Glaubst du das?
„Lazarus ist gestorben. Und ich freue mich für euch, dass ich nicht dort war; denn ich will, dass ihr glaubt.“
„Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt. …
Glaubst du das?“
„Habe ich dir nicht gesagt: Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen?“
„Vater, ich danke dir, dass du mich erhört hast.
Ich wusste, dass du mich immer erhörst; …“
Heute gilt die Frage Jesu, die er damals an Marta gestellt hat, mir:
Glaubst du das?
Marta bekennt ihren Glauben: „Ja, ich glaube, dass du der Messias bist, der Sohn Gottes,…!“ – und dennoch muss sie Jesus wieder daran erinnern.
Und wie schaut es mit mir aus? Was glaube ich?
Wir haben viele Rituale in der Kirche, wir sprechen das Glaubensbekenntnis, wir zünden Kerzen an, wir feiern gemeinsam die Hl. Messe, wenn wir dürfen, wir beten ein Vater unser,…
Wir haben viele Rituale, mit denen wir unseren Glauben ausdrücken könn(t)en. Rituale, die aus dem Glauben vieler Menschen entstanden sind.
Aber jetzt geht es um meinen Glauben.
Seit zwei Wochen leben wir mehr oder weniger isoliert in unseren Hausgemeinschaften. Täglich hören wir von immer mehr Infizierten und Toten. Das macht vielen Menschen Angst.
Mein Glaube gibt mir Halt und Hoffnung. Er lässt mich vertrauen, dass Gott auch aus dieser Krise einen guten Weg für uns hat. Er kann uns helfen, aus dieser Zeit zu lernen und Erfahrungen mitzunehmen, die unser Leben neu ausrichten, damit auch unsere Erde, seine Schöpfung wieder atmen kann.
Mein Glaube gibt mir die Zuversicht, dass das Leben gelingen kann, trotz großer Herausforderungen und vieler Sorgen.
Er nimmt mir auch die Angst vor dem Tod, weil ich vertrauen darf, dass danach noch etwas viel schöneres auf uns wartet, ein Leben voll Freude und Liebe.
Angst ist kein guter Ratgeber, aber Vorsicht ist dennoch geboten, weil ich gern hier lebe, weil mir die Menschen um mich wichtig sind. Jesus hat ja auch den Lazarus in dieses Leben zurückgeholt, weil es gut ist, in dieser Welt zu leben.
Mein Glaube sagt mir, dass das größte Übel nicht der Tod ist, weil ich den Worten Jesu vertraue: Wer glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt.
Das größte Übel wäre, wenn ich am Ende erkennen müsste, nicht gelebt und nicht geliebt zu haben. Denn erfülltes Leben, gelebte Liebe und unüberwindbare Hoffnung sind Frucht eines lebendigen Glaubens.
Gott segne euch und schenke euch allen einen tiefen Glauben an seine Liebe!