Sonntag 27. Mai 2018
Pfarre Diersbach
10 Juni - Vatertag

Kleindekmäler

Kleindekmäler

                            Bründlkapelle in Edenwiesen
Bründlkapelle in Edenwiesen
Ein Ausdruck der Volksfrömmigkeit sind die vielen Kapellen, Kreuzstöckl, Marterl und Wegkreuze im Gemeindegebiet. Manche Kapellen und Marterl sind zwar verschwunden, dafür wurden andere neu errichtet. Fast jedes dieser Kleindenkmäler hat seine eigene Geschichte. Eine genaue Beschreibung der Denkmäler und Schilderung ihrer Entstehungsgeschichte würde allerdings den Rahmen dieses Buches sprengen. Es wird daher hier nur ein kurzer Überblick gegeben 

 

Die „Bründlkapelle“ in Edenwiesen
 

Die interessanteste Geschichte hat wohl das „Bründl“ in Edenwiesen. Angeblich ist dort ein Blinder vom Quellwasser geheilt worden. Es wurde daher bei der Quelle östlich des Schnolzenbaches auf einer zum Maiergut in Edenwiesen gehörenden Wiese zu Ehren der Heiligen Maria eine Kapelle errichtet. Diese wurde schnell ein kleiner Wallfahrtsort, wo sich Leute im Vertrauen auf Mariens Hilfe die Augen mit Quellwasser wuschen. Vor allem am Maria-Heimsuchungstag wurde das Bründl fleißig besucht. Der Besitzer des Maiergutes in Edenwiesen, Lambert Mayer, dem in der Pfarrchronik nachgesagt wurde, nicht viel für die Kirche übrig zu haben, ließ aber die uralte Kapelle ersatzlos abreißen und verwendete das Material zum Bau eines Auszugshauses.

 

Nachdem 1930 die Familie Mayer das Maieranwesen in Edenwiesen verloren hatte, ließ 1935 der neue Besitzer Johann Parzer unter Mithilfe seines Bruders Josef Parzer vom Oberhörlbergergut in Bernolden und der Bewohner von Edenwiesen eine neue, hölzerne Kapelle errichten. Die Pläne lieferte dabei der damals in Wien tätige Künstler Franz Wirth; er hat auch das Kriegerdenkmal in Diersbach geschaffen. Anlässlich der Einweihung der neuen Kapelle am 7. Juli 1935 vermerkte Pfarrer Gottfried Auer in der Pfarrchronik: „Jahrtausende vielleicht fließt die Quelle schon, Leben und Segen spendend, durch Jahrhunderte vielleicht wölbte sich über ihrem Ursprung das Muttergottesheiligtum. Nun ist es wieder erstanden.“ Die Zeiten, dass noch Heilung Suchende zum Bründl pilgerten, waren allerdings vorüber. Inzwischen ist auch die Quelle versiegt, nachdem in den 1960er Jahren eine Planierraupe die oberhalb des Bründls gelegenen Tobel eingeebnet hat.
      Die neue Kapelle in Angsüß
Die neue Kapelle in Angsüß

 

Die Kapellen in Angsüß
 
Gleich zwei Dorfkapellen hat die Ortschaft Angsüß. Die ältere steht neben dem Pfudabach und wurde 1873 von den Besitzern des Mitterhausergutes Martin und Franziska Zauner errichtet; dementsprechend wird sie „Mitterhauser-Kapelle“ genannt. Um ihre Entstehung rankt sich folgende Geschichte: Martin Zauner hat unter anderem auch mit Getreide gehandelt. Bei einem dieser Getreidetransporte, bei dem er die Donau überqueren musste, wäre er mit seinem Pferdefuhrwerk fast verunglückt. In seiner Not tat er das Gelübde, eine Kapelle zu bauen. Da Zauner sich selbst, das Fuhrwerk und das Getreide schließlich doch noch glücklich über die Donau brachte, löste er sein Gelübde ein und errichtete eine Kapelle. Da er vor dem Wasser gerettet worden war, baute er die Kapelle ans Wasser, nämlich neben den Pfudabach.
 

Die zweite Dorfkapelle, die „Ebner-Kapelle“, wurde in den Jahren 1994/95 anlässlich der Jubiläumsfeier „1200 Jahre Angsüß“ von den Angsüßern gebaut, wobei Hauptinitiator und –financier Alois Schlöglmann sen. vom Ebnergut war. Als Standort wurde der ehemalige Hausgarten des Ebnergutes gewählt, da dort laut Dr. Alois Huber einst Mauerfundamente und diverse Kirchengerätschaften gefunden worden sind, welche zu einer Hauskapelle gehört haben dürften. Vermutlich handelte es sich dabei um die Reste einer Kapelle oder kleinen Eigenkirche, die zum Edelsitz der Angsüßer (Annensiezen, Angesiez) im 12. und 13. Jahrhundert gehört hat

 
         Mitterhauser - Kapelle in Angsüß
Mitterhauser - Kapelle in Angsüß

 

Weitere Kapellen
 
Zu den ältesten Kapellen zählt auch die Mayböck-Kapelle in Dobl. Der Beweis für  eine funktionierende Dorfgemeinschaft ist die Dorfkapelle in Antersham, die von den Bewohnern der Ortschaft gemeinsam erhalten wird. Bei der in den Jahren 1909/10 beim Maiergut in Niedernhub errichteten Hauskapelle handelt es sich um eine „Lourdes-Kapelle“. Beim Rageranwesen wurde 1914 eine Hauskapelle gebaut, das Waldeckergut in Schmidsedt legte sich in den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg eine Hauskapelle zu und die Fatima-Kapelle des Fixlbauern-Anwesens in Eden stammt aus dem Jahr 1951. Besonders interessant ist eine Hauskapelle beim Ritzingergut in Kalling, die in das Stallgebäude eingebaut und nur von der Straßenseite aus zugänglich ist.
 

Im Lauf der Zeit sind eine Reihe von Kapellen verschwunden, wie die Bauweber-Kapelle neben dem Schnolzenbach in Diersbach, die Schmiedbauern-Kapelle in Mitterndorf, die dem Heiligen Sebastian geweihte Zauner-Kapelle in Oberedt und die Bodenhofner-Kapelle in Herrnberg. Dafür sind aber wieder mehrere neue Kapellen entstanden, wie die Wimpässl-Kapelle in Oberedt (1985/86) und die bereits erwähnte Ebner-Kapelle in Angsüß. Das Bauerngut in Unterholzen hat als Ersatz für die „Hansbauern-Kapelle“, die bereits 1920 abgerissen wurde, in den Jahren 1991/92 eine neue Kapelle samt Glockenturm gebaut, wobei auch die Verwandtschaft ihr Scherflein beisteuerte. Eine beim Görbenanwesen in Mörstalling stehende Kapelle aus dem Jahr 1885 musste beim Hausneubau weichen, wurde aber 1988 durch eine neue Kapelle ersetzt.

 
      Dorfkapelle in Antersham
Dorfkapelle in Antersham
         Kapelle in Unterholzen
Kapelle in Unterholzen
Lourdes - Statue in der Kapell beim Maier in Niedernhub
Lourdes - Statue in der Kapell beim Maier in Niedernhub

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