Muttertagsmesse
Das Motto der Messe war "Sag es mit Blumen" und aus diesem Grund haben die Jungscharkinder, die eine Fürbitte gelesen haben, eine Rose mit zum Altar gebracht. Statt der Lesung haben wir folgende nette Geschichte ausgesucht:
Die vielen Hände der Mutter
Das Schulheft, in dem dieser Aufsatz
eines Kindes aus der dritten Klasse steht,
ist schon ziemlich vergilbt.
Vor vierzig Jahren
schrieb die zehnjährige Schülerin Christine den Aufsatz.
Die Lehrerin las ihn der Klasse vor:
„Mutterhände:
In der einen Hand hält meine Mutter die Pfanne und kocht.
In der anderen hat sie den Putzlappen
und wischt den Tisch ab.
Mit der anderen Hand gibt sie der Kleinsten zu trinken.
Mit der anderen Hand macht sie das Essen
für den Vater und alle Kinder bereit.
Mit der anderen Hand gibt sie einem Bettler an der Tür etwas Geld.
In der anderen Hand hält sie den Rosenkranz und betet …“
Allmählich begannen einige Mitschüler zu lachen,
als die Lehrerin den seltsamen Aufsatz vorlas.
So hielt sie inne und fragte das Mädchen:
„Aber, Christine, wie viele Hände hat denn eigentlich deine Mutter?“
Christine war nicht verlegen,
stand auf und berichtete im Tempo einer frommen Litanei:
„Meine Mutter hat …
meine Mutter hat:
zwei Hände für den Vater,
zwei Hände für jedes der sieben Kinder,
zwei Hände für den Knecht,
zwei Hände für das Vieh im Stall,
zwei Hände für alle armen Leute,
zwei Hände für den lieben Gott, wenn sie betet …
und dann noch zwei Hände, wenn irgend etwas nötig ist …
total sechsundzwanzig Hände!“
In der Klasse wurde es auf einmal still; die Lehrerin sagte:
„Und du, Christine, hast den besten Aufsatz geschrieben!“
Neben altbekannten Liedern wurde auch das eine oder andere neue Lied gesungen. Am Ende der Messe haben die Mütter und Omas kleine Muttertagsherzen bekommen.