"Ich geh fischen..."
„Ich geh fischen…“
Wann hat Petrus das zuletzt gemacht?
Vor ca. 3 Jahren hat Jesus ihn weggerufen von den Netzen am See.
Das Gehen mit Jesus ist jetzt vorbei, Jesus wurde umgebracht. Wohl haben sie schon erfahren, dass er auferstanden ist, aber was sollen sie damit anfangen? Das glaubt ihnen sowieso niemand. Also zurück in den Alltag, den sie gelernt haben.
Mit neuen Freunden wohlgemerkt: die Söhne des Zebedäus, die ersten, die mit ihm auch berufen wurden, Thomas ist dabei, der Jesus ganz besonders begegnen durfte, und Natanael, auch einer der Ersten, die Jesus angesprochen hat, und noch zwei – da kann ich mich hineinnehmen – nicht nur die besonderen, auch die Normalen sind dabei. Sie alle gehen mit.
Erfolglos zunächst, die ganze Nacht kein einziger Fisch. So ist das Leben manchmal, da geht einfach gar nichts mehr, auch das, was sonst immer gut funktioniert hat.
Bis zum Morgen, denn dann begegnet ihnen Jesus zum dritten Mal. Hier erwarten sie ihn nicht. Wer nimmt schon an, dass er Jesus auch im Alltag begegnen kann. Wer Jesus begegnen will, geht in die Kirche, manche auch auf den Berg, aber im alltäglichen Leben? – Jesus begegnet seinen Freunden genau da. „Habt ihr etwas zu essen?“ fragt er sie – Worte die ihnen bekannt vorkommen müssen, so fragt er auch vor der Brotvermehrung. Und: „Werft die Netze auf der rechten Seite aus!“ Bekannte Worte also aus besseren Zeiten mitten im Alltag, und wieder zeigen sie Wirkung.
Wieder ist es der Jünger, den Jesus liebte, der als erster erkennt. „Es ist der Herr!“ Liebe öffnet die Augen, auch im Alltag. Liebe öffnet auch meine Augen für die Schönheit der Schöpfung, für die Menschen, die mir begegnen, für die Not, in der uns auch Jesus begegnet, für die Gegenwart Gottes in meinem Alltag – in der Arbeit, in der Freizeit, beim Einkaufen, unterwegs oder zuhause – überall kann ich Gott begegnen.
Es waren 153 Fische, die Zahl der damals bekannten Fischarten. Das muss Petrus wohl an die Einladung Jesu erinnern: „Ich werde dich zum Menschenfischer machen!“ Kurz darauf wird er zu ihm sagen: „Weide meine Schafe!“ Für alle Menschen und Völker soll er zum Fischer und Hirte werden. Petrus nimmt die Herausforderung an, er kommt damit bis ins Machtzentrum der damaligen Welt, aber es braucht noch einige Begegnungen mit Jesus und die Kraft des Hl. Geistes.
Zunächst aber lädt Jesus sie ein zum Essen, er bricht ihnen wieder das Brot, er ist einfach da, er liebt und stärkt und hilft damals wie heute, Kraft zu tanken für die Sendung in die Welt, die er ihnen damals und uns heute anvertraut.