Magische Musical-Momente vor dem Mariendom
Im Rahmen der Konzertreihe Klassik am Dom erklingen auch heuer wieder die schönsten Musical-Melodien. Das Programm hat Musicalstar und Produzent Mark Seibert zusammengestellt.
Interview: Claudia Riedler-Bittermann
Wie oft haben Sie schon vor oder im Mariendom in Linz gespielt?
Mark Seibert: Das Format „Musical am Dom“ präsentieren wir nun zum dritten Mal. Während der Corona-Zeit gab es zusätzlich ein Solokonzert, das ebenfalls Open-Air stattfand. Davon abgesehen spielte ich zur Weihnachtszeit ein Solokonzert gemeinsam mit meiner Frau Sabrina im Mariendom, das planen wir auch für heuer wieder.
Warum kommen Sie immer wieder nach Linz?
Mark Seibert: Es ist eine wunderschöne Kulisse. Vor allem beim Open-Air sind die Lichtspiele beeindruckend. Ein solcher Abend vor dem Dom mit einer schönen Bühne und toller Stimmung ist nicht nur für das Publikum, sondern auch für uns Künstler ein echtes Erlebnis. Zudem macht es mir wahnsinnig viel Spaß, dass ich den Abend und das Programm selbst gestalten darf.
Drinnen im Dom oder draußen auf dem Vorplatz – was liegt Ihnen mehr?
Mark Seibert: Das kann man so gar nicht sagen, ich nutze gerne die verschiedenen Jahreszeiten. Draußen ist die Fallhöhe natürlich größer, weil man extrem wetterabhängig ist. Wir hatten bisher aber immer Glück. Der Dom innen ist eine gigantische Kulisse, allerdings war es bei meinem Weihnachtskonzert wirklich sehr kalt. Klanglich ist der Dom auch für die Soundtechniker eine Herausforderung, aber er hat einfach eine ganz besondere Atmosphäre.
Wo trifft man Sie in Linz nach der Show?
Mark Seibert: Ich bin tatsächlich dafür bekannt, dass es bei mir keine Aftershow-Partys gibt. Das liegt sicher auch daran, dass ich Vater von zwei kleinen Kindern bin. Ich habe mir das Nachtleben abgewöhnt und war ohnehin schon immer eher ein Morgenmensch. Zudem muss man auf seine Stimme achten, auch wenn gegen ein Glas Wein nach dem Auftritt theoretisch nichts spricht. Ich gehöre aber definitiv zur Abteilung: Ab ins Hotel und morgens wieder früh raus!
Sie singen, kuratieren und produzieren gleichzeitig. Wie bekommt man das alles unter einen Hut?
Mark Seibert: Durch eine gute Einteilung. Vormittags sitze ich oft im Büro, plane und organisiere, und abends stehe ich dann beim Konzert auf der Bühne. Diese Mischung macht mir sehr viel Spaß und ist auch familienfreundlicher, weil ich die Büroarbeit erledigen kann, während die Kinder im Kindergarten sind.
Haben Sie unter den vielen Rollen, die Sie bereits verkörpert haben, ein Lieblingsmusical?
Mark Seibert: Das ist schwer zu sagen. Meilensteine in meiner Karriere waren aber sicher Musicals wie „Elisabeth“ oder „Tanz der Vampire“. Ich habe so viele verschiedene Shows gespielt, die allesamt Spaß gemacht haben – von „The Greatest Showman“ über „Phantom der Oper“ und „West Side Story“ bis hin zu „Les Misérables“.
Das Genre Musical wird manchmal als oberflächlich belächelt. Was entgegnen Sie dieser Kritik?
Mark Seibert: Das Musical ist ein sehr beliebtes Genre und die Nachfrage ist groß. Die Kritiker haben oft selbst am wenigsten gesehen. Wenn man offen ist, kann man an einer Oper genauso viel Spaß haben wie an einem Musical oder einer Operette. Es ist ein sehr weites Feld. Natürlich gibt es oberflächliches Entertainment, aber ich kenne auch viele Stücke mit Tiefgang. Letztes Jahr habe ich beispielsweise das Ein-Personen-Stück „Ein wenig Farbe“ gespielt, das sich sehr ernsthaft mit dem Thema Transgender auseinandersetzt. Das war sowohl für mich als Schauspieler als auch für das Publikum sehr anspruchsvoll.
Was erwartet die Besucherinnen und Besucher am 10. Juli auf dem Domplatz in Linz?
Mark Seibert: Eine musikalische Reise durch verschiedenste Musical-Genres. Wir bieten einen Mix aus den großen Melodien und unbekannteren Stücken, um auch den Horizont des Publikums zu erweitern. Präsentiert wird das Ganze von acht namhaften Sängerinnen und Sängern und einer großartigen Live-Band. Es ist als Gala-Konzert konzipiert, also ohne roten Faden oder Kostüme, wobei jedes Lied für sich eine kleine Geschichte erzählt.
Können Sie uns schon verraten, was Sie persönlich singen werden?
Mark Seibert: Ich werde unter anderem eine große Nummer aus „Jekyll & Hyde“ und etwas aus dem Film „Beauty and the Beast“ singen. Zudem gibt es gemeinsame Nummern mit den Kollegen, zum Beispiel aus „The Greatest Showman“. Ein besonderes Merkmal ist, dass wir zum großen Teil die Original-Solisten aus den jeweiligen Shows dabeihaben. Das macht einen gewaltigen Unterschied, wenn jemand die Rolle schon über Jahre hinweg gespielt hat.
Für wen ist die Show am Domplatz besonders geeignet?
Mark Seibert: Natürlich für alle Musical-Begeisterten, aber auch für Leute, die bisher noch nicht so viele Berührungspunkte mit dem Genre hatten. Ein solcher Konzertabend mit Liedern aus etwa 20 verschiedenen Musicals ist vielleicht der ideale Start, um Lust auf mehr zu bekommen.
Tipp:
Tickets für „Musical am Dom“ am 10. Juli gibt es im Domcenter am Domplatz sowie online auf www.klassikamdom.at.