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Pfarrer Karl Mittendorfer

Pfingsten 2026

Liebe Schwestern und Brüder!

Der emeritierte Bischof Maximilian Aichern, der am 31.01.2026 im 94. Lebensjahr verstorben ist, hat immer wieder betont: „Lasst euch von nichts und von niemanden die Freude am Glauben nehmen.“  Denn es gibt heute viele Faktoren, die uns leicht die Freude am Glauben rauben können.

Dazu zählt auch die seit einigen Jahren in unserer Diözese laufende Strukturveränderung , die in unserem Dekanat noch bevor steht. Die im vergangenen März stattgefundende Dekanatsvisitation war sozusagen der Auftakt eines mehrjährigen Prozesses, der diese Strukturreform eingeleitet hat. Seither hat es schon weitere Treffen gegeben, die die konkreten Schritte in die Wege leiten, u.a. ein Kernteam, das die Vorgänge der kommenden zwei Jahre plant und kommuniziert. Weiters gibt es von Seiten der Diözese ein dreiköpfiges Begleitteam, das für die Prozessbegleitung sorgt und inhaltlich Impulse zu Fachfragen und Vermittlung zu diözesanen Stellen gibt. Das Begleitteam ist Teil des Kernteams. Dieses Kernteam ist bereits gebildet und trifft sich Ende Juni zum ersten Mal, wo die weiteren Schritte vorbereitet werden. Am 18. September 2026 gibt es dann eine Startveranstaltung, wo dem Dekanatsrat, den Pfarrgemeinderäten, hauptamtlichen Seelsorgern und Sekretärinnen die inhaltliche Ausrichtung, die Zielvorstellung der Diözesanleitung und ein Überblick über den Prozessverlauf gegeben wird.

 

Ein wichtiges Thema wird dabei die Bildung von Seelsorgeteams, die in Zukunft nicht nur den Pfarrgemeinderat leiten, sondern auch das Leitungsteam der Pfarrgemeinde darstellen. Da wir im März 2027 Pfarrgemeinderatswahlen haben, wird die Bildung des Seelsorgeteams in der Folge der PGR-Wahlen stattfinden. Im Herbst 2026 wird von diözesaner Stelle eine Person uns in der Pfarrgemeinderatssitzung diesbezüglich informieren.

 

Wir feiern in diesen Tagen Pfingsten und da dürfen wir uns fragen:

 

Was bewirkt der Heilige Geist? Wir können da drei wichtige Punkte nennen:

1. Er führt uns in die Freundschaft mit Gott. Jesus ist unser Freund. Er sagt uns im Evangelium: „Ich nenne euch nicht mehr Knechte; denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Vielmehr habe ich euch Freunde genannt, denn ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe“ (Joh 15,15). In der Freundschaft können wir die Verbundenheit spüren, es ist wie der Wein der Freude. Ich liebe es, mit Menschen diese Freundschaft mit Jesus zu teilen, in kleinen Gruppen beim Bibelteilen, beim Musizieren und Singen, im Lobpreis und in der Anbetung, im Hören auf Gott, im einfachen Dasein vor ihm. In der Firmvorbereitung ist es ein Jugendalphakurs, der in Riedau den Jugendlichen eine persönliche Berührung mit dem lebendigen Gott ermöglichen kann. Jesus sagt: Ich lasse euch nicht als Waisen zurück. Ich schicke euch den Beistand, den Heiligen Geist. Es ist die Liebe des Vaters und des Sohnes Jesu, der uns annimmt und uns in die Freundschaft mit ihm führt.

 

2. Der Geist Gottes führt uns zur Gemeinschaft: Zu Pfingsten in Jerusalem waren Menschen aus vielen Völkern versammelt. Der Heilige Geist, der auf sie herabkam, schenkte ihnen gegenseitiges Verstehen. In verschiedenen Sprachen priesen sie Gottes Wirken mitten in der Menge. Der Heilige Geist schenkt also gegenseitiges Verstehen und Akzeptanz. Er öffnet uns den Blick füreinander, wenn dem anderen etwas fehlt. Hier ist der Ort der gelebten Nächstenliebe, der Caritas. Der Heilige Geist schenkt uns den Blick der Liebe zum Nächsten, der ein Grundauftrag von lebendiger Kirche ist. Paulus erinnert uns in seinen Briefen immer wieder daran: „Seid demütig, friedfertig und geduldig, ertragt einander in Liebe, und bemüht euch die Einheit des Geistes zu wahren, durch den Frieden, der euch zusammenhält“ (Eph 4,2f).

 

3. Der Geist Gottes lässt uns immer neu aufbrechen: ‚Das Wesen der Kirche ist missionarisch.‘ Das betont das Zweite Vatikanische Konzil immer wieder. Jesus sagt den Jüngern nach seiner Auferstehung: „Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist!“ (Joh 20,21f) Der Heilige Geist ist also die Liebe des Vaters und seines Sohnes Jesus, der uns befähigt Neues zu wagen, sich von ihm senden zu lassen. Die Begegnung mit dem auferstandenen Jesus lässt die Jünger und Jüngerinnen neu aufbrechen, angetrieben durch das Wirken des Heiligen Geistes. Wir dürfen auch vertrauen, dass auch mit der neuen Struktur der Heilige Geist uns näher zu einer lebendigen Beziehung zum dreifaltigen Gott führt und auch uns auch als Gemeinschaft der Glaubenden zusammenführt und auch in einer missionarischen Weise aufbrechen lässt. Eine besondere Schule der Jüngerschaft sind Exerzitien und Wallfahrten.

So werde ich im Sommer vom 26.-31. Juli im Haus am Sonntagberg (NÖ) Wanderexerzitien und vom 18.-24. Oktober dort Exerzitien begleiten.

Vom 23.-28. August werde ich eine Wallfahrt nach Medjugorje begleiten, zu der ich herzlich einlade.

 

Ein gesegnetes Pfingstfest und eine tiefe Erfahrung mit dem Heiligen Geist wünscht euch

 

Pfarrer Karl Mittendorfer

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