Heuer wird am Aschermittwoch, an den Fastensonntagen und zu Ostern den „Vater unser“ – Bitten besondere Aufmerksamkeit geschenkt.
Wie sich die Farben des Fastentuches wandeln – entsprechend der Fastenzeit vom Schwarz/Grau der Asche des Aschermittwochs über unterschiedliche Töne der liturgischen Farbe Violett für die Fastenzeit bis zum Rosa des Laetare-Sonntags und dem Weiß für das Osterfest – so wandelt sich auch unser Leben in jeder Situation, wenn „Vater unser“ – Bitten Wirklichkeit werden.
Einstiegsimpuls, der Aschermittwoch-Predigt von Hans Georg Pointner:
Predigt Aschermittwoch
5. März 2025
Mt 6,1.5-13
Liebe Schwestern/Brüder – Sünderinnen und Büßer!
Beginn der Fastenzeit, österlichen Bußzeit …
(dabei geht es um alles – um Leben und Tod)
Lassen uns Asche auf das Haupt streuen, weil wir Sünder sind, anderen Schaden zugefügt haben …
weil wir den Namen Gottes entweiht, beschmutzt, verändert, vergessen oder veruntreut haben …
Wir bekennen und bereuen, dass wir manchmal oder öfters oder immer wieder das Gegenteil von dem getan haben,
was wir glauben.
> Solche Aussagen mögen befremdlich klingen – ich will dir/Ihnen kein schlechtes Gewissen machen oder dich verurteilen. Vielleicht bist du das ganze Jahr eh „brav“ gewesen, hast niemanden getötet oder verletzt (vielleicht mit Worten), niemanden ausgeraubt, nichts gestohlen, nicht gelogen - vielleicht …
Wir wollen uns heute die 1. Bitte des Vaterunser anschauen:
… geheiligt werde dein Name, …
Einerseits geht es darum, dass durch unsere Worte und unser Verhalten „Göttliches“/göttliche Eigenschaften spürbar und sichtbar Wirklichkeit werden.
Wenn ich an einen Gott glaube, der ein gütiger Vater ist, der die Liebe ist, der der Schöpfer allen Lebens ist, der gerecht, friedfertig, verborgen, barmherzig, allmächtig, … usw.
und ich selbst verhalte mich egoistisch, rücksichtslos, unbarmherzig und ohne Mitgefühl – wenn ich anderen Menschen und Geschöpfen Gewalt antue, sie gering schätze und ausnutze, dann verliere ich nicht nur meine eigene Glaubwürdigkeit als Christ, es verliert auch der Name Gottes seinen Wert.
Durch diese Bitte … geheiligt werde dein Name, … wird andererseits auch Gott aufgefordert selbst für die Heiligung seines Namens zu sorgen – wo Menschen dazu nicht mehr in der Lage sind.
Das haben wir in der Lesung aus dem Buch Ezechiel gehört. Das auserwählte Volk der Israeliten hat die Gebote Gottes missachtet – Jerusalem wurde von den Babyloniern erobert und der Tempel zerstört. Und die Oberschicht der Israeliten wurde nach Babylon verschleppt.
„Gott spricht: Nicht euretwegen handle ich, Haus Israel, sondern um meines heiligen Namens willen, den ihr bei den Nationen entweiht habt.“
Diese Heiligung bedeutet, dass das Volk wieder gesammelt und vereint wird (und in Heimat zurückkehren kann).
Wenn wir also im Vaterunser im wieder sprechen „dein Name werde geheiligt“, dann bitten wir Gott, dass er uns alle als seine Kinder wieder annehme und vereine, das er uns ein neues Herz gebe und mit seinem Geist erfülle.
Wir bitten darum, dass es überall auf der Welt Orte gibt, an denen die Herrlichkeit Gottes für alle sichtbar wird.
Ich wünsche uns daher heute, dass unsere Gebete und Bitten erhört werden, dass wir selber hören und glauben können, was wir erbitten.