31. Jänner 2026 Bischof Maximilian Aichern OSB verstorben
Bischof Aichern war es, der Neuerungen in der Kirche nicht nur zuließ, sondern auch förderte und die Zeichen der Zeit erkannte, indem er die von Zweiten Vatikanum bereits propagierte Einbindung von Laien beiderlei Geschlechts in den liturgischen Dienst umsetzte.
Eidenberg stattete der Bischof Maximilian im Oktober 1986 einen Besuch ab im Rahmen einer Pfarrvisitation, im Juni 1997 kam Aichern zur Visitation und Firmung nach Eidenberg und im November 2010 feierte der Bischof das Leonhardifest mit den Eidenbergern. Nach den Festgottesdiensten mischte sich Bischof Maximilian gerne unter das Volk und gewann durch seine natürliche und liebenswürdige Art in Nu die Herzen der Menschen.
Bericht: Dr. Thomas Schwierz
Bericht aus der Pfarrchronik von 1997:
Nach elf Jahren findet wieder eine Visitation durch Bischof Maximilian Aichern statt und zum ersten Mal spendet unser Diözesanbischof die Firmung in Eidenberg. Um 8:30 kam der Bischof in Eidenberg an und wurde vom Herrn Pfarrer und PGR-Obmann Johann Knollmayr herzlich empfangen. Der Bischof machte einen Friedhofsbesuch und betete für die Verstorbenen der Pfarre. Anschließend besichtigte er die pfarrlichen Räume und die Kirche. Um 9:30 traf der Bischof die Firmlinge zu einem lockeren Gespräch vor dem Gasthof Wollendorfer. Von dort ging anschließend um 9.50 der Festzug zur Kirche zum Firmgottesdienst, den die Eidenberger Firmlinge gestalteten und so für alle zum religiösen Erlebnis wurde. Nach dem Firmgottesdienst gab es eine Agape für alle, die die Kath. Aktion Eidenberg vorbereitet hatte. Die Musikkapelle umrahmte die Agape mit flotten Märschen. Nachmittags um 14:30 war in der Kirche eine Kleinkindersegnung, die die Eidenberger Mütterrunde liturgisch vorbereitet hatte. Nach der Segnung machte der Bischof Krankenbesuche bei einigen Eidenbergern und Eidenbergerinnen. Um 17:30 lud der Bischof zur Begegnung und Gespräch mit dem Pfarrgemeinderat und den pfarrlichen Gruppen ein. Der Bischof wies darauf hin, dass die seelsorgliche Betreuung immer knapper wird und ersuchte Überlegungen anzustellen, welche Personen geeignet sind für eine Wortgottesdienstleiterausbildung und welche Personen noch als Kommunionspender in Frage kämen. Unser Bischof dankte Pfarrer P. Laurenz Burgstaller für sein Engagement in der Pfarre, für seine Offenheit und dass er Laienmitarbeit gerne zulässt. Allen Verantwortlichen der Pfarre dankte der Bischof und wünschte uns für die Arbeit im Reich Gottes alles Gute und Gottes Segen. Sein Besuch, seine Worte und seine Begeisterung für den Glauben können uns wieder neue Impulse für unser Leben sein. Der Bischof gab uns folgenden Satz mit für unsere pfarrliche Arbeit: Lassen wir uns die Freude am Mensch-Sein und am Christ-Sein nie durch etwas nehmen.
Lebeslauf von Bischof Maximilian Aichern (Quelle: Diözese Linz):
Maximilian Aichern wurde am 26. Dezember 1932 als Sohn eines Fleischhauers in Wien geboren. Sein Vater stammte aus Kärnten, die Mutter aus Niederösterreich. 1954 trat er in das Benediktinerkloster St. Lambrecht (Steiermark) ein. Er studierte an der Universität Salzburg und an der Päpstlichen Hochschule Sant‘Anselmo in Rom. 1959 wurde er in der Abtei Subiaco bei Rom zum Priester geweiht. 1964 erfolgte die Wahl zum Abtkoadjutor. Die Abtweihe empfing Maximilian Aichern am 12. Juli 1964. 1977 wurde er, nach dem Tod seines Vorgängers, Abt von St. Lambrecht. Ein Jahr später wählte man ihn auch zum Abtpräses der österreichischen Benediktinerkongregation.
Am 15. Dezember 1981 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum zwölften Bischof von Linz. Die Bischofsweihe am 17. Jänner 1982 führte trotz der arktischen Temperaturen rund 10.000 Gläubige in den Linzer Mariendom. Die Weihe wurde von Kardinal Dr. Franz König gemeinsam mit Bischof Dr. Franz Zauner und Bischof Dr. Alois Wagner vollzogen. Als bischöflichen Wahlspruch wählte sich Maximilian Aichern „In caritate servire“ (In Liebe dienen). Sein persönlicher Lebensstil war auch als Bischof stets von Einfachheit und Bescheidenheit geprägt.
Vom Beginn seines bischöflichen Wirkens an gewann Bischof Maximilian mit seiner herzlichen, zugewandten Art die Zuneigung der Oberösterreicher:innen. Es war kennzeichnend für sein bischöfliches Wirken, dass er in nur zehn Jahren nach seinem Amtsantritt in sämtlichen Pfarren der Diözese zur offiziellen bischöflichen Visitation war. Zu den Höhepunkten der ersten zehn Jahre im Bischofsamt gehörten zweifellos auch die beiden Besuche von Papst Johannes Paul II. in Österreich (1983 und 1988).
Bischof Maximilian machte sich über die Grenzen Österreichs hinaus einen Namen als „Sozialbischof“. Immer wieder meldete er sich zu Wort, wenn es galt, die Menschenwürde zu verteidigen und wenn durch gesellschaftliche Tendenzen die Verzweckung des Menschen drohte. Der 1990 erschienene „Sozialhirtenbrief“ der österreichischen Bischöfe, das Sozialwort der 14 christlichen Kirchen 2003, die 1997 im Bischofshof unterzeichnete „Allianz für den freien Sonntag“ – alle diese sozialen Meilensteine trugen Aicherns Handschrift.
Ein besonderes Anliegen waren ihm auch ein fruchtbares Miteinander von Priestern, Diakonen und Laienmitarbeiter:innen in der Seelsorge und die Förderung von Frauen. Er gründete 1997 die diözesane Frauenkommission und startete 2001 einen Gleichstellungsprozess in der Kirche Oberösterreichs.
Am 18. September 2005 übergab Bischof Maximilian Aichern das Amt des Diözesanbischofs an den bisherigen Weihbischof von Wien, Ludwig Schwarz. Auch unter Diözesanbischof Manfred Scheuer, der das Amt am 17. Jänner 2016 von Bischof Ludwig übernahm, brachte sich Bischof Maximilian in der Diözese und weit darüber hinaus aktiv in das kirchliche, gesellschaftliche, soziale und kulturelle Leben ein. Ein Anliegen war ihm stets ein enger Kontakt zu den Partnerdiözesen, zudem vertrat er viele Jahre lang die österreichischen Bischöfe in der italienischen Bischofskonferenz.
Maximilian Aichern unterstützte Bischof Manfred Scheuer bis ins hohe Alter in liturgischen und repräsentativen Aufgaben; er übernahm Aushilfen in oberösterreichischen Pfarren und manche Dienste auch in österreichischen Klöstern. Probleme mit den Beinen hatten ihn in seinen letzten Lebensjahren in seiner Mobilität erheblich eingeschränkt und ihn zunehmend geschwächt. Am 31. Jänner 2026 verstarb Bischof em. Maximilian Aichern im Linzer Domherrenhaus.
Bischof Maximilian Aichern erhielt 1993 von der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Passau die Würde eines Ehrendoktors der Theologie verliehen. Die Stadt Linz ernannte Bischof Aichern 1994 zum Ehrenbürger. Er war Träger des Großen Goldenen Ehrenzeichens des Landes OÖ (2005), ebenfalls 2005 erhielt er die Goldene Ehrennadel für Verdienste um die Oberösterreichische Wirtschaft. 2006 wurde ihm der Karl-Leitl-Partnerschaftspreis „Partnerschaft in der Arbeitswelt“ an der JKU Linz (2006) verliehen, 2007 der Fritz-Freyschlag-Ehrenpreis der Arbeiterkammer OÖ. 2008 erhielt er den „Erwin-Wenzl-Ehrenpreis“ der ÖVP, 2011 den „Mérite Européen“ in Gold der Europäischen Föderalistischen Bewegung beim Europa-Forum Neumarkt (Stmk.), 2013 den ÖGB-Award. 2019 wurde Bischof em. Maximilian Aichern der Sonderpreis „Oberösterreicher von Herzen“ des von der BezirksRundschau vergebenen „Regionalitätspreises“ verliehen. 2023 wurde er vom „European Youth Forum Neumarkt“ mit der Europa-Friedensmedaille geehrt.