Dienstag 21. August 2018

Beethovens Messe in C

29. April 2018

Bei einer Festmesse im Linzer Mariendom zur Feier des Domweihgedenkens, das sich zum 94. Mal jährte, erklang am 29. April 2018 Beethovens Messe in C.

Die Messe zum Domweihgedenken am 29. April 2018 im Linzer Mariendom stand musikalisch ganz im Zeichen von Ludwig van Beethoven (1770-1827). Domkapellmeister Josef Habringer musizierte mit dem Linzer Domchor, dem Chor des Konservatoriums für Kirchenmusik der Diözese Linz (einstudiert von Andreas Peterl) sowie dem Linzer Domorchester die Messe in C, op. 86.

 

Als Solisten agierten Ursula Langmayr (Sopran), Christa Ratzenböck (Alt), Harald Pichler (Tenor) und Manfred Mitterbauer (Bass).

 

Domorganist Wolfgang Kreuzhuber spielte Continuo an der Chororgel, sorgte von dort außerdem für die Begleitung des Gemeindegesangs und improvisierte zum Auszug noch eine virtuose Toccata an der Rudigierorgel. 

 

Messe zum Domweihgedenken 2018

 

Predigtgedanken

 

Zelebriert wurde die Messe zum Domweihgedenken von Dompfarrer Maximilian Strasser, der sich in seiner Predigt auf das Sonntagsevangelium (Joh 15,1-8) bezog.

 

Evangelium (Joh 15,1-8)

Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes

 

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:

Ich bin der wahre Weinstock, und mein Vater ist der Winzer.

Jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, schneidet er ab, und jede Rebe, die Frucht bringt, reinigt er, damit sie mehr Frucht bringt.

Ihr seid schon rein durch das Wort, das ich zu euch gesagt habe.

Bleibt in mir, dann bleibe ich in euch. Wie die Rebe aus sich keine Frucht bringen kann, sondern nur, wenn sie am Weinstock bleibt, so könnt auch ihr keine Frucht bringen, wenn ihr nicht in mir bleibt.

Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen.

Wer nicht in mir bleibt, wird wie die Rebe weggeworfen, und er verdorrt. Man sammelt die Reben, wirft sie ins Feuer, und sie verbrennen.

Wenn ihr in mir bleibt und wenn meine Worte in euch bleiben, dann bittet um alles, was ihr wollt: Ihr werdet es erhalten.

Mein Vater wird dadurch verherrlicht, dass ihr reiche Frucht bringt und meine Jünger werdet.

 

Strasser wies darauf hin, dass das Geheimnis der Kirche in Bildern liege – dieses Bild von Weinstock, Rebe und Winzer sei darum eine wunderbare Analogie zur Kirche.

 

Mit seinem Bild aus dem Alltag mache Jesus in diesem Gleichnis Zusammenhänge deutlich: Er erkläre, wie die Winzer, Weinstock, Rebzweige untrennbar zusammengehören. Gott, der Winzer, habe seinen Sohn durch dessen Menschwerdung als einzigartigen Weinstock in die Welt gepflanzt. Und Jesus als Weinstock trage wiederum die Reben, die aus ihm leben, blühen und Frucht bringen. Dies können sie aber nur, wenn sie in Verbindung mit dem Weinstock, mit Christus stehen.

 

Beethoven-Messe

 

Ludwig van Beethoven erhielt von dem musikliebenden Fürst Nikolaus II. von Esterházy (1765-1833) den Auftrag, für den Namenstag von dessen Frau Fürstin Maria Josepha Hermenegild von Liechtenstein am 8. September 1807 eine Festmesse zu komponieren. Die Messe in C, op. 86, wurde am 13. September 1807 in der Eisenstädter Bergkirche uraufgeführt, fiel aber leider durch, sodass Esterházy an Gräfin Zielinska schrieb, wie „unerträglich lächerlich und hässlich“ Beethovens Messe sei. Erst verschiedene Aufführungen ab 1811 sorgten für einen Erfolg der Komposition und ließen den Komponisten „auch in diesem Gebiete als ein Stern erster Grösse“ glänzen, wie die „Allgemeine musikalische Zeitung“ 1815 schrieb.

 

Carl Schloesser: Ludwig van Beethoven beim Arbeiten, etwa 1811 (Link zum Bild: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Beethovenhome.JPG?uselang=de).

 

Heute gilt die Messe in C mit ihrer subjektiv-bekenntnishaften Tonsprache als modernes und zukunftsweisendes Werk, das für die Weiterentwicklung der Messkompositionen im 19. Jahrhundert bedeutsame Impulse gegeben und neue Maßstäbe gesetzt hat. Sie steht für Bekenntnisfreude, entschiedene Stimmungswechsel, ein ausgeprägtes Wort-Ton-Verhältnis sowie deutliche Inhaltsnuancen und ist gekennzeichnet durch ausgeprägte Dynamik, Dramatik, Farbe und Kontrast.

 

Weitere Informationen zur Messe – von der Entstehung und Uraufführung über Charakter und Stil bis hin zu Rezeption und Publikation des Werkes – stehen im Fokus des Artikels „Lieber Beethoven, was haben Sie denn da wieder gemacht?“.

 

Quellenangabe:

Allgemeine musikalische Zeitung Nr. 46 (15. November 1815). S. 776.

Esterházy, Fürst Nikolaus (1807): Brief an Gräfin Henriette Zielinska. Zit. nach: Harich, Johann: „Beethoven in Eisenstadt“. In: Burgenländische Heimatblätter 21 (1959). S. 179.

 

(sp)

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