Thursday 24. October 2019

Erlebnis Rudigierorgel

4. Mai 2016

Zu einem Erlebnis besonderer Art lud Wolfgang Kreuzhuber am 4. Mai 2016 ein: mit „Erlebnis Rudigierorgel” ermöglichte er den Teilnehmenden, ihre eigenen Stücke an dieser besonderen Orgel auszuprobieren.

Ein Erlebnis besonderer Art...

 

Nach einer kurzen geschichtlichen und klanglichen Vorstellung der Rudigierorgel durch Domorganist und Direktor des Konservatoriums für Kirchenmusik der Diözese Linz Wolfgang Kreuzhuber war's schon so weit: die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Workshops konnten ihre eigenen Stücke an dieser großen Orgel ausprobieren. Zu hören gab's da verschiedenstes: von Bach bis Tumbling, von Lübeck bis Reger, von Buxtehude bis Mendelssohn. Das Improvisieren nicht zu vergessen.

 

 

Durch die Vielfalt an Werken konnte man durch Kreuzhubers verbindende Worte auch Interessantes zur Orgelliteraturgeschichte erfahren. Außerdem gab's Tipps und Tricks zum Registrieren und zum Realisieren verschiedener Werke. Oder man sprach über das Reagieren auf den Raum, das für Organistinnen und Organisten von besonderer Bedeutung ist – hier mussten sich die Teilnehmenden auch erst mal auf den großen Raum einstellen. Und man konnte auch entdecken, welche Charakteristika Bach von einer Orgel forderte: die Rudigierorgel hat davon nämlich einige zu bieten. Stichworte sind da zum Beispiel Gravität (Zungenstimmen 16' im Hauptwerk, 32' im Pedal), eine gute Windversorgung und schöne Aliquotregister.

 

Das viele Wissen und die Hintergrundinformationen allein waren's jedoch nicht: es war wohl die Wahrnehmung dieser Orgel mit allen Sinnen, die die Teilnehmenden zum Schwärmen brachte. Und nicht zu vergessen, dass es auch immer wieder einiges zum Schmunzeln gab...

 

Bonmots, Anekdoten und vieles mehr...

 

Gespickt mit Bonmots und Anekdoten rund um verschiedene Persönlichkeiten – zu Organisten, Komponisten, Orgelbauern und Organologen – gestaltete Wolfgang Kreuzhuber den Tag nämlich auch sehr heiter und humorvoll. Da konnte man erfahren, dass man im Dom für Reger drei Registranten benötigt. Oder dass im Mariendom ohne Zimbelstern nicht Weihnachten werden kann und Organisten ihr Leben riskieren, wenn der zu Weihnachten nicht erklingt. Und man weiß nach dieser Veranstaltung nun auch, dass im Dom alles Handarbeit ist – da gibt's keine Setzer. Oder dass der gute, alte Bach für die Martin-Luther-Kirche sicher einen 32' im Pedal geplant hätte.

 

Erzählt wurde auch von Gaston Litaize, der die Rudigierorgel als eine der schönsten Orgeln der Welt bezeichnet hat, und trotz seiner Blindheit innerhalb kürzester Zeit wusste, wo die jeweiligen Register zu finden sind. Und dann verriet Kreuzhuber auch noch von seinem mulmigen Gefühl bei dem Besuch Olivier Messiaens 1991 im Dom, bei dem dieser ihm bei seiner Improvisation zum Auszug zugehört hatte...

 

Auch Heinz Reknagel, wie Kreuzhuber ebenfalls am Mariendom als Organist tätig, wusste einige Anekdoten beizusteuern, ob zur Entstehungsgeschichte von Bruckners „Perger Präludium oder zum französischen Komponisten Lefébure-Wély. Diese verraten wir hier sogar: wenn Lefébure-Wély an der Orgel gespielt hat, soll es stets einen Stau mit den Kutschen vor der Kirche gegeben haben – worauf der dortige Bischof kommentiert haben soll: „Am Weihnachtstag darf er dort nicht spielen, sonst kommen alle nur wegen der Orgelmusik... und nicht wegen der Predigt! – Ob es vor dem Linzer Mariendom während „Erlebnis Rudigierorgel auch zu einem Stau kam, bleibt leider ungewiss...

 

„Der Höhepunkt meines Organistenlebens...”

 

Das große Strahlen manches Organisten und die stille Freude mancher Organistin, nachdem das eigene Stück auf der Rudigierorgel ausprobiert werden konnte, waren nicht zu übersehen.

 

Wolfgang Kreuzhuber beim Vorstellen der Rudigierorgel.
Die spanischen Trompeten...
Gleich geht's los... die erste wagt sich an die Orgel!
"Erlebnis Rudigierorgel" macht einfach Spaß!

Mehr Bilder gibt es in der Bildergalerie zum Workshop...

 

Und nach dem Tag vernahm man – trotz eisiger Kälte – nur Worte des Lobes. Von der tollen Gelegenheit, einmal im Leben auf so einem genialen Instrument spielen zu dürfen über das Kompliment für die gute Betreuung und die „umgängliche Orgel, die es einem auch leicht gemacht hat, bis hin zum beeindruckenden Hörgenuss für alle reichte da die Bandbreite. Die Studierenden des Kons Linz durften sich zusätzlich noch von ihren Lehrenden Michaela Aigner und Heinrich Reknagel an der Rudigierorgel beim Registrieren umsorgt” wissen.

Von einer Kons-Studentin wurde dann auch der Vorschlag gemacht, diese Veranstaltung doch in den Lehrplan zu integrieren. Und eine andere Teilnehmerin erklärte gar: „Das war der Höhepunkt in meinem Organistenleben...” 

 

Mehr Bilder gibt es in der Bildergalerie zum Workshop...

 

(sp)

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