INNEHALTEN - Sommerzeit - Urlaubszeit
Wie wohltuend klingen da der Bibelvers auf unserer Glastür beim Kircheneingang: „Kommt alle zu mir und ruht euch ein wenig aus.“ Wenn da einer zum Ausruhen auffordert, wenn er wahrnimmt, was geleistet wurde – und nicht zu noch größeren Leistungen aufruft, sondern es sein lässt wie es ist, ja einlädt zur Entschleunigung.
Als Menschen brauche ich immer wieder diese Momente der Ruhe, brauche ich „Oasen“, an denen ich ausruhen kann, um zu mir selber zu kommen. Wir Menschen können nicht immer gespannt sein, dann würden wir die Spannkraft verlieren. Als Mensch brauchen wir den Rhythmus von Arbeit und Entspannung.
Für uns Christen heißt das konkret: Sonntag oder der Rhythmus von Arbeit und Gebet, Stille oder der Rhythmus von Tätigkeit und Ruhe. Aber auch die Urlaubszeit ist eine solche Zeit, in der wir auftanken sollen, in der wir entspannen können, um neue Spannkraft zu haben. Wer sich nicht entspannen kann, nicht auch mal frei nimmt, wird sehr leicht spröde und ungenießbar!
Von Jesus wird immer wieder erzählt, dass er sich zurückgezogen hat; dass er Zeiten der Ruhe, des Gebetes, der Einsamkeit gesucht hat, um, sich zu sammeln; um sich auf das Wesentliche zu konzentrieren; um den Kopf klar zu bekommen, was tatsächlich sein Auftrag war – um Gottes Stimme aus den vielen Stimmen des Alltags wieder herauszuhören.
Ja wie ist das bei uns? Gibt es bei mir Zeiten der Ruhe, Zeiten des Gebetes, Zeiten der Stille, Zeiten der Betrachtung der Schöpfung? Kann ich mich wo zurückziehen und wieder Kraft tanken?
Diese Einladung des Ausruhens und Kraft Schöpfens bei ihm, muss man allerdings auch hören und annehmen können. Vielleicht erreicht diese Einladung in dieser Zeit auch Sie/dich. Vielleicht stellen Sie/stellst du fest, dass es dringendst an der Zeit wäre, mindestens einen Gang herunterzuschalten. Solche Zeiten braucht es immer wieder. Dieser Bibelvers soll uns ermutigen zu innerer Einkehr, zu Stille, sich zu freuen an der Schönheit der Natur, zu einem Gebet in der Kirche. Jesus lädt uns ein und gibt uns Gelegenheit, nachzudenken über unsere Ausgeglichenheit zwischen Aktivität, und Erholung, ja Muße.
In diesem Sinne wünsche ich allen, dass diese Urlaubs- und Sommerzeit eine gelingende Lebenszeit ist - dass diese Zeit die Erfahrung von dem vermittelt, was Jesus meinte als er sagte: Kommt alle zu mir und ruht ein wenig bei mir aus.
Den Landwirten wünsche ich eine gute Erntezeit und auch Tage und Stunden, wo sie trotz der notwendigen Sommerarbeit Ruhe und Ausspannung finden können.
Ferdinand Aichinger
Seelsorgeteamverantwortlicher für Liturgie
und Wortgottesdienst- und Begräbnisleiter