Barabara Tarimo - Besuch in Gramastetten
Seit vielen Jahren unterstützt der Arbeitskreis Entwicklungshilfe Gramastetten und auch die Missionsrunde Projekte von Richard Barabara Tarimo in seiner Heimat Kenia. Nach vielen Jahren war es ihm heuer wieder möglich nach Österreich zu kommen und bei dieser Gelegenheit auch wieder uns in Gramastetten zu besuchen.
Dabei berichtete er über sein Leben und Wirken in Kenia und den vielen Projekten, die auch wir unterstützt haben.
Er erzählte auch von den Höhen und Tiefen, sowie manchen Enttäuschungen in seinem Wirken und seinem Bestreben, speziell dem Volk der Maasai zu helfen.
Sein Zukunftswunsch und Ziel ist es, eine Schule für die Kinder der Maasai zu realisieren und dafür bittet er um Unterstützung.
Folgendes Schreiben habe ich von Barabara nach seinem Besuch erhalten.
Christian Hofer
Lieber Christian,
liebe Freundinnen und Freunde,
liebe Mitglieder der Pfarrgemeinde Gramastetten!
Als ich bei euch am 24.September in Gramastetten zu Gast war, hat es mich sehr beeindruckt und berührt, dass so viele Menschen zu diesem Treffen und zum gemeinsamen Zusammensein im Gasthaus gekommen sind. Dafür möchte ich ganz herzlich danken für die gute Organisation, aber vor allem für die große Offenheit und Gastfreundschaft, die mir entgegengebracht wurde.
Ich hoffe und wünsche, dass durch unsere Begegnung und durch euer Engagement weiterhin vieles zum Wohl der Menschen, besonders der Maasai in Kenia, entstehen und wachsen kann. Ihr, der Arbeitskreis für Entwicklungshilfe, die Missionsrunde und die gesamte Pfarrgemeinde Gramastetten, habt bereits sehr viel für mich und für die Menschen getan, mit denen ich viele Jahre als Priester gearbeitet habe. Heute möchte ich ein wenig davon erzählen und zugleich meinen aufrichtigen Dank aussprechen.
Ein Blick zurück
Ein kleiner Blick auf den Hintergrund meines Weges und auf einige Geschichten, die damit verbunden sind, soll zeigen, wie viel Gutes durch Eure Unterstützung entstehen konnte.
Wenn ich heute auf meine lange Verbindung mit Österreich und besonders mit der Marienpfarre in Wien und mit Euch in Gramastetten zurückblicke, erfüllt mich vor allem eines: tiefe Dankbarkeit.
Von 1996 bis 2002 habe ich an der Universität Wien studiert. Während dieser Zeit wurde die Marienpfarre unter der Leitung von Andreas (†) für mich zu einem Zuhause. Obwohl ich kein Redemptorist war, wurde ich so herzlich aufgenommen, dass ich mich unter den Redemptoristen und in der Gemeinde wirklich als einer von ihnen fühlen durfte.
Später konnte ich durch Grete und Hans Dessl und Christian Hofer diese Verbindung weiter vertiefen und auch den Kontakt zu Euch in Gramastetten aufbauen.
Diese Offenheit, dieses Vertrauen und diese menschliche Nähe haben mein Leben geprägt. Durch Euch ist Österreich für mich zu einer zweiten Heimat geworden. Viele Freundschaften, die hier entstanden sind und bis heute bestehen, geben mir das Gefühl: Heimat ist nicht nur ein Ort. Heimat sind vor allem Menschen, die einen aufnehmen und einem das Gefühl geben: "Du gehörst zu uns."
Für all das möchte ich Euch von Herzen danken.
Eure Hilfe – ein Segen für Menschen in Kenia
Meine Dankbarkeit gilt jedoch nicht nur dem, was Ihr für mich persönlich getan habt. Eure Unterstützung hat weit über mich hinausgewirkt. Sie ist zu einem großen Segen für viele Menschen in Kenia geworden, besonders für die Maasai-Gemeinschaften, mit denen ich viele Jahre arbeiten durfte. Durch eure Hilfe konnten in verschiedenen Pfarreien und missionarischen Einrichtungen zahlreiche Projekte verwirklicht werden.
1. Pfarrei Lolgorien
Während meiner Tätigkeit in Lolgorien konnte innerhalb eines Jahres ein Solarsystem für den gesamten Pfarrhof eingerichtet werden.
Damit wurde eine zuverlässige und nachhaltige Energieversorgung ermöglicht. Licht und Strom haben dadurch die pastorale Arbeit und das tägliche Leben in der Pfarrei wesentlich erleichtert.
2. Pfarrei Ololkirikirai
In Ololkirikirai durfte ich etwa elf Jahre tätig sein. In dieser Zeit konnten mit eurer Unterstützung zahlreiche Projekte verwirklicht werden:
- Installation einer Solarenergieanlage
- Verbesserung der Wasserversorgung, unter anderem durch Wassertanks und einen Brunnen (Borehole)
- Aufbau und Unterstützung eines Internats für mehr als 20 Katechisten. Mehr als 80 Katechisten konnten für die pastorale Arbeit gewonnen und ausgebildet werden.
- Errichtung von zwei Ambulanzen
- Anschaffung von drei Fahrzeugen: zwei für die pastorale Arbeit und ein Krankentransportfahrzeug (Ambulance), das allen Menschen in der Umgebung zur Verfügung stand.
- Anschaffung von fünf Kühen und Aufbau einer Biogasanlage
- Unterstützung beim Bau von zwei großen Grundschulen, die bis heute zu den besten Schulen des Ortes gehören
- Unterstützung von Kindern bei ihrer Schulbildung
- Unterstützung beim Bau und bei der Renovierung mehrerer Kirchen
- Unterstützung von Mitarbeiterinnen, Mitarbeitern und pastoralen Kollegen bei ihrer Arbeit
3. Oltepesi Kultur-Institut
Drei Jahre lang war ich für das Oltepesi Kulturelles Institut zuständig. Auch dort konnte durch eure Hilfe vieles aufgebaut und weiterentwickelt werden:
- ein Internat
- ein Heulager
- die Haltung von Bienen und die Honigproduktion mit etwa 40 Bienenstöcken
- Hühnerhaltung
- die Anschaffung eines Fahrzeugs
Diese Projekte waren nicht nur materielle Investitionen. Sie waren vor allem Investitionen in Menschen, Bildung, Selbstständigkeit und in die Zukunft der Gemeinschaft unter den Maasai.
4. Entasekera Mission
Ich war bereits von 1993 bis 1996 in Entasekera. Im Anschluss bin ich zum Studium nach Wien geschickt worden. Entasekera hat schon meine Art und Weise des Apostolats genossen. Viele Maasai sind damals in die Kirche zum Beten gekommen. Über die Jahre hat sich einiges für die Menschen verschlechtert. Im Jahr 2017 bin ich wieder in die Pfarre Entasekera versetzt worden. Sechs Jahre durfte ich dort tätig sein. Auch dort war eure Unterstützung für folgende Projekte von großer Bedeutung.
- die Anschaffung eines Fahrzeugs

- Bildung und Ausbildung der Katechisten
- die Anschaffung eines zweiten Fahrzeugs für den Kaplan
- der Bau von etwa 15 großen Getreidesilos, damit Lebensmittel besser und sicherer gelagert werden konnten
- Schulunterkunft/Internat für Kinder

- die umfassende Renovierung des Pfarrhauses
- die Verbesserung der Wasserversorgung und des gesamten Wassersystems
- Der Aufbau einer Anlage zur Aufbereitung und zum Verkauf von Trinkwasser. Dadurch erhielt die arme Pfarrei eine kleine Einnahmequelle für ihre eigene wirtschaftliche Zukunft.
- die Anschaffung von zehn Kühen
- die Haltung von etwa 30 Schafen und Ziegen
- Hühnerhaltung
Ergebnis und Auswirkung dieser von euch unterstützten Projekte
Wenn ich diese Projekte aufzähle, möchte ich damit nicht einfach eine Liste von Gebäuden, Fahrzeugen oder Tieren vorlegen. Hinter jedem dieser Projekte stehen Menschen – und hinter den Menschen stehen ihre Hoffnungen und ihre Zukunft.
- Ein Wassertank bedeutet sauberes Wasser.
- Solarenergie bedeutet Licht und bessere Möglichkeiten für Bildung und pastorale Arbeit.
- Ein Internat bedeutet eine Zukunft für junge Menschen.
- Eine Schule bedeutet Hoffnung.
- Ein Getreidesilo bedeutet Sicherheit in schwierigen Zeiten.
- Eine Kuh, ein Schaf oder ein Bienenstock kann einer armen Familie helfen, ein Stück weit selbstständiger zu werden.
Deshalb sage ich heute nicht einfach nur: Danke für Eure Spenden.
Ich sage vielmehr:
Danke für das Vertrauen, das Ihr in die Menschen gesetzt habt.
Viele der Menschen, denen Eure Hilfe zugutegekommen ist, kennen Euch vielleicht nicht persönlich. Aber Eure Unterstützung hat ihr Leben berührt und verändert.
Ich selbst durfte dabei nur ein Werkzeug in den Händen Gottes sein. Was wir gemeinsam erreicht haben, war nur möglich, weil viele Menschen ihre Herzen und ihre Hände geöffnet haben.
Darum möchte ich Euch allen in der Pfarrgemeinde Gramastetten ihren Verantwortlichen, den Wohltäterinnen und Wohltätern, den Freunden und allen, die diese Projekte mitgetragen und unterstützt haben – meinen aufrichtigen und tiefen Dank aussprechen.
Möge Gott Euch Eure Großzügigkeit reichlich vergelten. Möge er Eure Familien, Eure Gemeinschaft und alle Menschen, die Ihr unterstützt, segnen.
Möge die Saat, die Ihr über viele Jahre in Afrika ausgestreut habt, weiter wachsen, aufgehen und reiche Früchte tragen.
Von Herzen: Danke und Vergelt’s Gott!
Plan für die Zukunft
Trotz meines Alters von 70 Jahren möchte ich noch ein großes Projekt realisieren. Bei diesem Projekt in der Diözese Ngong geht es um den Schwerpunkt Bildung und Ausbildung für Kinder im Maasailand, die auf Grund der Armut ihrer Familien sonst keine Chance haben.
Mein Ziel ist es, in der mir hoffentlich noch bleibenden Lebenszeit, eine Schule für die Kinder im Maasailand aufzubauen.
Dies kann ich aber nur mit eurer und der Unterstützung vieler weiterer Gönner schaffen.
Ich bitte euch, mich auf diesem Weg weiterhin mit eurer Unterstützung zu begleiten.
Richard Barabara Tarimo
Spendenmöglichkeit:
Konto des Arbeitskreis Entwicklungshilfe Gramastetten
AT44 3413 5000 0701 1901 (Verwendungszweck „Barabara“)