Teller statt Tonne – Essensreste kreativ verarbeiten
Fünf motivierte Hobby-Küchenmeister:innen stellten sich diesem Problem und lernten unter fachmännischer Leitung von Helmut Dürrschmid, Koch des Bioladens und Bistros Liebstöckl in Linz und seiner Tochter Anna Dürrschmid, Feines aus Restl‘n in Kühlschrank und Vorratskammer zu zaubern. Ziel des Abends war es, nur aus Lebensmittel welche übriggeblieben oder mit denen man nichts mehr "anfangen" konnte, abgelaufen aber noch genießbare Ware sind, ein Menü zu kreieren.
„Wie sollen wir aus dieser kleinen Menge nur etwas leckeres kochen?“ hieß es beim Betrachten der selbst mitgebrachten Reste und Essensspenden aus der Pfarrgemeinde. Und es funktionierte! Einzig ein Liter Milch und ein Becher Sauerrahm wurden frisch gekauft.
Eine schmackhafte Kürbiscremesuppe mit Gemüseeinlage und mediterranem Flammkuchen startete unser Menü. Verschiedenste Nudeln mit vielfältigem Gemüseragout und Schmorgemüse als Topping bildeten den Hauptgang. Erdäpfelnudeln mit Apfelmus und Bananenmilch krönten den Abschluss unseres perfekten „Restldinners“.
Neben dem Kochen kamen auch Gesellschaft und Gespräche nicht zu kurz. Neben Informationen rund um das ernsthafte Thema der Lebensmittelverschwendung wurden Kochtipps und Rezeptideen ausgetauscht und durfte auch der Spaß nicht fehlen.
Auch die geladenen Gäste des FA Öffentlichkeitsarbeit durften sich von den entstandenen Genüssen überzeugen. Denn gemeinsam Essen macht doch bekanntlich viel mehr Spaß.
Wir freuen uns auf weitere spannende Küchenschlachten – Kochideen haben wir genug ...
Ein paar Hintergründe:
- Lebensmittelverschwendung ist leider noch immer ein großes Thema.
- 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel werden jedes Jahr weggeworfen oder sind Verluste entlang der Wertschöpfungskette.
- Laut WWF werden rund 40 Prozent der weltweit produzierten Lebensmittel verschwendet.
- Über eine Million Tonnen Lebensmittel landen auch in Österreich jährlich im Müll. Davon unter anderem 14 % in der Verarbeitung, 9 % in Supermärkten und Grußhandel aber immer noch 58 % in Privathaushalten.
- Jede*r Österreicher*in verschwendet im Durchschnitt 60 kg Essbares pro Jahr, mit einem Warenwert von durchschnittlich 360 €.
- Trotz Lebensmittelknappheit und Teuerung zeichnet sich nur wenig Veränderung ab.
Tipps gegen Lebensmittelverschwendung:
- Bewusst Einkaufen – im Voraus planen und über benötigte Großpackungen und Mengenrabatte lieber zweimal nachdenken.
- Richtig lagern – der richtige Standort oder ein passender Behälter verlängern oft die Lagerfähigkeit von Lebensmitteln.
- Haltbarkeit beachten – Ablauf des „Mindesthaltbarkeitsdatum“ bedeutet noch lange nicht „ungenießbar“. Reinschauen, riechen und schmecken, bevor Lebensmittel im Müll landen.
- Kreativ verwerten – aus Essensresten können neue Gerichte kreiert werden. Auch überreife Früchte oder altbackenes Brot lassen sich weiterverarbeiten. Viele Reste eignen sich zum Einfrieren und Wiederauftauen.
Der 29. September ist von den Vereinten Nationen zum „Internationalen Tag gegen Lebensmittelverschwendung“ erklärt worden und soll auf das weltweite Problem der Lebensmittelverschwendung aufmerksam machen.
