Sonntagslesung und Gedanken zur Lesung von Ferdinand Aichinger
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ERSTE Lesung |
Jesaja 50,4-7 |
4Gott, der Herr, gab mir die Zunge von Schülern, damit ich verstehe, die Müden zu stärken durch ein aufmunterndes Wort. Jeden Morgen weckt er mein Ohr, damit ich auf ihn höre wie Schüler hören.
5Gott, der Herr, hat mir das Ohr geöffnet. Ich aber wehrte mich nicht und wich nicht zurück.
6Ich hielt meinen Rücken denen hin, die mich schlugen, und meine Wangen denen, die mir den Bart ausrissen. Mein Gesicht verbarg ich nicht vor Schmähungen und Speichel.
7d Und Gott, der Herr, wird mir helfen; darum werde ich nicht in Schande enden. Deshalb mache ich mein Gesicht hart wie einen Kiesel; ich weiß, dass ich nicht in Schande gerate.
GEDANKEN ZUR LESUNG
Jesaja schildert den Weg eines Menschen durch Leid, Kummer und Gewalt, er verliert seine Hoffnung nicht. Er hat ein inniges Verhältnis und großes Vertrauen zu Gott. Er hört auf Gott, wie man auf einen Menschen hört, er spricht mit Gott, wie man mit einem Menschen spricht. Vielleicht können sich manche mit den eigenen Nöten in Jesajas Worte hineinlesen.
Der Weg beginnt damit, dass ich mich von den Sorgen und Plagen des Tages nicht überwältigen lasse, sondern Platz schaffe für ein Gespräch mit Gott, wie mit einem guten Freund. Ich muss vor Gott nicht die Maske aufsetzen, ich darf zu meinem Leid, meinem Kummer stehen, im Vertrauen darauf:
„Gott wird mir helfen, darum werde ich nicht in Schande enden.“ So spricht einer, der sein Leben stark und selbstbewusst lebt, der kämpfen kann, der ändert, was sich ändern lässt. Ob wir am Leid zerbrechen oder wachsen, hängt davon ab, wie wir mit Gott leben, ob wir im Gespräch bleiben mit ihm wie „mit einem Freund, mit dem man gern und oft zusammen ist“ (Teresa von Avila).
Jesus, auf den dieses Gottesknechtlied später bezogen wurde, ermutigt uns zu dieser Innigkeit mit Gott: Gott will, dass es dir gut geht. Mit diesem Vertrauen wache morgens auf und schlafe abends ein!
SEGENSGEBET
Herr, komme mit deinem Segen zu mir.
Segne mich mit Frieden an diesem Sonntag.
Segne mich mit Gottvertrauen in diesen Tagen.
Segne mich mit der Freude des göttlichen Lichtes
Auch in allen dunklen Momenten meines Lebens. Amen.
F. Ai.