Im Kreuz ist Leben!
Im Kreuz ist Leben!
Es ist die Katastrophe schlechthin,
und es ist Zeichen der Hoffnung,
Zeichen der Liebe.
Es ist worst case für die Jünger,
und es ist ein besonderer Glücksfall
für uns.
Jesus stirbt einen grausamen Tod,
und wir haben das Leben in Fülle.
Das ist Karfreitag – ausgespannt zwischen Himmel und Erde trägt Jesus unsere Schuld.
„Gibt es eine größere Liebe, als wenn jemand sein Leben hingibt für seine Freunde?“
so hat er gesagt, und jetzt hängt er da – und gibt sein Leben.
Wir begehen den Gedenktag vom Leiden und Sterben Jesu Christi, die evangelische Kirche feiert das Hochfest der Erlösung. Beides ist richtig, denn gerade durch sein Leiden und Sterben hat uns Christus den Weg eröffnet, trotz all unserer Unzulänglichkeiten zu seinem Vater zu kommen.
In das Kreuz Jesu Christi können wir unser Kreuz hineinnehmen. Mit all unseren Sorgen und Ängsten, mit all unseren Schmerzen und Einschränkungen, mit all unserer Trauer und unseren Fragen, mit all dem was uns bedrückt, können wir zum Kreuz kommen. Jesus am Kreuz gibt uns die Gewissheit, dass wir nicht allein sind. Wir sind geborgen in der übergroßen Liebe Gottes. Jesus versteht uns, weil auch er gelitten hat, Jesus ist uns nahe, wenn immer auch etwas nicht nach Wunsch läuft.
Gott führt das Leid nicht herbei – ich glaube nicht an die Strafe Gottes in dem Virus, oder wenn immer jemand leiden muss – Gott nimmt das Leid aber auch nicht einfach weg, wie ein Zauberer. Gott nimmt selbst das Leid auf sich, um uns nahe zu sein, uns zu stärken, mit seiner Liebe zu begleiten. Er trägt uns im Leid, das sehen wir, wenn wir auf das Kreuz blicken.
Wenn wir vor dem Kreuz stehen, können wir auch an alle Menschen denken, die in dieser Situation ein Kreuz zu tragen haben, vielleicht auch für andere:
Ich denke an die Reinigungskräfte, die damit beschäftigt sind, die in Krankenhäusern und Geschäften damit beschäftigt sind, alles rein zu halten und zu desinfizieren.
Ich denke an das Pflegepersonal und die Ärzte, die großartiges leisten.
Ich denke an die Menschen, die zuhause bleiben, obwohl sie sich einsam fühlen, um das Virus nicht weiter zu verbreiten.
Ich denke an Wissenschaftler und Politiker, die die Last der Entscheidung tragen, was in dieser unübersichtlichen Situation für die Gesellschaft gut ist.
Ich denke an die Eltern, die gefordert sind, mit den Kindern zuhause zu lernen, und an die Lehrer, die neue Wege finden müssen, ihre Schüler zu unterrichten.
Ich denke weiter und immer wieder fallen mir Menschen ein, die auf ihre je eigene Weise betroffen sind. Und ich halte sie Jesus am Kreuz hin, und bitte ihn, dass er ihnen nahe ist.
Im Kreuz ist Heil! Im Kreuz ist Leben! Im Kreuz ist Hoffnung!
Dieser Satz hat heute eine ganz neue Dimension.