ihrem Gedenktag wird die Elisabeth-Sammlung der Caritas abge-