Eine neue Art der Kirchenmusik
Er kommt aus dem Jazz und hatte schon länger den Wunsch, in der größten Kirche Österreichs aufzutreten. Das Chorwerk „Stabat Mater“ passt dafür genau. „Bisher habe ich für Pro Mariendom vor allem mit Jazz-Formationen gespielt, aber noch nie im Dom“, sagt Martin Gasselsberger, Pianist und Komponist aus Gaspoltshofen.
Der Anstoß für eine neue Version des „Stabat Mater“ kam aus Mondsee – genauer gesagt von Gottfried Holzer-Graf, Leiter der Kantorei St. Michael Mondsee. In der Basilika Mondsee fand 2024 auch die Uraufführung statt. Gasselsberger komponierte das Chorwerk, der Text stammt von Martin Mucha. „Bei der Entstehung war der Autor immer neben mir am Flügel, was eher ungewöhnlich ist“, erzählt er.
Jazz und Lyrik
Zur Erklärung: „Stabat Mater“ ist ein mittelalterliches Gedicht über den Schmerz der Gottesmutter Maria, die ihren Sohn am Kreuz sterben sieht – zugleich geht es um Hoffnung auf Erlösung. „Wir haben daraus ein Dankeswerk an die Mütter gemacht.“
Auf zwei Ebenen bringen die Künstler das Werk in die Gegenwart: Einerseits durch den Text, der neben traditionellen lateinischen Passagen auch moderne deutsche Lyrik enthält. Andererseits verleihen Improvisationen der Komposition einen zeitgenössischen Klang. „Unsere Art, pop-jazzige Elemente mit traditionell komponierter Musik zu verbinden, ist einzigartig und kann eine neue Form sein, solche Werke darzubieten“, sagt Gasselsberger. Dirigent Holzer-Graf spricht sogar von „einer neuen Art Kirchenmusik“.
Achterbahn der Gefühle
Der Termin am 30. März ist bewusst gewählt. „Das Stück passt gut zur Karwoche. Durch die moderne Interpretation ist es aber auch für Menschen greifbar, die nicht so religiös sind“, sagt Gasselsberger. Viele große Komponisten haben sich bereits mit diesem Thema beschäftigt. „Unser Werk endet jedoch besonders positiv und hoffnungsvoll – nach einer Achterbahn der Gefühle und vielen fragilen Momenten mündet es in einen fröhlichen Abschluss.“
Es singt die Kantorei St. Michael Mondsee unter der Leitung von Gottfried Holzer-Graf. Martin Gasselsberger selbst sitzt am Klavier, Tim Collins – ein langjähriger musikalischer Weggefährte – spielt Vibraphon und Marimbaphon. „Ich wollte etwas Percussives, das gut in einen Kirchenraum passt. Deshalb war die Instrumentierung für mich schnell klar“, erklärt der Komponist, der hunderte Stunden an dem Werk gearbeitet hat.
Musik, die berührt
„Der Moment, wenn man das eigene Werk hört, ist durch nichts aufzuwiegen“, sagt Gasselsberger. Mit seiner Musik möchte er die Menschen berühren und Emotionen in viele Richtungen wecken. In seiner Komposition treffen unterschiedliche musikalische Stile aufeinander – man muss den Hintergrund des Werkes nicht unbedingt kennen.
„Am Ende werden die Zuhörerinnen und Zuhörer mit einem guten Gefühl und einer hoffnungsvollen Stimmung nach Hause entlassen. Gerade in Zeiten weltpolitischer Krisen ist das besonders wichtig.“
Alle Infos zum Konzert: Stabat Mater | Das Leben - ein Geschenk
Tickets für das Benefizkonzert für Pro Mariendom am 30. März 2026, 20 Uhr, gibt es hier: https://www.oeticket.com/event/stabat-mater-benefizkonzert-fuer-pro-mariendom-mariendom-linz-21317087/
Hier kann man sich schon einen Vorgeschmack holen: https://www.youtube.com/watch?v=LuVb3Evd7rQ&list=RDLuVb3Evd7rQ&start_radio=1&t=16s