Konzert in der Martinskirche
Die Nyckelharpa ist ein Musikinstrument, dessen Saiten mit einem kurzen Bogen gestrichen werden. Die Tonhöhe wird mit einer Tastatur (den "Schlüsseln") verändert, ähnlich wie bei der Drehleier. Resonanzsaiten tragen zu dem vollen und obertonreichen Klang bei. Den historischen Namen "Schlüsselfidel" kennen wir aus den musikalischen Abhandlungen von Martin Agricola (1529) und Michael Prætorius (1619), die das Instrument gezeichnet und beschrieben haben.
Der heute international gebräuchliche Name "Nyckelharpa" ist die wörtliche schwedische Entsprechung dieser alten deutschen Bezeichnung. Seit dem späten Mittelalter sind Deckenfresken mit Abbildungen der Schlüsselfidel in Italien, Dänemark und vor allem in Schweden erhalten. In Deutschland wurde kürzlich das Streichinstrument einer Holzskulptur eines Engels am Knochenhauer-Amtshaus in Hildesheim als mit Schlüsselfidel identifiziert.
Ab der Barockzeit gerät das Instrument fast überall in Vergessenheit.
Fast gleichzeitig aber tauchen in Schweden die ersten bis heute erhaltenen Instrumente auf.
Seither wird die Nyckelharpa vor allem in der Region Uppland in einer ungebrochenen Tradition als Volksmusikinstrument gespielt.
Dank innovativer Musiker in Schweden, insbesondere August Bohlin (1877-1949) und Eric Sahlström (1912-1986), und dank einiger begeisterter Musiker in Kontinentaleuropa, die das Instrument seit etwa 1980 entdeckten, wird die Nyckelharpa nun weltweit wieder belebt und in immer mehr musikalischen Stilrichtungen verwendet. Bauform, Tastatur und Spielweise wurden in der Geschichte und werden auch heute entsprechend den sich jeweils verändernden musikalischen Anforderungen modifiziert.
Am Sa., 25.04.2026 wird dieses besondere Instrument in der Martinskirche erklingen. Beginn des Konzertes ist um 20:00 Uhr.
Platzreservierung möglich bei Ingeborg Heidlberger unter 0676 814 164 07 oder ingeborg.heidlberger@dioezese-linz.at
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