Gedanken zum Weihnachtsfest
Frieden fällt nicht vom Himmel, macht sich nicht von selbst. Frieden ist ein ständiger Auftrag an uns alle.
„Was kann ich allein schon ändern?“, fragen manche.
Papst Leo XIV. wurde kürzlich von einem Journalisten nach seinen Lieblingsfilmen gefragt. Papst Leo nannte vier Filme. Darunter den Weihnachtsfilm „Ist das Leben nicht schön?“ aus dem Jahr 1946.
Ausgehend von diesem Film versuchte Pfarrer Zeiger in seiner Predigttrilogie, die sich über Christmette, Christtag und das Fest des Hl. Stephanus erstreckte, die Möglichkeit einer Antwort zu geben. Was wäre, wenn ich nicht geboren wäre? Was würde fehlen in dieser Welt?
Und was wäre, wenn Christus nicht geboren wäre? Wenn Gott nicht Mensch geworden wäre? Wenn die Botschaft der Liebe Gottes nicht 2000 Jahre hindurch in die Welt getragen worden wäre? Wenn die christliche Botschaft als Sauerteig in der Welt und als mahnendes Gewissen an die Gesellschaft fehlen würde?
Durch unser Leben, durch das christliche Tun von uns allen, bauen wir an diesem Frieden, den die Engel im Stall von Bethlehem besungen haben. Es liegt an uns, den Frieden Wirklichkeit werden zu lassen. In unserem persönlichen Umfeld – Familie, Arbeitsplatz, Freunde und Bekannte. Dann kann es geschehen, dass der Friede weitergeht – von Herz zu Herz, bis er einmal die ganze Welt umspannt.
Folgender Text des deutschen Dichters Angelus Silesius, der von 1624 – 1677 lebte, diente als Grundlage zur Predigttrilogie, in der Pfarrer Zeiger versuchte, erfahrbar zu machen, wie Frieden gelingen kann:
Wird Christus tausendmal in Bethlehem geboren
und nicht in dir, du bleibst noch ewiglich verloren.
Gott schleußt sich unerhört in Kindes Kleinheit ein:
Ach möchte ich doch ein Kind in diesem Kinde sein.
Ach könnte nur dein Herz zu einer Krippe werden,
Gott würde noch einmal ein Kind auf dieser Erden.
Merk, in der stillen Nacht wird Gott, ein Kind, geboren,
und wiederum ersetzt, was Adam hat verloren.
Ist deine Seele still und dem Geschöpfe Nacht,
so wird Gott in dir Mensch und alles wiederbracht.
Hier liegt das werte Kind, der Jungfrau erste Blum,
der Engel Freud und Lust, der Menschen Preis und Ruhm.
Soll er dein Heiland sein und dich zu Gott erheben,
so musst du nicht sehr weit von seiner Krippe leben.
Der Himmel senkte sich, er kommt und wird zur Erden;
wann steigt die Erd empor und wird zum Himmel werden?