Widerstand damals und heute – von lokal und individuell bis kollektiv organisiert - Biografien, Bilder, Texte und Musik von widerständigen Menschen werden das heurige Gedenken prägen.
„Je mehr Bürger mit Zivilcourage ein Land hat, desto weniger Helden wird es einmal brauchen“ (Franka Magnani, italienische Journalistin, 1925-1996)
Menschen leisteten Widerstand in seinen unterschiedlichsten Formen und Ausfaltungen in der Zeit des Nationalsozialismus. Das zu tun war immer lebensgefährlich. Wir wollen uns an widerständige Menschen damals erinnern.
Die Nationalsozialisten verfolgten alle Menschen, die ihren rassistischen Kriterien nicht entsprachen oder sich offen gegen ihre Diktatur stellten. In den KZ Mauthausen und Gusen sowie den Außenlagern bezeichnete die Kategorie „Politische Häftlinge“ sehr unterschiedliche Personengruppen, von Menschen, die organisiert Widerstand leisteten bis zu Einzelnen, die ihr Missfallen über das NS-Regime offen zu äußern wagten, von KommunistInnen bis zu MonarchistInnen, von PartisanInnen bis hin zu Menschen, die wegen als widerständig eingestuften Handlungen ins Lager verschleppt wurden. Sie alle wurden mit dem „roten Winkel“ gekennzeichnet.
In der Zeit des Nationalsozialismus wurde zivilcouragiertes Handeln, das die eng gesetzten Grenzen des Systems überschritt, oft zu politischem Widerstand. Dessen Erscheinungsformen reichten von passiver Verweigerungshaltung über nicht konformes Verhalten im Alltag bis hin zu aktivem Auftreten gegen das Regime, Hilfeleistungen für Verfolgte, Sabotage und schließlich bewaffnetem Kampf.
Wir wollen aber auch eine Brücke zu den Widerständen im hier und heute schlagen, denn um menschenwürdige Verhältnisse auch heute zu schaffen, braucht es immer wieder das Einmischen mutiger Menschen. An unserer Menschlichkeit zeigt sich das Gesicht der Gesellschaft. Wie auch der KZ-Überlebende Aba Lewit formulierte: „Bedenkt, dass ihr Menschen seid. Das ist das Einzige. Seid menschlich“
Veranstaltet von: Plattform "Wider das Vergessen“, Mauthausenkomitee Ansfelden-Traun, Treffpunkt mensch & arbeit Nettingsdorf, ÖGB Linz-Land, Stadtgemeinde Ansfelden, NMS Ansfelden
„Was ist politischer Widerstand?“
Zu diesem Thema findet in Hinführung zum heurigen Gedenken am Donnerstag, 21.4.2022 um 18.30 Uhr eine Veranstaltung im Saal der AK Linz-Land in der Kremstalstraße 6 statt. In einem Podiumsgespräch mit Alexander Schinko (Jugendzentrum X-Treff), Sandra Promberger (Vorsitzende Frauenhaus Linz), Stefan Guggenberger (ÖGBOÖ) wird das Thema: Was ist Widerstand mit den TeilnehmerInnen diskutiert. Zugänge zu Widerstand, praktische Beispiele bis zu Widerstand im ganz normalen Alltag, all das soll an diesem Abend Platz haben.