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Mi. 18.02.26

Fastentuch 2026

Stigmata, die (Plural) von griech. Stigma, das: Stich, Mal

Inspiriert von der Kreuzigungsgruppe im linken Seitenschiff unserer Kirche, besonders von den Wundmalen Christi, hat Marion Grubelnik das heurige Fastentuch entwickelt.

Das Fastentuch - in Anklang an die Kleidung zur Zeit Jesu und an grobe Büßergewänder - ist eine echte „Leinwand“ aus handgewebtem, altem Bauernleinen, gestiftet von Gertraud und Johann Putz aus Grossenschwandt.

 

Eine Leinwand ist aber auch eine Projektionsfläche: In der heurigen Fastenzeit soll die Darstellung zum Nachdenken über Stigmata anregen - Wundmale, Verwundungen, wunde Punkte, soziale Makel und Etikettierungen.

 

Mit roten Stoffen wird in Anspielung auf die Seitenwunde Christi eine klaffende Wunde wie ein Riss über das Fastentuch gezogen. Der Schriftzug „Stigmata“ ist in roter Baumwolle in Kreuzstichtechnik auf weißem Aida-Gewebe in Form eines großen Pflasters aufgenäht.

 

Die Kreuzstich-Technik birgt eine mehrfache Symbolik:

 

  • Kreuze als Folterwerkzeuge
  • viele kleine Nadelstiche bewirken große Verletzungen
  • Stiche stehen für das Nähen, aber auch das Zufügen von Wunden
  • Kreuzstich als alte bäuerliche Handwerkstechnik, passend zum alten Leinen

 

In der Passionsmystik spricht man von Stigmata bei unfreiwillig somatisch sichtbarem Auftreten oder unsichtbarem Schmerzempfinden der Wundmale Christi an Lebenden, z. B. beim hl. Franziskus.

 

Die Betrachtung des Fastentuchs kann uns in der Vorbereitung auf das Osterfest zum Nachdenken anregen:

 

  • Wem habe ich Verwundungen zugefügt?
  • Was sind meine wunden Punkte?
  • Wo begegne ich stigmatisierten Personen?
  •  Wann/Wo/In welchen Fällen soll ich den Finger in die Wunde legen?
  • Welche Pflaster kann ich aufkleben?
  • Ist für mich Jesu Kreuzestod das Pflaster auf all meine Wunden?

 

Künstlerin und Text: Marion Grubelnik

 

 

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