Fronleichnam 2015
An Fronleichnam wird der Glaube auf Straßen und Plätzen öffentlich bezeugt und gefeiert, dass Jesus beim letzten Abendmahl seine bleibende Gegenwart in Brot und Wein verheißen hat. Das verrät auch bereits der Name: „fron” für „Herr, heilig” und „lichnam” für „lebendiger Leib”. Damit ist Fronleichnam auch ein zweiter Gründonnerstag.
Was uns Menschen im Inneren bewegt, sucht seinen Ausdruck auch im Außen. In der Öffentlichkeit, im öffentlichen Raum. Demokratie als solche wäre undenkbar ohne Kundgebungen und Umzüge auf Straßen und Plätzen. Revolutionäre Umstürze autoritärer Regime der ehemaligen Ostblockstaaten wurden letztlich durch den „Druck auf der Straße” zu Fall gebracht. Doch auch Kunst und Kultur präsentieren sich zuweilen im Freien. Es gibt also Zeiten, in denen es gilt, „Flagge zu zeigen”. Und so ist Fronleichnam jenes Fest, an dem der Glaube auf die Straße hinausgetragen wird, an dem gezeigt wird, wovon das Christsein getragen ist und aus welcher inneren Freude es nach außen drängt.
Bei der Prozession wird das gewandelte Brot in einer Monstranz vom Priester getragen, begleitet von einem kunstvoll bestickten und über Monstranz und Priester gespannten Tuch, das den Himmel symbolisiert.