Kirchenmusik ist ...

Kirchenmusik ist für mich ...
... ein ganzheitliches gesellschaftliches Erlebnis von Kindheit an. Als fleißige Gottesdienstbesucherin konnte ich früh feststellen, dass ein Gottesdienst nur halb so schön war, wenn nur wenige Lieder gesungen wurden oder gar der Organist fehlte und keine Musik zu hören war. Unter die Haut ging mir, als ich das erste Mal zu Weihnachten beim „Transeamus“, das der Kirchenchor Lasberg sang, dem Männersolo lauschen konnte und selber ins Gloria der Frauen - fast wollte ich sagen „des Engelchores“ – einstimmen durfte. Den Streichern, Bläsern und dem Organisten zuzusehen, wie sie engagiert die Angaben des Dirigenten umzusetzen versuchten, war ebenso mitreißend. Die biblische Weihnachtsbotschaft wurde für mich lebendig und auf ganz neue Weise begreifbar. Seit meinem ersten gesungenen Transeamus sind mehr als dreißig Jahre vergangen und mit dem Händel-Halleluja konnte ich mehrmals das Osterevangelium sozusagen von innen her verschmecken, wie es Ignatius von Loyola möglicherweise ausdrücken würde.
Was ich damals erlebte, gilt für mich bis heute. Kirchenmusik, egal ob selber dargebracht oder nur genossen – hat für mich die wichtige Aufgabe, die liturgischen Vollzüge ganzheitlich zu begleiten und damit zur Verkündigung der biblischen Botschaft beizutragen. Gott wurde in Jesus ganz Mensch und will in allen Lebenslagen und durch das Kirchenjahr hindurch leibhaftig und heilsam erfahren werden. Es ist schön, dass ich dazu meinen Beitrag leisten kann.
Martina Winklehner studiert am Konservatorium für Kirchenmusik der Diözese Linz C-Kirchenmusik. Die Salvatorianerin ist als Kantorin in der Dompfarre Linz tätig und organisiert und gestaltet musikalisch Proben und ordenseigene Gottesdienste an Festtagen.
