Radwallfahrt nach Maria Schnee in Böhmen
Dreimal hat Johann Bürscher die Wege abgefahren, um uns durch das teilweise (zumindest ehemalige) Niemandsland gut an unser Wallfahrerziel Maria Schnee und wieder heimzubringen.
Danke! Nach Deutsch-Hörschlag ging es über die Staatsgrenze. Der erste Halt war die Kirche in Oberhaid (Horny Dvoriste); wir kamen in eine weites vielfach unbewohntes Land, ehemals wohl Kolchosengebiet, wo außer Vieh, Wiesen und Wälder kaum etwas zu sehen war.
Aufgrund von Renovierungsarbeiten konnten wir die Kirche mit dem herrlichen Netzrippengewölbe besuchen. Auch in Unterhaid (Dolny Dvoriste) machten wir Halt in der Kirche St.Ägidius, ebenfalls eine schöne spätbarocke Kirche.
Während wir in Reichenau an der Maltsch nur durch das Fenster einen Blick in die Kirche machen konnten, standen uns an unserem Ziel die Tore des Brunnenhaus (mit heilendem Wasser) und der Wallfahrtskirche Maria Schnee (Svaty Kamen) weit offen.
Nachdem alle Deutschsprechenden kurz nach dem 2. Weltkrieg vertrieben wurden, obwohl der Bevölkerungsanteil teisl 90% entsprach, wurde auch die Wallfahrt noch in den Vierzigerjahren verboten und die Kirche in eine Lagerhallte umgewandelt. Erst 1989 durften die ersten Wallfahrer wieder kommen. Heuer war übrigens Altbischof Maximilian am 10. August zum 25-Jahrjubiläum der Wallfahrts-Möglichkeit mit einer großen Pilgerschar dort. In der Messe in Maria Schnee gedachten wir der kriegerischen Ereignisse damals und heute, beteten wir für die Flüchtlinge und brachten unsere persönlichen Anliegen auch in die Eucharistiefeier ein.
Über den Grenzort Zettwing (Cetviny), den Besuch der Kirche dort und über die Steinerne Brücke des Grenzflusses Maltsch ging es zurück nach Oberösterreich.
Nach der nachmittägigen Stärkung in Windhaag, dem Besuch in der Kirche dort, ebenso noch einer kurzen Dankfeier in Rainbach (mit den wunderbaren Fenstern von Margret Bilger) und der Überquerung der europäischen Wasserscheide ging es zurück nach Summerau, wo uns der Zug nach einem sehr bereichernden, besinnlich-anregenden und erfüllten Tag wieder gut heim brachte.