Familiensynode 2015
Vor ziemlich genau 50 Jahren bestimmte Papst Paul VI., dass Papst und Bischöfe öfter miteinander reden sollten und über allgemeine Themen der katholischen Kirche beraten.
16 Mal sind Bischöfe seitdem in Rom zu Synoden zusammengekommen und mehrmals auch zu lokal begrenzten Synoden. Während aber zu einem Konzil alle Bischöfe der Weltkirche eingeladen werden, beraten Bischofssynoden im kleineren Kreis: rund 300 Bischöfe kommen dieses Mal nach Rom, die Bischofskonferenzen haben je nach Zahl der Kirchenmitglieder Delegierte entsandt, auch die Behördenchefs im Vatikan, meist Kardinäle, nehmen teil, ebenso 10 Vertreter der Orden.
Papst Franziskus hat weitere rund 100 Bischöfe und Laien eingeladen – dazu gehören auch 17 Ehepaare, die den unverheirateten katholischen Würdenträgern von ihren Erfahrungen berichten sollen. Denn immerhin hat dieses Treffen das etwas sperrige Thema: “Die Berufung und Sendung der Familie in Kirche und Welt von heute”.
Entscheiden kann eine Bischofssynode – im Unterschied zu einem Konzil – nichts. Sie ist nur ein Beratungsgremium des Papstes. Der veröffentlicht hinterher ein so genanntes nachsynodales apostolisches Schreiben. Was darin steht, ist seine Entscheidung und auch, ob die Diskussionen auf einer Bischofssynode die Lehre der katholischen Kirche verändert.
In der Vergangenheit seien von Synoden wichtige Impulse ausgegangen, heißt es aus Vatikankreisen.
Papst Franziskus hat sich vorgenommen, das Kollegialprinzip zu stärken. Er will, dass in seiner Kirche mehr diskutiert wird. Ob es allerdings so klug war, sich dafür eines der größten Minenfelder der kirchlichen Lehre auszusuchen, ist fraglich.
Bei den Themen wie Homosexualität und dem Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen beispielsweise tun sich tiefe Gräben zwischen Konservativen und Reformern auf, die vor Beginn der Synode immer tiefer wurden. In den drei Wochen, die die Bischofssynode dauert, geht es sicher nicht immer harmonisch zu.
Wie umgehen mit gescheiterten Ehen?
Das Sakrament der Ehe ist für die katholische Kirche unauflöslich. Scheidungen verurteilt der Katechismus, in dem die Lehre der Kirche zusammengefasst wird, als “Verstoß gegen die Würde der Ehe“.
Richtig ernst aber wird es, wenn Geschiedene wieder heiraten wollen. Dann schließt die katholische Kirche sie von den Sakramenten aus, der Empfang der Heiligen Kommunion ist dann beispielsweise nicht mehr möglich.
Bereits auf der außerordentlichen Familiensynode im Herbst letzten Jahres hatten die Teilnehmer über eine Änderung der strengen Regeln gestritten und waren zu keiner Einigung gekommen.
Kirchenvertreter, die für eine Änderung der Regeln sind, argumentieren, dass man ja auch unverschuldet geschieden werden kann, und dass es möglich sein muss, mit einer Ehe zu scheitern, neuanzufangen und trotzdem am Leben der Gemeinde teilzunehmen.
Weg der katholischen Scheidung
Die Kirche dürfe niemanden ausschließen. Die Bewahrer der Lehre befürchten den Dammbruch und dass, wenn die Kirche in diesem Punkt nachgibt, die katholische Morallehre als Ganze aufgeweicht wird.
Zugeständnisse an die Lebenswirklichkeit vieler Menschen gelten als Anbiederung an einen Zeitgeist, der mit der katholischen Morallehre nichts zu tun habe. Schon vor der Synode ist der Ton der Diskussion deutlich schärfer geworden, was darauf schließen lässt, dass sich während der Beratungen auch hier tiefe Gräben auftun.
Papst Franziskus hat vor ein paar Wochen immerhin versucht, Dampf aus dem Kessel zu lassen, in dem er Regelungen erließ, nach denen das Verfahren zur Annullierung einer Ehe deutlich vereinfacht wird. Darüber hatten die Bischöfe schon vor einem Jahr beraten.
Denn wenn eine Ehe im katholischen Sinn nie bestanden hat, gibt es auch kein Problem bei einer erneuten Heirat. Dass diese Regelung eine “Scheidung auf katholisch“ sei, hat der Papst inzwischen zurückgewiesen.
Und ob das eine Lösung für viele Katholiken ist, deren Ehen scheitern, und die dennoch ihren Glauben in ihrer Gemeinde leben wollen, darf bezweifelt werden.
Entnommen: http://www.br.de/nachrichten/ehe-kirche-synode-100.htm
1997 ernannte Papst Johannes Paul II. die Heilige Therese von Lisieux (*1873, +1897) als 33. Persönlichkeit überhaupt zur Kirchenlehrerin. Ein wahrhaft sensationeller Vorgang:
Die Ordensfrau aus der Normandie hatte nie Theologie studiert.
Gebet zur Begleitung der Synode
Neben der intensiven Textarbeit wartet auch ein spirituelles Programm auf die Synodenteilnehmer. Einen Höhepunkt soll die Heiligsprechungsfeier am 18. Oktober darstellen. Dann werden neben anderen die Eltern der heiligen Therese von Lisieux heiliggesprochen.
Reliquien der beiden sind während der Synode in der Basilika Maria Maggiore ausgestellt, wie der Vatikan mitteilte. Die Gläubigen seien eingeladen sich dort am täglichen Rosenkranzgebet für die Arbeit der Synode zu beteiligen.
In der Kapelle der Synodenväter in der Nähe der Aula sollen während der Beratungen ebenfalls Reliquien der Therese von Lisieux und ihrer Eltern ruhen. (kim/KNA)
Entnommen: http://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/synode-soll-diskussionsfreudiger-werden
Weitere Links: http://www.kathpress.at/goto/dossier/1304504/Familie_im_Fokus
http://www.dioezese-linz.at/news/2015/10/02/bischofssynode-ueber-familie-und-ehe-beginnt-im-vatikan