Thursday 21. November 2019

Das waren die „Reger-Reflexionen”!

Domorganist Wolfgang Kreuzhuber begeisterte am 28. Juli 2016 mit seinen „Reger-Reflexionen” beim zweiten Abendkonzert des Linzer Orgelsommers im Mariendom. Hineinschauen und hineinhören ist nun angesagt!

Max Reger, auf dem Balkon sitzend und nach draußen schauend (1911)

 

Im Jahr von Max Regers 100. Todestag wendete Wolfgang Kreuzhuber den Blick zurück und stellte genau am 266. Todestag von Johann Sebastian Bach die besondere künstlerische Beziehung zwischen den beiden Komponisten bewusst ins Zentrum des Konzerts.

 

Vielseitige Begegnung von Reger und Bach!

 

Am Anfang und Ende des Konzerts standen große Werke beider Komponisten – dazwischen wurde die Entwicklung von Bach zu Reger, von einer Improvisation unterbrochen, nachgezeichnet: Bachs Präludium und Fuge in h-Moll, BWV 544 und Regers Fantasie über den Choral „Wachet auf, ruft uns die Stimme“, op. 52/2 bildeten so den Rahmen dieses Konzerts.

 

Max Reger: Fantasie über den Choral „Wachet auf, ruft uns die Stimme“, op. 52/2 (Ausschnitt)

 

An das Eingangswerk aus Johann Sebastian Bachs Feder schlossen sich gleich Bachs Präludium und Fuge in b-Moll, BWV 867 aus dem „wohltemperierten Klavier“ in einer Bearbeitung von Max Reger an. Um einen bewussten Gegensatz zum harmonisch-kontrapunktisch angelegten Reger zu setzen, folgte eine bunte, rhythmusbetonte Improvisation. 

 

Anschließend stellte Kreuzhuber musikalische Kleinformen von Bach und Reger einander gegenüber: zwei Sätze aus Regers Orgelzyklus – die lyrische Melodia B-Dur, op. 129/4 und das kapriziöse, eigenwillige Intermezzo, op. 129/7 – als Kontrast zu Bachs edlen Kleinformen, den beiden Choralvorspielen über „Liebster Jesu, wir sind hier“, BWV 730 und 731.

 

Johann Sebastian Bach: Zwei Choralvorspiele über „Liebster Jesu, wir sind hier“, BWV 730 und 731

 

Am Ende stand eines von Regers bedeutendsten und schönsten Orgelwerken: seine Fantasie über den Choral „Wachet auf, ruft uns die Stimme“, die, wie Reger selbst schrieb „einen technisch ausgezeichneten Orgelspieler, einen geistvollen Interpreten u. eine sehr große, moderne Orgel“ fordert. Vor dem geistigen Auge der Zuhörer tauchten der Kirchhof, die Stimme des Engels und die Auferstehung der Toten auf. 

 

Und als Gute-Nacht-Gruß nach dem Applaus improvisierte Wolfgang Kreuzhuber noch spontan über das Lied „Guten Abend, gut Nacht“. 

 

AufREGERnd - traumhafte neue Welten der Orgelmusik!

 

Nach dem Konzert von vielen bereits erwartet, erklang für den Domorganisten noch einmal Applaus. Voll des Lobes für diesen „prächtigen Abend“ waren die Konzertbesucherinnen und Konzertbesucher. 

 

Manche haben durch das „berührende, nachdenkliche und wachrüttelnde“ Konzert „näher zu Reger gefunden“ und anderen haben sich neue Welten und Dimensionen der Orgelmusik geöffnet, so zeigte sich beispielsweise auch Domkapellmeister Josef Habringer begeistert: „Dass man so etwas spielen kann... unglaublich!

 

Lesen durfte man anschließend von diesem „traumhaften“ Konzert, das bereits mit der Eröffnung durch Bach „überwältigend und bis zum Höhepunkt am Ende des Konzertes spannend“ war. Oder wie es sich zusammenfassen lassen könnte: Auf REGER! Eine Hommage an REGER – richtig aufREGERnd! 

 

Domorganist Wolfgang Kreuzhuber
Fußarbeit ist gefragt!
Domorganist Wolfgang Kreuzhuber
Das Oberwerk will bedient sein.
Domorganist Wolfgang Kreuzhuber
Domorganist Wolfgang Kreuzhuber mit seinen Registranten Joachim Pierer und Cornelia Ilk
Die Registranten Cornelia Ilk und Joachim Pierer
Die Registranten haben viel zu tun...
Regers großes Werk - gewidmet seinem Freund Straube
Die ersten Gratulanten
Orgelreferent Siegfried Adlberger gratuliert.
Die nächsten Gratulanten
Heinrich Reknagel, Harald Pichler und Wolfgang Kreuzhuber
Organisten unter sich!
Martin Riccabona und Franziska Leuschner
Domorganist Kreuzhuber und Dompfarrer Strasser im Gespräch

 

Reflektieren und auf das Wichtige hinlenken!

 

Unter den ersten Gratulanten nach dem Konzert war auch Dompfarrer Maximilian Strasser, der sich bereits in seinen Begrüßungsworten über die Herkunft des Begriffes „Reflexion“ Gedanken gemacht hatte und darin verriet, was es mit dem Wort „reflecto“ auf sich habe.

 

Der Begriff bedeute einerseits „sich zurückbeugen, sich umdrehen“, sodass man – so Strasser – den Titel symbolisch verstehen könne und eine Rückwendung, einen Rückblick zu einem Großen der Orgelmusik vornehme. Und nicht zuletzt bedeute reflektieren, sich intensiv mit einer Sache zu beschäftigen, die Aufmerksamkeit auf etwas hinzulenken. 

 

Und so bedankte sich Dompfarrer Strasser bei Domorganist Wolfgang Kreuzhuber, dass er die Menschen nicht nur bei seinen Konzerten, sondern auch bei seinem sonntäglichen Orgelspiel auf das Wichtige hinlenkt und anleitet, sich damit intensiver zu befassen. 

 

Sechs Fragen, sechs Antworten!

 

Auch Wolfgang Kreuzhuber wurden – wie schon Franziska Leuschnersechs Fragen vor seinem Konzert gestellt. Darin verriet er, dass die Rudigierorgel in den 34 Jahren ihrer Zusammenarbeit zu seiner idealen musikalischen Partnerin geworden ist und was Improvisieren für ihn bedeutet. Wie lange seine Faszination für Reger bereits währt und warum er für Bach allumfassende Bewunderung empfindet, kann man auch nachlesen. Und erahnen Sie, was Bach wohl über Reger gesagt hätte? Wolfgang Kreuzhuber hat seine Idee verraten…
 

(sp)

Fotos
Schon entdeckt?

Rudigierorgel in Bild und Ton

 

„Pfeifenputzer” aus: „Frühlingszeit” (16.05.2012)

Mit freundlicher Genehmigung des ORF.

Klänge, die gen Himmel steigen

W. Kreuzhuber: Improvisation zu „Nun lobet Gott in hohem Thron”

 

W. Kreuzhuber: Variationen über das Lied „Lasst uns erfreuen herzlich sehr”

 

...ihr Klang vermag den Glanz der kirchlichen Zeremonien wunderbar zu steigern und die Herzen mächtig zu Gott und zum Himmel emporzuheben...

(SC6)

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