INNEHLTEN - An der Schwelle vom alten zum neuen Jahr
... Liebe Gottesdienstgemeinde, wir müssen, wir dürfen dieses Jahr mit Gott und miteinander verabschieden, auch wenn jeder seine ganz persönlichen Erfahrungen die sehr unterschiedlich waren, gemacht hat.
Wir werden also viel Schönes, Schweres, Schuld und Trümmer auch Trauer an diesem Ufer zurücklassen, wenn wir nun zum anderen Ufer, ins neue Jahr aufbrechen. Aber wir werden auch Vieles mit hinüber nehmen, letztlich uns selber, so wie wir eben sind.
Wir steigen in das Boot und fahren los, hinein in das große Dunkel, in das neue Jahr. Wir kennen das andere Ufer nicht, wissen nicht, welche Wellen und Stürme kommen werden…
Es wird uns bewusst, wie bedroht und gefährdet unser Leben überhaupt ist von außen und von innen.
Aber wir dürfen und müssen überzeugt sein, dass noch einer mitfährt, manchmal wie ein blinder Passagier, weil wir ihn zeitweise ganz vergessen. Aber er fährt mit und wenn es dann ganz hart hergeht, dürfen auch wir wie die Jünger rufen: „Meister, kümmert es dich nicht, dass wir zugrunde gehen?“
Vielleicht müssen auch wir uns dann sagen lassen: „Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr noch keinen Glauben?“
Das wiederum können wir als erneute Einladung verstehen, unser Leben noch stärker auf Gott hin und von ihm her zu verstehen und zu gestalten, unser Leben noch tiefer in ihm zu verwurzeln, damit wir mehr Halt haben; uns noch mehr einüben in das immer noch größere Vertrauen in seine immer noch größeren Möglichkeiten.
Liebe Gottesdienstgemeinde, zwei Gedanken und Übungen möchte ich euch zum Übergang vom alten zum neuen Jahr mitgeben:
1 ) Gedanke – Bitten und Beten.
Machen wir es im neuen Jahr wie die Jünger Jesu. Das Vertrauen der Jünger ist gefragt. Auch unser Vertrauen ist immer wieder gefragt und gehört jeden Tag erneuert.
Die Jünger wurden von der Angst überwältigt. Das Bild der stürmischen See und des schwankenden Schiffes kann auch auf uns heute übertragen werden. Die Gefühle der Angst und der Ohnmacht kennt jeder. Die Jünger wissen sich zu helfen, indem sie Jesus um Hilfe bitten. Er stärkt und ermutigt sie, er hilft ihnen.
Bitten wir immer wieder im neuen Jahr Gott um seine Hilfe.
2) Gedanke – Lob und Dank
Wenn wir zurückschauen, ahnen wir, dass in Vielem die Führung und Fügung, die Vorsehung und Nachsicht Gottes am Werk waren. Wir durften hoffentlich das Wohlwollen und das Erbarmen Gottes hautnah und leibhaftig erfahren.
Darüber können wir froh sein und unsere Freude gemeinsam mit ihm und vor ihm feiern. Dafür sagen wir jetzt Gott Lob und Dank im anschließenden Lobpreis
Danken wir Gott immer wieder im neuen Jahr, wenn uns Hilfe zugekommen ist und, wenn wir seine Nähe und seine Führung spüren.
Das ist die zweite Übung für das neue Jahr.
Mit vielen guten Erinnerungen können wir hoffentlich frohgemut und zuversichtlich in das vor uns liegende neue Jahr gehen und es mit Gott beginnen:
Beginnen wir es ganz bewusst: Im Namen des lebendigen und dreifaltigen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Amen.
Ferdinand Aichinger
Wortgottesdienstleiter