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Mo. 21.09.26

„Dommusik ist seit 25 Jahren ein Fixpunkt in meinem Leben“

Konzertmeisterin Ute Gillesberger

Ute Gillesberger ist Konzertmeisterin im Domorchester und spielt die erste Geige.

Ute Gillesberger ist seit rund einem Jahr Konzertmeisterin im Domorchester – sie hat diese Aufgabe von Johannes Sonnberger übernommen.

 

Sie sitzt – aus Sicht des Publikums – vorne links, unmittelbar neben dem Kapellmeister. Dort spielt sie nicht nur erste Geige, sondern übernimmt auch die musikalische Führung: Sie setzt Impulse, gibt Einsätze und trägt die Interpretation des Dirigenten ins Orchester weiter – ganz ohne Worte. „Ich führe mit meinem Instrument und die anderen fühlen das mit“, erklärt die Konzertmeisterin.

Die 46-Jährige spielt bereits seit 25 Jahren im Domorchester, seit ihrer Studienzeit an der Anton-Bruckner- Privatuniversität. Damals lernte sie auch ihren Mann Dominik kennen, der ebenfalls im Domorchester spielt. Die zweite Geige.

 

Musikalisches Talent

Mit sieben Jahren begann die gebürtige Hausruckviertlerin Violine zu spielen. Zuvor probierte sie Melodika und Blockflöte aus. „Ich war die Einzige in der Familie, die musiziert hat“, erzählt sie. Ihre Flötenlehrerin ermutigte sie zur Geige, weil sie ihr Talent erkannte. Nach dem Musikgymnasium in Linz studierte Gillesberger Konzertfach Violine und Pädagogik. Mit 21 Jahren unterrichtete sie bereits im Landesmusikschulwerk und ist heute an der Musikschule Leonding tätig.

Um Konzertmeisterin zu werden, braucht es vor allem Erfahrung. Gillesberger spielt manchmal im Brucknerorchester, außerdem bei Sonare Linz, in der Hausruck-Philharmonie und bei Sancta Caecilia Steyr – war dort teilweise ebenfalls Konzertmeisterin. „Ich übernehme gern Verantwortung. Das ist für diese Aufgabe wichtig.“ Mit dem Kapellmeister steht sie auch außerhalb der Proben im Austausch: Es geht um Feedback nach Konzerten und um neue musikalische Ideen.

 

Zusammenspiel mit dem Chor

Ihr erster Einsatz als Konzertmeisterin im Domorchester war beim Mozart Requiem im November, nachdem Johannes Sonnberger diese Aufgabe abgegeben und sie vorgeschlagen hatte. „Ich habe mich sehr gefreut“, sagt Gillesberger. „Dommusik ist seit 25 Jahren Fixpunkt in meinem Leben.“ Sie schätzt den hohen Stellenwert der Kirchenmusik im Dom und dass Hochämter wie Weihnachten, Ostern oder Maria Empfängnis musikalisch gestaltet werden. Oft werde erst kurz vorher gemeinsam geprobt, „aber da wir lauter Profis sind, funktioniert das sehr gut“. Und wer an diesen Festtagen in den Gottesdienst komme, erlebe automatisch ein Konzert mit.

 

Im Dom verwurzelt

Auch wenn es im Dom manchmal sehr kalt ist und die Akustik anspruchsvoll sein kann, ist für Ute Gillesberger der Klangraum vertraut. „Die Atmosphäre ist einfach angenehm. Ich fühle mich hier sehr verwurzelt.“

Mittlerweile spielen auch ihre beiden Töchter Ida und Nora im Domorchester – Violine und Cello. „Manchmal musizieren wir auch alle gemeinsam zu Hause“, sagt Gillesberger. „Aber eher selten. Ich habe in der Musikschule den ganzen Tag die Geige in der Hand und höre viel Musik. Deshalb genieße ich zu Hause auch die Stille und gehe gern in die Natur.“

Ihre Lieblingsmesse ist übrigens die Schubert G-Dur-Messe. „Ich mag Schubert, die Schlichtheit der Musik, wenn nur Streicher spielen. Das geht mir unter die Haut.“

 

Übrigens: Die Dommusik gestaltet an Sonn- und Feiertagen die Gottesdienste um 10.00 Uhr mit einem besonderen Programm. Nähere Infos auf www.dioezese-linz.at/dommusik

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