Predigt 17.5.2026
So ähnlich mag es auch der ersten Christengemeinde, den Jüngern und den Frauen, der Familie von Jesus, gegangen sein. Nach dem Jesus fort ist, schließen sie sich ein ins Obergemach, an jenen Ort, wo sich der Abschied abgezeichnet hat. Die Feier des letzten Abendmahls mit dem Geheimnis seines Lebens, das Jesus ihnen mitgeben wollte. Zeigen, was Gott will und vorhat mit dieser Welt, mit den Menchen: dass sie ein gutes Leben haben miteinander. Sich hingeben, für andere da sein, den Blick nicht auf sich und sein eigenes Wohlergehen richten, sondern Brot sein und Trank, Leben möglich machen in Gemeinschaft. Und dabei erfahren, dadurch wird das Leben ganz, bekommt einen Sinn. Hingabe fordert heraus, ist nicht bequem im Alltag, in der Familie im Beruf. Da muss etwas ganz Wichtiges ganz oben stehen: Für die ersten Jünger war es das Versprechen. Ich bin mit und bei euch. Ich gebe euch Kraft. Ich schicke euch den guten Geist Gottes, der euch Mut gibt dazu. Und diese Zuversicht ist nicht mit einem Mal und für immer da. Zweifel an der Güte Gottes oder ob er überhaupt da ist. Hader mit dem Schicksal, Fragen, warum Gott das Böse in der Welt und oft auch im Menschen neben mir zulässt, der mir da Leben so schwer macht. Unverständnis: Wie kann man nur so grausam sein oder auch nur so gedankenlos, ohne die Folgen zu bedenken. Ich bin bei euch: Sich dessen vergewissern, das tun die Jünger, einander stärken, wenn sie miteinander beten, sich an Gott binden. Er hält mich, er hält uns, und so können wir auch einander halten. Darum ist und bleibt das gemeinsame Beten der Sonntag so wichtig. Auch wenn es nicht immer eine Messe ist und in Zukunft nicht immer und überall sein kann. Und zugleich auch das in Verbindung bleiben ganz persönlich mit Gott, mit Jesus als Gegenüber. So wie es Jesus vorbetet in seiner Nähe zum Vater im Himmel.
So auch mein Leben vor Gott hintragen: Nicht immer im Reden zu ihm, auch im Schweigen und Hinhören auf ihn. Es mit ihm befragen in Klausur gehen mit ihm sozusagen, jeden Tag, regelmäßig, damit wie unter Menchen, mit denen ich zusammenlebe, auch die Beziehung zu Ihm Bestand haben kann.