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Mo. 17.08.26

Wem gehört eigentlich der Mariendom?

Hans M. Aigner, Vorsitzender der Bischof-Rudigier-Stiftung

Im Gespräch mit Hans M. Aigner, Vorsitzender der Bischof-Rudigier-Stiftung

Seit rund einem Jahr steht Hans Matthias Aigner an der Spitze des Kollegiums der Bischof-Rudigier-Stiftung. Ein Ehrenamt. Doch was macht diese Stiftung eigentlich?

 

„Sie ist Eigentümerin des Linzer Mariendoms und einiger umliegender Häuser“, erklärt Aigner. „Damit trägt sie vor allem Sorge für die Erhaltung und die würdige Ausstattung des Doms.“ Im Kern gehe es um die Finanzierung, sagt er – und doch um mehr: „Wir möchten den Dom noch stärker ins Blickfeld rücken. Er ist nicht nur Gotteshaus, sondern auch Wahrzeichen, touristischer Anziehungspunkt und Veranstaltungsort.“

 

Das Kollegium der Bischof-Rudigier-Stiftung kann man sich wie einen Aufsichtsrat vorstellen. Ihm gehören elf Personen an, darunter Bischof Manfred Scheuer, Mitglieder des Domkapitels, der Ökonom der Diözese sowie Frauen und Männer des öffentlichen Lebens.

 

Die operativen Geschäfte der Stiftung liegen in den Händen von Dommeister Clemens Pichler. Mit seinem Team sorgt er für den laufenden Betrieb rund um den Mariendom. Auch die Dombauhütte mit ihren fünf Steinmetzen sowie der Dombaumeister arbeiten im Auftrag der Stiftung und tragen wesentlich zur Erhaltung des Bauwerks bei.

 

Grabesritter und Pfarrgemeinderat

Hans Matthias Aigner wurde wie alle Vorsitzenden vom Bischof bestellt. Der Jurist war beruflich unter anderem für die Industriellenvereinigung und im Verfassungsdienst des Landes Oberösterreich tätig, seit fünf Jahren ist er pensioniert. In seiner Heimatpfarre Linz-St. Margarethen engagiert er sich seit vielen Jahren, bis ins Vorjahr war er dort Mitglied des Finanzausschusses.

 

Seit 2011 ist Aigner zudem Grabesritter des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem, der sich für die Christen im Heiligen Land einsetzt. In der Linzer Komturei hatte er lange Zeit eine leitende Funktion. „In dieser Zeit kam ich viel mit diözesanen Entscheidungsträgern in Kontakt – so entstand auch die Verbindung zur Stiftung“, erzählt er.

 

Auf Spenden gebaut

Die Bischof-Rudigier-Stiftung selbst wurde 1985 gegründet. Sie ist eine Einrichtung nach kirchlichem Recht und staatlich anerkannt. Das Eigentum am Dom übernahm sie vom Dombauverein, der bereits vor Baubeginn des Mariendoms von Bischof Rudigier ins Leben gerufen worden war. Dahinter stand ein klarer Gedanke: Der Dom sollte aus Spenden der gläubigen Bevölkerung entstehen.

 

Im Jahr 2019 wurde anlässlich der Turmsanierung zusätzlich der Beirat „Pro Mariendom“ gegründet, der seit 2025 mit dem Dombauverein zusammengeführt ist. Den Vorsitz hat der ehemalige Landeshauptmann Josef Pühringer inne.

 

Neuer Taufraum, restaurierte Glasfenster

Als Vorsitzender leitet Aigner die Sitzungen des Kollegiums. Seine Rolle sieht er dabei vor allem darin, ausgleichend zu wirken: „Oft geht es darum, Kompromisse zu finden, damit tragfähige Beschlüsse zustandekommen.“

 

Pro Jahr sind mehrere Millionen Euro notwendig, um ein Bauwerk dieser Größe zu erhalten. Die Mittel stammen aus Förderungen von Bund, Land und Stadt sowie aus Spenden. „Derzeit wird ein Aussprache- und Taufraum in der Turmkapelle West geplant“, berichtet Aigner. „Die Restaurierung der Glasfenster läuft bereits seit Jahren und soll bis 2030 abgeschlossen sein.“

 

Den Dom bewusst entdecken

Seine erste bewusste Begegnung mit dem Mariendom hatte Hans Matthias Aigner 1968. Ein Musikprofessor des Akademischen Gymnasiums organisierte damals einen Lehrausflug zur Baustelle der Rudigier-Orgel. „Er hat uns die Orgel aus nächster Nähe gezeigt – das war extrem eindrucksvoll“, erinnert sich Aigner. Wenig später war er auch bei der Orgelweihe am 8. Dezember 1968. Als Grabesritter ist er bis heute bei großen Bischofsmessen dabei, vor allem am Karfreitag, zu Fronleichnam und zum Patrozinium am 8. Dezember.

 

Seit einem Jahr beschäftigt sich Hans Matthias Aigner nun besonders intensiv mit dem Mariendom und hat festgestellt: „Zuerst ist man beeindruckt von der Größe, der Höhe und der Stimmung im Dom. Aber dann muss man ihn sich erarbeiten. Es gibt so viel zu entdecken, wenn man auf die Details achtet.“ Deshalb seine Empfehlung: „Schauen Sie sich die kunstvollen Fenster und andere Schätze des Doms auf dem Bildschirm an. Durch die Digitalisierung werden diese in außergewöhnlicher Klarheit sichtbar.“

 

Hier geht’s zur digitalen Sammlung: https://mariendom.cantat.com/brs/collections

 

 

 

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Mariendom Linz


Domplatz 1
4020 Linz
Telefon: 0732/946100
domcenter@dioezese-linz.at
https://www.mariendom.at

Öffnungszeiten des Mariendoms

Montag bis Samstag: 8.00 bis 19.00 Uhr 

Sonn- und Feiertage: 8.00 bis 19.15 Uhr 

 

Besichtigungen sind während der Gottesdienste und Veranstaltungen nicht möglich

Katholische Kirche in Oberösterreich
Diözese Linz

Herrenstraße 19
4020 Linz
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