Osterkerze-Schöpfung
Von einem Gott, der seine Geschöpfe so schafft, dass sie fähig sind, einander in Not und Leid beizustehen und auch in schwierigen Zeiten Orte und Zeiten der Freude und der Schönheit zu finden, kann man nicht sagen, dass ER es nicht gut mit den Menschen meint.
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Die Osterkerze
Für viele vielleicht ein unvorstellbares Bild - eine Osterkerze ohne Kreuzesdarstellung?
Doch die Osterkerze, die oft die symbolische Darstellung des Gekreuzigten mit den mehr oder weniger künstlerisch gestaltet Wundmalen in Rot oder Gold, zeigt, folgt einem Verständnis an dem sich schwer die Befreiung zum (ewigen) Leben erkennen lässt. Wenn die am Osterfeuer angezündete Kerze in der Osternacht vom Diakon in die Kirche getragen wird und der Ruf Lumen Christi erklingt, ist das das Zeichen, dass der Tod vor dem Leben und die Finsternis vor dem Licht weichen muss. Was damit auch gemeint ist, vermögen in dieser aktuellen Krisensituation auch manch „Religiös unmusikalische“ (Jürgen Habermas) verstehen, wenn die Sehnsucht nach Gesundheit vor der Krankheit und das Leben vor dem Tod aus einer persönlichen Lebensperspektive heraus erwächst.
Die hebräische Bibel erzählt die Geschichten wie sich ein Volk mit seiner eigenen Geschichte auseinandersetzt und den Erfahrungen, die sie damit mit Gott gemacht hat. In dieser wird auch die Deutung von der Erschaffung der Welt, im sogenannten Schöpfungsbericht, auf bildhafte Weise erzählt. Diese Schöpfungsgeschichte Gottes ist keine naturwissenschaftliche Erzählung. Vielmehr hat Gott diese Welt geschaffen als ein Universum, das sich entwickelt und das den Gesetzen der Evolution (lat. evolvere „herausrollen“, „auswickeln“, “entwickeln“) gehorcht. In dieser komplexen Entwicklung entstand, als dessen jüngste Entwicklung, unter anderem der Mensch. Gott sah alles an, was er gemacht hatte: Und siehe, es war sehr gut, so lesen wir aus dem Buch Genesis 1, 31a (altgriechisch γένεσις, „Schöpfung“, „Entstehung“, „Geburt“). Wir dürfen also annehmen, dass es Gott gut mit uns meint.
Zu Ostern und darüber hinaus, feiert die Christenheit Jesus Christus als den Sohn, den Gott in die Welt gesandt hat, in dem sich die Liebe dieses Gottes zu den Menschen begreifen lässt. Denn so wie ihn, hat er uns Menschen die Fähigkeit gegeben, nicht stumpf und unverständig nur zu leiden, sondern dem Leid aktiv zu begegnen. Er hat uns mit Empathie, mit gegenseitiger Zuneigung und mit der Fähigkeit zur Hilfsbereitschaft versehen. Von einem Gott, der seine Geschöpfe so schafft, dass sie fähig sind, einander in Not und Leid beizustehen und auch in schwierigen Zeiten Orte und Zeiten der Freude und der Schönheit zu finden, kann man nicht sagen, dass er es nicht gut mit den Menschen meint.
Die Liturgie der Osternacht stellt die Schöpfung in einen inneren Zusammenhang mit der Auferweckung Jesu aus dem Tod. Deshalb wurde heuer ganz bewusst auf der Osterkerze - die uns durch dieses Jahr „begleiten wird“ und an der die Taufkerzen der (Neu-)Getauften entzündet werden - das Motiv der Schöpfung gewählt. So tragen wir miteinander die Hoffnung, dass der Mensch, dem durch die Schöpfung auch die Vernunft als lebensführende Fähigkeit geschenkt ist, die gegenwärtige Krise als Aufforderung verstehen lernt; in diesem Sinne auch die eigenen Lebenserfahrungen zu be- und überdenken und Gottes liebevolle Botschaft annehmen. Jesus hat den Tod besiegt! Diese Frohbotschaft trägt unser Leben. Es ist gut zu wissen, dass Gottes JA zum Leben stets siegt.
Franz Winter, Diakon
Diese Osterkerze wurde im Shalomkloster-Pupping (Dritter Orden) angefertigt und ist somit ein regionales Produkt.