Auf zumindest 235 Jahre altem, ehemaligem Kirchturmholz werden per heißem Metallstempel zwei Motive eingebrannt - als eine etwas andere Erinnerung an die Turmsanierung 2010.
Der alte Turmdachstuhl der Pfarrkirche, 1775, also vor 235 Jahren errichtet, hatte heuer endgültig ausgedient. Während die große Zwiebel von der Baufirma schnell zerlegt und entsorgt worden war, wurde der obere Teil, die Laterne, im Originalzustand im Bauhof der Marktgemeinde zwischengelagert. Dieses Laternenholz wird nun für die Aktion verwendet.
Der Gunskirchner Erich Haselberger lieferte der Pfarre die Idee einer Turmholzbrennerei - alte, kleine Originalholzteile zu verkaufen, mit einem eingebrannten Motiv. In Absprache mit Pfarrer Henryk Ostrowski entwarf der Marketingprofi zwei Motive:
Eines zeigt den Zwiebelturm mit dem Schriftzug "Gunskirchen 2010", das andere ein Kreuz mit einem Fisch, der bereits im Urchristentum eine herausragendes Symbol war.
Weihnachtsmarktbesucher können sich ein altes, einzigartiges Holzstück aussuchen - und auch das Motiv, das dann beim Markt auf einer vorbearbeiteten Fläche ins Holz gebrannt wird. Dazu gibt es ein Echtheitszertifikat und einen Spruch. Denn jedem Käufer soll das geschichtsträchtige Turmholzstück zum Segen werden - so wie es der Kirche 235 Jahre lang auch zum Segen gewesen war. Der Erlös dient, wie könnte es anders sein, der Turmsanierung.
Ein Danke geht schon jetzt an viele fleißige Hände: an Alfred Kerschberger vom Bauhof, Josef Lux, Helmut Mühlberger, Johann Schöffmann, Franz Schöffmann sen., August Gaubinger und besonders an Heinz Spreitzer, der - begeistert von der Idee Turmholzbrennerei - seine Werkstätte und Maschinen in Schlambart zur Vorbereitung des Holzes spontan und unentgeltlich zur Verfügung gestellt hat.
Ein kleiner Nachtrag, der traurig stimmen mag: Dutzende Stunden mühevolles Zerlegen der Laterne und Aufbereiten des Holzes (vor allem Nägel entfernen) für die Turmholzbrennerei war zunichte gemacht worden, weil Unbekannte zwei Drittel des vorbereiteten Teile - und auch anderes altes Turmholz - aus dem Bauhofgelände der Marktgemeinde mitgehen ließen. Nur mit großem Aufwand gelang es, weitere halbwegs passende und wiederverwendbare Holzteile herauszulösen und aufzubereiten.