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Do. 05.03.20

Chorleiten ist ...

HINEINSPÜREN am Donnerstag der ersten Woche der Fastenzeit

Claudia Haubner über die Faszination Chorleiten – die für sie schönste Art und Weise des Musizierens.

Claudia Haubner

 

Chorleiten ist für mich…
 
… die schönste Art und Weise des Musizierens. Ich mache Musik, ohne dass ich selbst einen Ton singe oder ein Instrument spiele. Das ist eigentlich schon sehr beeindruckend. 


Das Leiten eines Chores hat für mich zwei Seiten:

Einerseits kann ich die Literatur selbst aussuchen, habe hoffentlich genug Probenzeit und wenn ich gut gearbeitet habe, werde ich mit einer tollen Aufführung belohnt. 
Andererseits habe ich aber auch eine große Verantwortung gegenüber meinen Sängerinnen und Sängern: Der Schwierigkeitsgrad der Literatur muss an den Chor angepasst sein – ich soll meinen Chor fordern, aber nicht überfordern. Oft braucht es zu Beginn der Proben viel Überzeugungsarbeit, dass ein Stück auch wirklich schön ist – auch wenn es noch nicht so klingt. Es gibt Abende, da habe ich mir einen straffen Zeitplan zurechtgelegt und merke dann, dass es gar nicht läuft. Aber es gibt auch den umgekehrten Fall, dass schwierige Stellen besonders schnell gelernt werden. Der Chor ist ein soziales Gefüge und da gilt es auch Rücksicht darauf zu nehmen. Jede Probe ist anders und daher eine neue Herausforderung. Eines ist daher ganz sicher: Es wird ganz bestimmt nicht langweilig!


Die größte Herausforderung ist aber, dass man eigentlich mehrere Funktionen in einer Person vereint: Ich bin der musikalische „Chef“, ein bisschen „Mama“, ein bisschen „Psychologe“ und hoffentlich ein gutes sängerisches Vorbild in Sachen Stimmbildung und Stimmhygiene.


Es ist viel Arbeit, einen Chor gut zu leiten. Man durchlebt in zwei Stunden oft viele Emotionen (von Ärger, Ratlosigkeit bis Staunen und Freude ist alles dabei) und dennoch sind es die vielen schönen Momente, die mich in meiner Funktion als Chorleiterin mit Freude und Dankbarkeit erfüllen:
Eine gut gelungene Probe, in der auch das Lachen und der Spaß nicht zu kurz kommen; Klang zu formen und am Klang zu feilen; die zuversichtliche Stimmung im Chor, wenn die Probenarbeit zu „wirken“ beginnt; das Vertrauen, das der Chor mir entgegenbringt, er sich auf mich verlässt (und ich mich auch auf ihn); ein begeistertes Publikum und das Allerwichtigste – die Freude und das stolze Lächeln meiner Sängerinnen und Sänger nach einer gelungenen Aufführung!

 

Claudia Haubner studiert am Konservatorium für Kirchenmusik der Diözese Linz B-Kirchenmusik und ist Chorleiterin des Kirchenchores Chorismas in der Pfarre Freistadt. Daneben ist sie in ihrer Pfarre auch als Kantorin tätig. 

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