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Mo. 05.10.26

Dekanat Unterweißenbach ins Vorbereitungsjahr gestartet

Großes Interesse und positive Stimmung bei der Auftaktveranstaltung des Dekanats Unterweißenbach.

Am 2. Oktober 2026 fand die Startveranstaltung des Dekanats Unterweißenbach im Pfarrheim Schönau statt.

Der Herbst ist für sechs Dekanate der Beginn eines ganz besonderen Arbeitsjahres: Sie werden als sechste und damit letzte Gruppe die Umsetzung der Pfarrstrukturreform auf dem Zukunftsweg mit dem Vorbereitungsjahr beginnen. Die Dekanate Kallham, Rohrbach, Unterweißenbach, Bad Ischl, St. Johann am Wimberg und Sarleinsbach werden einen zweijährigen Prozess durchlaufen, an dessen Ende die neuen Pfarren als pastorale Räume mit Pfarrteilgemeinden stehen. Sie profitieren dabei von den Erfahrungen von insgesamt 33 Dekanaten, die diesen Weg schon gegangen sind bzw. ihn gerade beschreiten.

 

 

Großes Interesse bei den 150 Teilnehmenden


Das Dekanat Unterweißenbach besteht aus 11 Pfarrgemeinden: Bad Zell, Kaltenberg, Königswiesen, Pierbach, Liebenau, Mönchdorf, Schönau im Mühlkreis, St. Leonhard bei Freistadt, Tragwein, Unterweißenbach und Weitersfelden. Das Bildungshaus Greisinghof in Tragwein ist ein spirituelles Zentrum, die Pfarrkirche Kaltenberg ein Wallfahrtsort. Die ländliche Region ist von kleinstrukturierter Landwirtschaft sowie Klein- und Mittelbetrieben geprägt. Der Regionalverband „Mühlviertler Alm“ und die „Jugendtankstelle“ stärken die regionale und kirchliche Jugendarbeit.


Das Dekanat Unterweißenbach startete am 2. Oktober 2026 im Pfarrheim Schönau in den Umstellungsprozess. Um den Pfarrwerdungsprozess kümmert sich ein Kernteam, das von Bernadette Hackl und Heinrich Brandstetter begleitet wird; inhaltlicher Beauftragter ist Bruno Fröhlich.
Zum Kernteam, das den Prozess leitet, gehören Dechant Johann Resch (Pfarrer in Bad Zell, Pfarrprovisor in Kaltenberg), Birgit Brunner (Dekanatsassistentin, Projektkoordination, Pfarrassistentin in Unterweißenbach), Elisabeth Kriener (Dekanatssekretärin, Pfarrsekretärin in Schönau, Pierbach und Kaltenberg), Astrid Hollaus (Pastoralassistentin im Dekanat), Josef Wirrer (ehrenamtlicher Diakon in Liebenau), Veronika Beier-Wilfing (Regionalkoordinatorin der Caritas im Bezirk Freistadt), Marek Nawrot (Pfarradministrator in Königswiesen und Mönchdorf), Hildegard Schmalzer (Ehrenamtliche in Schönau)er (Pfarrassistentin in Unterweißenbach, Dekanatsassistentin), Martin Truttenberger (Pfarrer in Schönau und Pierbach), Barbara Hessl (Ehrenamtliche in Tragwein), Sandra Kurzmann (Ehrenamtliche in Mönchdorf), Martha Weberberger (Ehrenamtliche in St. Leonhard bei Freistadt), Walter Punkenhofer (Ehrenamtlicher in Weitersfelden) und Claudia Lindner (Beauftragte für Jugendpastoral).


Etwa 150 Vertreter:innen aus allen 11 Pfarren und weiteren pastoralen Orten des Dekanats sowie zahlreiche Bürgermeister aus der Region waren gekommen, um sich über den Prozess der Pfarrwerdung zu informieren und erste Schritte zum neuen Miteinander zu setzen. Für die musikalische Gestaltung sorgte die Katholische Jugend Schönau. Die spirituellen Impulse und die Lieder standen unter dem Thema „Wir machen uns gemeinsam auf den Weg“. Sie brachten zum Ausdruck, dass der Weg vom Dekanat zur Pfarre vom Segen Gottes und von Freude und Zuversicht begleitet ist.

 

 

Mit Zuversicht, Mut und Freude gemeinsam losgehen


Dechant Johann Resch begrüßte die Anwesenden und betonte in seinen einführenden Worten: „Wir machen uns auf den Weg: als Dekanat, als einzelne Pfarrgemeinden – und vor allem als Menschen. Eines ist mir dabei wichtig: Wir wollen möglichst viele mitnehmen. Mit ihren Fragen, ihren Ideen, ihren Erfahrungen – und auch mit ihrer Skepsis.“ Das Beständigste im Leben sei die Veränderung, das gelte auch für die Kirche, so Resch. Die Herausforderung der Zukunft sei, mit weniger hauptamtlichen Seelsorger:innen den Glauben weiterzugeben. „Aufgrund unserer Taufe sind wir alle berufen und eingeladen, Verantwortung für die Zukunft unserer Kirche, unserer Pfarren und unserer Region zu übernehmen. Deshalb müssen wir auch über den eigenen Kirchturm hinausschauen, voneinander lernen und neue Möglichkeiten entdecken“, sagte der Dechant, der um ein Mitgehen der Teilnehmenden bat. „Wir dürfen darauf vertrauen: Gott geht diesen Weg mit uns. Gehen wir mit Zuversicht, Mut und Freude gemeinsam los. Mein Wunsch ist, dass das Wir-Gefühl noch stärker wird und wir gemeinsam die Zukunft unserer Kirche im Dekanat Unterweißenbach und in der Region Mühlviertler Alm gestalten.“


Nach einem spirituellen Impuls und dem „Sichtbarmachen“ der vielfältigen Funktionen der Teilnehmenden stellten sich die Mitglieder des Kernteams, die Prozessbegleiter:innen und der inhaltliche Beauftragte vor. Danach gab Christoph Lauermann, Ordinariatskanzler der Diözese Linz und Leiter der Stabsstelle Pfarrstruktur, grundlegende Informationen zur Struktur der zukünftigen Pfarre und beantwortete Fragen der Anwesenden. Lauermann betonte, zur Organisation kirchlicher Gemeinschaften brauche es seit jeher Strukturen. Diese seien im Lauf der Geschichte stets an die Situation der jeweiligen Zeit angepasst worden. Die Kernfrage sei aber vielmehr: Wozu ist Kirche da? Darauf gab Lauermann eine mögliche Antwort: „Damit mehr Glaube, Hoffnung und Liebe in die Welt kommen – und damit möglichst viele Menschen erfahren, wie gut es Gott mit uns meint.“ Ein wesentlicher Aspekt der Pfarrstrukturreform sei, so Lauermann, dass es auch in Zukunft in Oberösterreich ein flächendeckendes Netz von Pfarren als kirchliche Gemeinschaften geben werde. Dieses Netz werde von Priestern, Diakonen, Seelsorgerinnen und Seelsorgern, hauptamtlich und ehrenamtlich engagierten Gläubigen gemäß ihren Berufungen, Beauftragungen und Charismen getragen.

 


Gute Gespräche, lebendige Teilnahme


Im Gespräch konnten Unklarheiten und auch Positives zum bevorstehenden Prozess diskutiert werden. Diözesane Verantwortliche und Pastoral- bzw. Verwaltungsvorstände aus bereits gegründeten neuen Pfarren berichteten von ihren Erfahrungen und standen für Nachfragen zur Verfügung.


Als wesentlich für das Gelingen des Prozesses erachtet wurde von den Teilnehmenden unter anderem eine klare Kommunikation der Zuständigkeiten und der Ansprechpersonen, eine gute Begleitung und Schulung der ehrenamtlich Engagierten und die ausgewogene Verteilung von Eucharistiefeiern und Wortgottesfeiern. Als Chance sahen die Anwesenden die künftige Vernetzung, der Austausch und die Kooperation über Pfarrgemeindegrenzen hinaus, die gemeinsame Verwaltung und die größere Möglichkeit zur Mitgestaltung auch für Ehrenamtliche. Viele erhoffen sich durch die neue Struktur „frischen Wind“, besser verteilte Verantwortung, mehr Vielfalt bei Gottesdiensten und Veranstaltungen und ein ressourcenschonenderes Zusammenarbeiten.


Dekanatsassistentin Birgit Brunner, die im Dekanat den Prozess koordiniert, dankte am Ende der Veranstaltung allen Teilnehmenden für ihr engagiertes Mitmachen und nahm in ihren Worten Bezug auf das Lied „Hoamatgfühl“ der „Seer“, das die Katholische Jugend Schönau an diesem Abend musizierte. „Auch unsere Kirche ist uns Hoamat. Wir wünschen uns, wie es im Refrain heißt, dass wir den Weg miteinander gehen, dass auch wir weiterhin erleben dürfen: Unsere Kirche ist für uns „a Platz zum Gspiarn“, dass auch uns das „Hoamatgfühl“ im Glauben berührt und dass auch für uns ein Traum „wahr werden wü“: dass durch uns mehr Liebe, Glaube und Hoffnung in die Welt kommen.“


Als symbolische Stärkung für den gemeinsamen Weg erhielten alle Anwesenden eine „Zukunfts-Weg-Zehrung“: kleine Säckchen mit einem Bibelvers, einem Mühlviertler Teesackerl und einer fair gehandelten Schokolade.

 

 

„Jetzt wissen wir alle besser Bescheid, worum es geht“


Brunner freute sich über die gelungene Startveranstaltung und das große Interesse der Teilnehmenden. „Einmal mehr wurde deutlich: Gute Information, Klarheit und Transparenz sind wichtig. Auch die Sorgen und Ängste der Teilnehmenden hatten ihren Platz und wurden ernstgenommen. Die Erfahrungsberichte aus anderen Pfarren waren sehr hilfreich und ermutigend. Die Stimmung war sehr gut und hoffnungsvoll, wir haben viele positive Rückmeldungen bekommen.“


Auch Dechant Hans Resch war beeindruckt und berührt vom großen Interesse: „Es war ein sehr schönes Treffen mit einer guten Grundstimmung. Besonders bereichernd war auch der pfarrübergreifende Austausch. Gehen wir langsam, Schritt für Schritt, weiter, damit wir niemanden überfordern. Das Fazit des Abends ist: Jetzt wissen wir alle besser Bescheid, worum es geht."

 

https://www.dioezese-linz.at/dekanat-unterweissenbach

Bilder

    Musikalisch gestaltet wurde der Auftakt von der Katholischen Jugend Schönau.
    Musikalisch gestaltet wurde der Auftakt von der Katholischen Jugend Schönau.
    Prozessbegleiterin Bernadette Hackl
    Prozessbegleiterin Bernadette Hackl
    Großes Interesse und positive Stimmung bei der Auftaktveranstaltung des Dekanats Unterweißenbach.
    Großes Interesse und positive Stimmung bei der Auftaktveranstaltung des Dekanats Unterweißenbach.
    Dekanatsassistentin Birgit Brunner informierte über die nächsten Schritte auf dem Weg.
    Dekanatsassistentin Birgit Brunner informierte über die nächsten Schritte auf dem Weg.
    Im Vertrauen auf Gott den gemeinsamen Weg beginnen: Das brachten die Gebete und Lieder zum Ausdruck
    Im Vertrauen auf Gott den gemeinsamen Weg beginnen: Das brachten die Gebete und Lieder zum Ausdruck
    Christoph Lauermann, Ordinariatskanzler der Diözese Linz und Leiter der Stabsstelle Pfarrstruktur
    Christoph Lauermann, Ordinariatskanzler der Diözese Linz und Leiter der Stabsstelle Pfarrstruktur
    Bruno Fröhlich ist inhaltlicher Beauftragter für den Prozess.
    Bruno Fröhlich ist inhaltlicher Beauftragter für den Prozess.
    Arbeit in Themengruppen
    Arbeit in Themengruppen
    Heinrich Brandstetter (r.) ist einer der beiden Prozessbegleiter:innen.
    Heinrich Brandstetter (r.) ist einer der beiden Prozessbegleiter:innen.
    Dechant Johann Resch (r.) und Dekanatsassistentin Birgit Brunner
    Dechant Johann Resch (r.) und Dekanatsassistentin Birgit Brunner
    Lebendiger Austausch herrschte unter den 150 Teilnehmenden.
    Lebendiger Austausch herrschte unter den 150 Teilnehmenden.
    Das Kernteam vor dem Pfarrheim
    Das Kernteam vor dem Pfarrheim
    Das Kernteam
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    Die sechs Dekanate, die im Herbst 2026 den Umsetzungsprozess starten, sind:

     

    • Dekanat Kallham | Startveranstaltung am 18. September 2026
      Dorf an der Pram, Gallspach, Grieskirchen, Hofkirchen an der Trattnach, Kallham, Neumarkt im Hausruckkreis, Pollham, Pram, Riedau, Rottenbach, St. Georgen bei Grieskirchen, Taufkirchen an der Trattnach und Wendling.
       
    • Dekanat Rohrbach | Startveranstaltung am 26. September 2026
      mit den Pfarren Aigen im Mühlkreis, Arnreit, Haslach an der Mühl, Klaffer am Hochficht, Oepping, Rohrbach, St. Oswald bei Haslach, St. Stefan am Walde, Schwarzenberg am Böhmerwald und Ulrichsberg.
       
    • Dekanat Unterweißenbach | Startveranstaltung am 2. Oktober 2026
      mit den Pfarren Bad Zell, Kaltenberg, Königswiesen, Pierbach, Liebenau, Mönchdorf, Schönau im Mühlkreis, St. Leonhard bei Freistadt, Tragwein, Unterweißenbach und Weitersfelden.
       
    • Dekanat Bad Ischl
      mit den Pfarren Bad Ischl, Ebensee-Roith, Hallstatt, Bad Goisern, Gosau, Lauffen, Obertraun, Pfandl und St. Wolfgang.
       
    • Dekanat St. Johann am Wimberg
      mit den Pfarren Bad Leonfelden, Helfenberg, Oberneukirchen, St. Johann am Wimberg, St. Veit im Mühlkreis, Traberg, Vorderweißenbach, Waxenberg und Zwettl.
       
    • Dekanat Sarleinsbach
      mit den Pfarren Altenhof im Mühlkreis, Hofkirchen im Mühlkreis, Julbach, Kollerschlag, Lembach, Neustift im Mühlkreis, Niederkappel, Oberkappel, Peilstein, Pfarrkirchen im Mühlkreis, Putzleinsdorf, Rannariedl und Sarleinsbach.

     

     

    Zweijähriger begleiteter Übergangsprozess


    Im ersten Jahr geht es im Wesentlichen darum, dass die Pfarrteilgemeinden innerhalb einer zukünftigen Pfarre Kirche weit denken, ein Wir-Gefühl entwickeln und als pastoraler Raum zusammenarbeiten. In jeder neuen Pfarre wird ein gemeinsames Pastoralkonzept erarbeitet, in dem Ziele und Schwerpunkte für das künftige seelsorgliche Handeln festgelegt werden. Gleichzeitig sollen die Leitungsämter von Pfarrer sowie Pastoral- und Verwaltungsvorstand bzw. -vorständin besetzt werden. Außerdem werden Mitglieder für die Seelsorgeteams in den Pfarrteilgemeinden und für den Pfarrlichen Pastoralrat gesucht.


    Im Herbst 2027 beginnen die sechs Dekanate, unterstützt durch Bildungs- und Begleitprozesse, in der neuen Struktur zu arbeiten. Die rechtliche Gründung als Pfarre ist für 1. Jänner 2028 geplant. Die Umsetzung wird durch die Stabsstelle Pfarrstruktur unter der Leitung von Christoph Lauermann koordiniert.

     

     

    Die Pfarrstrukturreform


    Das Umsetzungskonzept der Pfarrstrukturreform sieht 39 „Pfarren“ vor, die aus mehreren Pfarrteilgemeinden mit ihren historischen lokalen Rechtsträgern „Pfarrkirche“ und „Pfarrpfründe“ bestehen. Damit soll sowohl die Zusammengehörigkeit innerhalb des pastoralen Raumes einer Pfarre bewusst gemacht als auch die konkrete Beheimatung und Verantwortung in einer konkreten Gemeinschaft vor Ort zum Ausdruck gebracht werden. Die Pfarrteilgemeinden werden daher zwar eine weitgehende Selbstständigkeit (auch finanzieller Art) für ihren Bereich bewahren können, zugleich profitieren sie vom größeren Ganzen der Pfarre und der Zusammenarbeit der Seelsorgeverantwortlichen. Die gemeinsame Erarbeitung pastoraler Schwerpunkte in einem pfarrlichen Pastoralkonzept konkretisiert das Wirksamwerden von Kirche in Verkündigung, Gottesdienst, Diakonie und Gemeinschaft in der Pfarre und den Pfarrgemeinden.


    Geleitet werden die Pfarren von jeweils einem Pfarrer in Zusammenarbeit mit zwei Vorständ:innen für pastorale und wirtschaftliche Angelegenheiten (Pastoral- und Verwaltungsvorständ:innen). Wesentlich bleibt dabei weiterhin die Mithilfe und Leitungsverantwortung in unterschiedlichen Aufgabenbereichen von Priestern, Ständigen Diakonen sowie haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern am Ort in den Pfarrgemeinden bzw. im pastoralen Handlungsraum der Pfarre. Erreichbarkeit, Seelsorge, Glaubenszeugnis und sozialer Einsatz sollen durch eine bessere Koordination und Aufgabenbeschreibung langfristig für alle Pfarrteilgemeinden sichergestellt werden.

     

    Ziel der neuen Struktur ist es vor allem, einen unterstützenden Rahmen für eine inhaltliche, an der Botschaft Jesu orientierte Neuausrichtung der Christinnen und Christen zu schaffen, damit Kirche im Sinne des Evangeliums auch weiterhin nah bei den Menschen und wirksam in der Gesellschaft ist. Bischof Manfred Scheuer im Diözesanblatt vom Mai 2021: „Kirchliche Strukturen sollen gute Rahmenbedingungen schaffen, damit Kirche als offene und positive Kraft in unserer Gesellschaft erlebbar ist.“

     

    26 von 39 Dekanaten befinden sich inzwischen in der neuen Struktur als neue Pfarren.


    www.dioezese-linz.at/zukunftsweg

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