KBW-Vortrag: Äthiopien - Das Dach der Welt
Gertraud Oberneder aus Breitenried erklärte am 19. September 2018 im Pfarrsaal Riedau den Zusehern und Zuhörern, warum Äthiopien als „das Dach Afrikas“ bezeichnet werden kann. Zunächst ist damit natürlich die geographische Höhe gemeint. Allerdings kann darunter auch die Formung durch eine sehr ehrwürdige Kultur verstanden werden. Schon im vierten Jahrhundert hat sich in diesem Land das Christentum als bestimmende gesellschaftliche Kraft im Volk verwurzelt.
Bei der äthiopischen Kirche handelt es sich um eine altorientalische Kirche (wie etwa die Kopten in Ägypten oder die armenische Kirche), die nicht mit den im römischen Reich entstandenen orthodoxen Kirchen verwechselt werden sollten.
Das zeigt sich eindeutig in der ganz anderen Bildsprache der religiösen Kunst: Die Darstellung biblischer Szenen ist nicht ikonenhaft streng, sondern naiv, aber nicht im negativen, sondern im positiven Sinn: Ganz im Denken und Fühlen des Volkes beheimatet. Als ganz urtümliche Kirche hat die äthiopische Kirche auch sehr viel von der jüdischen Tradition bewahrt.
Diese altorientalischen Kirchen sind, wie die orthodoxen Kirchen, in der Regel nicht mit dem Papst in Rom verbunden.
Etwa 30 Prozent der Bevölkerung sind Muslime. Das Zusammenleben der beiden Religionen gestaltet sich im Großen und Ganzen friedlich. Wer tief im eigenen Glauben verwurzelt ist, hat es nicht nötig, sich krampfhaft von „den Anderen“ abzugrenzen
Gertraud versteht es hervorragend, die Eigenart der in diesem Land lebenden Menschen darzustellen.
Wir dürfen uns bereits jetzt auf weitere Reiseberichte von ihr freuen.
Reinhart Daghofer