Zustimmung erforderlich!Bitte akzeptieren Sie Cookies von "piwikpro" und laden Sie die Seite neu, um diesen Inhalt sehen zu können.
Seitenbereiche:
  • zum Inhalt [Alt+0]
  • zum Hauptmenü [Alt+1]

Hauptmenü schließen
  • Unsere Pfarrgemeinde
  • Pfarrleben
Hauptmenü ein-/ausblenden Startseite Suche ein-/ausblenden Barrierefreiheit-Einstellungen ein-/ausblenden
Pfarre Aigen im Mühlkreis
Pfarre Aigen im Mühlkreis
Barrierefreiheit Einstellungen
Schriftgröße
  • A: Schriftgröße: normal
  • A: Schriftgröße: groß
  • A: Schriftgröße: sehr groß
Kontrasteinstellungen
  • A: Standardfarben
  • A: Gelb auf Schwarz
  • A: Schwarz auf Gelb
  • A: Weiss auf Blau
  • A: Blau auf Weiss
Inhalt:

Predigt 22.3.2026

von Pfarrer Wolfgang

Liebe Schwestern u. Brüder!
Verschämt ein paar Tränen aus den Augenwinkeln wischen, das kann ich manchmal ehrfürchtig beobachten an Müttern bei der Taufe ihres ersten Kindes.

Frauen vergießen nach Forschungsergebnissen und Berechnungen 5-6mal soviel Tränen als Männer, die ihre Emotionen noch immer nicht so leicht zeigen können. Wenn ein Mann weint, dann ist es immer noch etwas Besonderes. Tränen sind nach den Worten von Rose Ausländer das Grundwasser der Seele. Da tritt etwas von innen heraus, was dort sonst ganz tief verborgen liegt. Und Dorothee Sölle schrieb ein Gedicht mit dem vielsagenden Titel: Gib mir die Gabe der Tränen. Denn es ist eine notwendige Gabe.
So weint auch Jesus ganz öffentlich, weil er innerlich tief erschüttert ist über den Tod seines Freundes Lazarus. Es geht ihm zu Herzen, er leidet, auch am Schmerz seiner Schwestern Marta und Maria, die so großes Vertrauen in ihn gesetzt hatten: Wenn du doch hier gewesen wärest! 
Weinen um einen geliebten Menschen, der einem viel zu früh entrissen wurde, gar um ein Kind, das einer heimtückischen Krankheit zum Opfer gefallen ist oder ganz unschuldig im Straßenverkehr. Weinen aus Liebeskummer oder wenn ein böses Wort uns verletzt hat. Tränen haben ein Recht und müssen geweint werden dürfen, auch von Männern, Vätern, Brüdern, Zeichen von Fähigkeit zur Empathie, zum Leiden und Mitleiden, auch sichtbar nach außen. Das fehlt gerade den Kriegstreibern, heute und zu allen Zeiten Das ist das eine.
Aber da ist noch etwas anderes, das uns heute begegnet in diesem Evangelium. Der Glaube, das Vertrauen, dass Gottes Wege nicht zu Ende sind, wo irdisch etwas unwiderruflich zu Ende gegangen ist. Das wird ja mit dem Sterben müssen am allerschmerzlichsten sichtbar.
Ganz drastisch und sinnenhaft tritt es uns entgegen in der Schilderung bei der Auferweckung des Lazarus, eine Zumutung. Martin Luther übersetzt es mit: Er stinkt schon. Johannes überliefert uns als einziger der Evangelisten diese Geschichte. Sie ist ein Hinweis auf die Grundlage unseres Glaubens, die zugleich die größte Herausforderung ist, dass einer von den Toten aufersteht Das kann man nicht glauben, dass es real so geschehen ist. Deshalb: Gott ist kein Zauberer., Die schon nach kurzer Zeit eintretende Verwesung ist unumkehrbar. Diesen Prozess kann auch Gott nicht überlisten.
Sondern diese Geschichte will uns stärken, es Gott zuzumuten, dass der irdische Tod für ihn keine Grenze ist, weil Er die unbedingte, absolute Liebe ist. Es muss also wohl eine andere Art des Lebens sein als jene, die wir im Hier und Jetzt erleben. Liebe sagt: Du wirst nicht sterben. Glaubst du das? fragt Jesus dessen Schwester Marta. Ja ich glaube! Das bekennen auch wir immer wieder. Wer sich an Gott festhält, der kann auch einen Verstorbenen gehen lassen. Buchstäblich loslassen, denn er lebt ja. Und so kannst auch du dich wieder dem Leben zuwenden. Das sagt ja nichts gegen die Trauer und den Schmerz über den Verlust, der natürlich ist und dauern darf, oft sehr lange. Aber mit dem Glauben an das Leben hinter der Mauer des Todes lädt uns Jesus ein, darin nicht stehen und stecken zu bleiben bei der Trauer, bei dem Vergangenen und Verlorenen, bei dem, was eben nicht mehr leibhaftig hier ist. Sondern er gibt uns Kraft, aufzustehen gegen jede Art von Tod, gegen Haltlosigkeit und Verzweiflung, gegen Zwang und Unfrieden, gegen alles, was das Leben einengt und bindet. Ins Leben zurückholen, jemand, der sich selbst schon aufgegeben hat oder aufgegeben worden ist. Aufstehen gegen jede Resignation, die sagt: Da kann man nichts machen. 
Vielleicht ist es uns gar nicht bewusst, dass wir täglich ja schon diesen Glauben an den Gott des Lebens bezeugen: Jeder Einsatz gegen Not und Elend, jede Stunde am Bett eines Schwerkranken und auch jeder Protest gegen Unrecht in welcher Form auch immer, auch jede Spende für Notleidende hier oder in der weiten Welt, ist ein Zeichen dafür. Wenn wir an ein Leben nach dem Tod glauben, dann muss es auch ein Leben vor dem Tod geben. Auch wenn wir den Tod, das Unrecht, den Krieg nicht ganz aus der Welt schaffen können, der Glaube macht Mut, dass nicht alles vergebens und verloren ist. Darin lassen wir uns heute wieder stärken. Amen.

zurück

nach oben springen
  • Kontakt
    • Impressum
    • Datenschutz
Pfarre Aigen im Mühlkreis


Hauptstraße 14
4160 Aigen-Schlägl
Telefon: 07281/6277
Mobil: 0676/8776-5004
Telefax: 07281/6277
pfarre.aigen@dioezese-linz.at
https://www.dioezese-linz.at/aigen

Außerhalb der Kanzleiöffnungszeiten nach Vereinbarung mit Pfarrer Wolfgang Groiss 07281/6277 od. 0676/8776 5004

Katholische Kirche in Oberösterreich
Diözese Linz

Herrenstraße 19
4020 Linz
Ihr Kontakt zur
Diözese Linz
anmelden
nach oben springen