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Mi. 18.02.26

Nachruf für Professor Alois Wagenhofer

13. März 1932 – 23. November 2025
Sieben Jahrzehnte spielte er die Orgel in der Hörschinger Pfarrkirche. Nicht nur jeden Sonntag, auch zu unzähligen anderen Anlässen: zu Firmungen, zu Jubelmessen und zu unendlich vielen Begräbnissen. Man brauchte ihn nicht besonders bitten, Lui war da, wenn er gebraucht wurde.

Alois Wagenhofer wurde 1932 im Schloss Rufling geboren, er war ein Nachzügler, seine Geschwister waren zwischen 14 und 23 Jahre älter. Er erzählte, dass sich viele um ihn kümmerten und dass er in seiner Kindheit viel Liebe und Zuwendung erfahren durfte.

Prof. Luis Wagenhofer war ein Mann der ersten Stunde im Kulturleben des Landes Oberösterreich nach 1945.

Und er hat von Beginn seiner musikalischen und musikpädagogischen Arbeit an, Hörsching in diesen nachhaltigen Wirkungskreis miteinbezogen.

 

Wenn wir zurückschauen auf dieses Leben, so war er schon kurz nach seiner Matura 1953 am bischöflichen Lehrerseminar, Lehrer an der Volks- und Hauptschule in Hörsching.

Und er hat diesen Lehrerberuf angereichert durch die musikalische Praxis als Leiter des Kirchenchores in unserer Gemeinde, ebenso durch die Tätigkeit des Pfarrorganisten.

 

Luis Wagenhofer hat selbst bei einem der bedeutendsten österreichischen Kirchenmusiker, bei Augustinus Franz Kropfreiter Unterricht genommen, ebenso bei Prof. Joseph Kronsteiner und diese Kenntnisse hat er in vielfältiger Weise weitergegeben.

Professor Wagenhofer hat Musik zeitlebens in dieser Form gemeinschaftsbildend und gesellig gepflegt, sei es als Leiter des Hans-Sachs-Chor Wels, als Bundeschorleiter aber eben auch als Pfarrorganist in unserer Gemeinde, die für zehn Jahre im engsten Sinn auch seine Heimatgemeinde war.

Dass er im Laufe der Jahre viele seiner Funktionen übergeben hat, die Organisten Tätigkeit jedoch beibehalten hat, nehmen wir als Auszeichnung und als Beweis für seine persönliche Verbundenheit mit unserer Pfarrgemeinde und unserer Marktgemeinde.

 

Man muss sich in Erinnerung rufen, was es damals bedeutete: die ersten fünf Jahre mit dem Roller, später mit einem schwarzen DKW mit weißem Dach, von seinem Wohnort Rufling nach Hörsching zu fahren, die erste Messe um ½ 7 Uhr in der Früh, die zweite um 8 Uhr, die dritte um ½ 10 und dann noch einmal zum Segen um 3 Uhr am Nachmittag.

Erst als Luis Wagenhofer dann nach Hörsching übersiedelte, war ihm wenigstens der Weg zur Kirche verkürzt.

Nach seinem Schlaganfall mit 63 Jahren musste man ihm ein Keyboard ins Spital bringen, damit er sofort wieder lernen und üben konnte.

 

Geehrt wurde 1982 Luis Wagenhofer mit der Ernennung zum Konsulenten der OÖ. Landesregierung für Musikpflege, 1987 wurde ihm vom Bundespräsidenten der Berufstitel „Professor“ zuerkannt, 1997 wurde ihm vom Landeshauptmann die Kulturmedaille des Landes OÖ. verliehen und 2002 wurde ihm vom Gemeinderat der Marktgemeinde Hörsching die Goldene Ehrennadel zuerkannt. Als Dank für seine Tätigkeit als unermüdlicher Kirchenmusikant überreichte ihm Bischof Manfred Scheuer 2022 den Bischöflichen Wappenbrief.

 

Im letzten Jahr war es für Alois Wagenhofer schon sehr mühsam, die Treppe zur Orgel aufzusteigen. Es war immer sein Lebensmotto, nicht nachzulassen. Nach kurzer schwerer Krankheit verstarb der leidenschaftliche Musiker am 23. November im 94. Lebensjahr.

 

Am 9. Dezember wurde Professor Wagenhofer in der Stadtpfarrkirche Leonding verabschiedet. Das Requiem hielt sein Großneffe, Abt des Benediktinerstiftes Kremsmünster, Dr. Bernhard Eckerstorfer. In seiner Predigt zitierte Abt Bernhard Gedanken von Luis aus Gesprächen mit ihm. Für ihn gehörten Musik und Religion untrennbar zusammen. Er war überzeugt, dass Musik das Leben veredelt und uns Gott fühlen lässt. Darum ermutigte er immer wieder, die Verbindung zu Gott zu suchen und sich am Leben zu erfreuen.

Text: Reinhart Lehner

 

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