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Sa. 23.12.17

W wie...

Willkommen sein

Orgellehrer Gustav Auzinger mit Gedanken zum Choral „Vom Himmel hoch, da komm ich her“ – und eine Choralbearbeitung dieses Weihnachtsliedes gibt's auch zum Anhören...

Nachthimmel mit Sternschnuppe

 

Johann Pachelbel: Choralbearbeitung: „Vom Himmel hoch, da komm ich her”
Aus: Orgellandschaft Oberösterreich IV. Die Orgeln der Pfarrkirche St. Leonhard bei Freistadt und der Pfarrkirche Münzbach bei Perg. Gustav Auzinger spielt Werke von Albrechtsberger, Brixi, Fischer, Grünberger, Lucchesi, Monn, Muffat, Pachelbel, Speth und Vanhal. Studio Weinberg 2000. (Mit freundlicher Genehmigung von Gustav Auzinger, künstlerischer Leiter der CD-Reihe Orgellandschaft Oberösterreich)

 

Text

Es kam ein Engel hell und klar
von Gott aufs Feld zur Hirtenschar;
der war gar sehr von Herzen froh
und sprach zu ihnen fröhlich so:

 

1. Vom Himmel hoch, da komm ich her.
Ich bring’ euch gute neue Mär,
Der guten Mär bring ich so viel,
Davon ich singn und sagen will.

 

2. Euch ist ein Kindlein heut’ geborn
Von einer Jungfrau auserkorn,
Ein Kindelein, so zart und fein,
Das soll eu’r Freud und Wonne sein.

 

3. Es ist der Herr Christ, unser Gott,
Der will euch führn aus aller Not,
Er will eu’r Heiland selber sein,
Von allen Sünden machen rein.

 

4. Er bringt euch alle Seligkeit,
Die Gott der Vater hat bereit,
Daß ihr mit uns im Himmelreich
Sollt leben nun und ewiglich.

 

5. So merket nun das Zeichen recht:
Die Krippe, Windelein so schlecht,
Da findet ihr das Kind gelegt,
Das alle Welt erhält und trägt.

 

6. Des laßt uns alle fröhlich sein
Und mit den Hirten gehn hinein,
Zu sehn, was Gott uns hat beschert,
Mit seinem lieben Sohn verehrt.

 

7. Merk auf, mein Herz, und sieh dorthin!
Was liegt dort in dem Krippelein?
Wes ist das schöne Kindelein?
Es ist das liebe Jesulein.

 

8. Sei mir willkommen, edler Gast!
Den Sünder nicht verschmähet hast
Und kommst ins Elend her zu mir,
Wie soll ich immer danken dir?

 

9. Ach, Herr, du Schöpfer aller Ding,
Wie bist du worden so gering,
Daß du da liegst auf dürrem Gras,
Davon ein Rind und Esel aß!

 

10. Und wär’ die Welt vielmal so weit,
Von Edelstein und Gold bereit’,
So wär sie doch dir viel zu klein,
Zu sein ein enges Wiegelein.

 

11. Der Sammet und die Seide dein,
Das ist grob Heu und Windelein,
Darauf du König groß und reich
Herprangst, als wär’s dein Himmelreich.

 

12. Das hat also gefallen dir,
Die Wahrheit anzuzeigen mir:
Wie aller Welt Macht, Ehr und Gut
Vor dir nichts gilt, nichts hilft noch tut.

 

13. Ach, mein herzliebes Jesulein,
Mach dir ein rein, sanft Bettelein,
Zu ruhen in meins Herzens Schrein,
Daß ich nimmer vergesse dein.

 

14. Davon ich allzeit fröhlich sei,
Zu springen, singen immer frei
Das rechte Susaninne schon,
Mit Herzenslust den süßen Ton.

 

15. Lob, Ehr sei Gott im höchsten Thron,
Der uns schenkt seinen ein’gen Sohn.
Des freuen sich der Engel Schar
Und singen uns solch neues Jahr.

 

(Text: Martin Luther [1534/1535] und Valentin Triller [1555])

Entstehung & Geschichte

Im Mittelalter kamen die Bänkelsänger in die Dörfer und Städte und erzählten von den Neuigkeiten, die sie unterwegs aufgeschnappt hatten. Die Neugier lockte die Menschen stets aus den Häusern. Auch der Reformator Martin Luther erlebte das im thüringischen Wittenberg und erkannte, dass die Leute bei diesen – spannenden, heiteren, interessanten – Neuigkeiten besser zuhörten als bei seinen Predigten und sogar noch Spaß dabei hatten. Und so machte er, der den Leuten stets „aufs Maul schauen” wollte, sich dies zunutze und verwandelte ein Bänkelsängerlied („Ich kumm auß frembden landen her”) in ein Weihnachtslied („Vom Himmel hoch, da komm ich her”). Seine fahrenden Sänger kamen allerdings nicht mehr „aus frembden Landen”, wie es im mittelalterlichen Lied heißt, sondern „vom Himmel hoch”. Die Menschen sollten die alte Botschaft vom menschgewordenen Gott auf neue Weise zu hören bekommen – das war Luthers Hintergedanke. Fast wörtlich übernahm Luther dabei die erste Strophe des mittelalterlichen Liedes. Indem er nur wenige Worte anpasste und zunächst die Melodie des Spielmannsliedes verwendete, konnte sich so in Liedform rasch in Kirchen und auf Marktplätzen all das verbreiten, was er dem Volk zu sagen hatte.


Erzählt wird in fünfzehn Strophen die Weihnachtsgeschichte mit dem Kind in der Krippe, den Engeln, den Hirten und nicht zuletzt all den Gläubigen, die zur Krippe kommen, um den neugeborenen Heiland zu verehren. Die Strophen des Liedes konnten in verteilten Rollen gesungen werden – Singende und Zuhörende sind so gesehen unmittelbar beim Weihnachtsgeschehen dabei: In den ersten fünf Strophen berichten die Engel von der Weihnachtsbotschaft. In Strophe 6 antworten alle Gläubigen mit „Des laßt uns alle fröhlich sein” – damit wird die Botschaft als wirklich frohe Botschaft vermittelt. In den weiteren acht Strophen bringen die einzelnen Gläubigen in unterschiedlichem Duktus und verschiedenen Ausprägungen ihre Verehrung und Anbetung zum Ausdruck, bevor in Strophe 15 wieder alle in das Lob Gottes einstimmen und die Hoffnung besingen, dass durch das kleine Kind in der Krippe alles Dunkel dem Licht weicht – auch wenn wir oft vieles auf dieser Welt erleben, was dem augenscheinlich zu widersprechen scheint. Und indem das Lied mit „und singet uns solch neues Jahr” endet, strahlt auch das Hoffen auf den Anbruch einer neuen Zeit durch.

 

Entstanden ist das beliebte Weihnachtslied vermutlich 1534 oder 1535 für die Weihnachtsbescherung von Luthers eigenen Kindern. Durch die Unterlegung des mittelalterlichen Bänkelsängerliedes mit einem neuen Text handelt es sich bei dem Lied um eine sogenannte „Kontrafaktur”. Das Aufnehmen und Weiterführen von Melodien galt – anders als heute, wo man mit Urheberrechtsklagen rechnen müsste – damals als respektvolle Weiterführung von bereits Vorhandenem. 1539 komponierte Luther zu dieser Ursprungsfassung die Choralmelodie, auf die das Lied seit seinem Druck im selben Jahr gesungen wird. Ergänzt wurde der Text 1555 noch durch eine vorangestellte Strophe von Pfarrer Valentin Triller, die das Geschehen lokal und temporal explizit bestimmt.

 

(sp)

 

Mir ist das Lied, dem Luther den Text des Chorales unterlegt hat, untergekommen. Da lautet der Anfang: „Ich kumm auß frembden landen her und bring euch vil der newen mär“. Heute wäre der Überbringer der „newen mär“ wahrscheinlich im Mittelmeer ertrunken oder stünde in einem libyschen Lager kurz vor dem Hungertod. Also: Geht an die Krippe, ihr eifrigen Schützer des Abendlandes, und lest dort alle Strophen des Chorals „Vom Himmel hoch, da komm ich her“!


(Gustav Auzinger)

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