Ratschen über den Dächern von Braunau
Das Bild gäbe eigentlich ein schwierig zu lösendes Rätsel auf - was befindet sich da wozu hoch oben am Kirchturm, dem "Braunauer Steffl"? Wenn da nicht schon die Überschrift gewesen wäre "Ratschen über den Dächern von Braunau"! Ja, auch heuer wieder fanden sich ca. 20 Erwachsene und ca. 40 Kinder und Jugendliche am Karfreitag und Karsamstag bei der Stadtpfarrkirche ein, um den alten Brauch des Ratschens vom Turm zu pflegen.
Die großen, zum Teil sehr schweren, Holzratschen werden vor acht Uhr früh an den beiden Tagen auf die zweite Galerie herausgeräumt, um dann jeweils zur vollen Stunde einige Minuten lang anstelle der Glocken zu hören sein. Man darf sich dabei schon etwas anstrengen, denn nach den Mühen des Aufstiegs muss man noch Armkraft beim Drehen der Holzkurbeln beweisen. Für viele Jugendliche - auch für die FirmkandidatInnen der Pfarrgemeinden Maria Königin und St. Stephan - ist das ein völlig neues Erlebnis, bei dem man - mit etwas Glück auch die schöne Aussicht ins Innviertel und nach Bayern genießen kann. Am Karsamstag nach dem "Mittags-Ratschen" werden die Ratschen wieder eingeräumt, wenn nötig gewartet oder repariert, um im nächsten Jahr wieder viele Menschen - Touristen und Einheimische - zu überraschen und zu erfreuen, wenn die Glocken kurz "einen Ausflug nach Rom" gemacht haben.