Dekanat Kallham ins Vorbereitungsjahr gestartet
Der Herbst ist für sechs Dekanate der Beginn eines ganz besonderen Arbeitsjahres: Sie werden als sechste und damit letzte Gruppe die Umsetzung der Pfarrstrukturreform auf dem Zukunftsweg mit dem Vorbereitungsjahr beginnen. Die Dekanate Kallham, Rohrbach, Unterweißenbach, Bad Ischl, St. Johann am Wimberg und Sarleinsbach werden einen zweijährigen Prozess durchlaufen, an dessen Ende die neuen Pfarren als pastorale Räume mit Pfarrteilgemeinden stehen. Sie profitieren dabei von den Erfahrungen von insgesamt 33 Dekanaten, die diesen Weg schon gegangen sind bzw. ihn gerade beschreiten.
Im Vertrauen auf Gott gemeinsam aufbrechen
Das Dekanat Kallham umfasst 13 Pfarren im ländlich, industriell und touristisch geprägten Hausruckviertel: Dorf an der Pram, Gallspach, Grieskirchen, Hofkirchen an der Trattnach, Kallham, Neumarkt im Hausruckkreis, Pollham, Pram, Riedau, Rottenbach, St. Georgen bei Grieskirchen, Taufkirchen an der Trattnach und Wendling.
Das Dekanat Kallham startete am 18. September 2026 im Pfarrheim Grieskirchen in den Umstellungsprozess. Um den Pfarrwerdungsprozess kümmert sich ein Kernteam, das von Christoph Burgstaller und Christoph Artner-Sulzer begleitet wird. Inhaltliche Beauftragte ist Daniela Klein.
Zum Kernteam, das den Prozess leitet, gehören Dechant Johann Gmeiner (Pfarrer Grieskirchen, Taufkirchen und Rottenbach), Anita Feindert (Pastoralassistentin Grieskirchen und Schlüßlberg, Projektleitung), Wolfgang Froschauer (Pfarrassistent Pollham), Gerti Hackenbuchner (Pfarrgemeinderats-Obfrau und Seelsorgeteam-Mitglied Hofkirchen), Helga Hofinger (Pfarrgemeinderats-Obfrau Pollham), Pauline Holzinger (Dekanatssekretärin Grieskirchen), Rudolf Knoll (Diakon Taufkirchen), Christine Krempl (Pfarrgemeinderats-Obfrau Gallspach), Karl Mittendorfer (Pfarrer Dorf und Riedau), Richard Ozoude (Pfarradministrator Neumarkt und Kallham, Pfarrprovisor in Wendling und Pram), Andrea Pauzenberger (Pfarrgemeinderats-Obfrau St. Georgen), René Schielin (Diakon Grieskirchen), Maria Schreckeneder (Pastoralassistentin Wendling und Pram) und Matthias Watzinger (Vertreter der Jugend, Hofkirchen).
Etwa 130 Vertreter:innen aus allen 13 Pfarren des Dekanats waren gekommen, um sich über den Prozess der Pfarrwerdung zu informieren und erste Schritte zum neuen Miteinander zu setzen. Für die musikalische Gestaltung sorgte Wolfgang Froschauer. Die gemeinsam gesungenen Lieder brachten das Vertrauen zum Ausdruck, dass der Weg vom Dekanat zur Pfarre vom Segen Gottes begleitet ist.
„Auch in Zukunft flächendeckendes Netz von Pfarren in Oberösterreich“
Die Auftaktveranstaltung war geprägt von viel Interesse, regem Austausch und einem guten Miteinander. Nach der Begrüßung der Anwesenden durch Dechant Johann Gmeiner stimmte ein spiritueller Impuls auf das Miteinander ein. Die Mitglieder des Kernteams stellten sich vor; die Prozessbegleiter Christoph Burgstaller und Christoph Artner-Sulzer und die inhaltliche Begleiterin Daniela Klein berichteten gemeinsam mit Wolfgang Froschauer von Erfahrungen in anderen Dekanaten.
Danach gab Christoph Lauermann, Ordinariatskanzler der Diözese Linz und Leiter der Stabsstelle Pfarrstruktur, grundlegende Informationen zur Struktur der zukünftigen Pfarre und beantwortete alle Fragen der Anwesenden. Lauermann betonte, zur Organisation kirchlicher Gemeinschaften brauche es seit jeher Strukturen. Diese seien im Lauf der Geschichte stets an die Situation der jeweiligen Zeit angepasst worden. Die Kernfrage sei aber vielmehr: Wozu ist Kirche da? Darauf gab Lauermann eine mögliche Antwort: „Damit mehr Glaube, Hoffnung und Liebe in die Welt kommen – und damit möglichst viele Menschen erfahren, wie gut es Gott mit uns meint.“ Ein wesentlicher Aspekt der Pfarrstrukturreform sei, so Lauermann, dass es auch in Zukunft in Oberösterreich ein flächendeckendes Netz von Pfarren als kirchliche Gemeinschaften geben werde. Dieses Netz werde von Priestern, Diakonen, Seelsorgerinnen und Seelsorgern, hauptamtlich und ehrenamtlich engagierten Gläubigen gemäß ihren Berufungen, Beauftragungen und Charismen getragen.
Gute Gespräche, lebendiges Interesse
In Tischrunden wurden Fragen und Unklarheiten, aber auch Positives zum bevorstehenden Prozess diskutiert. Genannt wurde unter anderem die Sorge, wie es gelingen kann, engagierte Ehrenamtliche bzw. Mitglieder für die Seelsorgeteams zu finden, die künftig in den Pfarrteilgemeinden Mitverantwortung in der Leitung übernehmen. Ebenfalls thematisiert wurde die Frage, inwieweit die einzelnen Pfarrgemeinden in der neuen Pfarre eigenständig bleiben bzw. wie die Gemeinschaft in den Pfarrgemeinden weiterhin gelebt werden kann. Positiv gesehen wurde die künftige Vernetzung und Zusammenarbeit über Pfarrgemeindegrenzen hinaus, der Blick über den eigenen Tellerrand und das Entstehen von Neuem als gemeinsame Chance. – Anschließend gab Prozessverantwortliche Anita Feindert einen Überblick über die nächsten Schritte auf dem Weg zur Pfarrwerdung.
Den ermutigenden Abschluss bildete eine Geschichte, von einem Mann, der durch das unermüdliche Einpflanzen von Eicheln über die Jahre eine karge Gegend in eine wunderschöne Wald-Landschaft verwandelte und so vielen Menschen Freude schenkte. Dechant Gmeiner dazu: „Bäume pflanzen – damit ist im seelsorglichen Bereich vieles gemeint. Die Weitergabe des Glaubens – damit beginnt alles! Die wichtigste Aufgabe der Kirche ist die Glaubensweitergabe.“ Dabei komme es auf jeden einzelnen Menschen an, betonte der Dechant: Es sei wichtig, aus der Verbundenheit mit Gott zu leben und die Erfahrung des Geliebt-Seins in den persönlichen Beziehungen und Begegnungen weiterzugeben. Als Erinnerung an die eigene Berufung konnten alle Anwesenden eine Eichel mit nach Hause nehmen. Am Ende der Veranstaltung erbat Dechant Gmeiner für alle Teilnehmenden und das Dekanat Kallham den Segen Gottes.
Pastoralassistentin Anita Feindert, die im Dekanat den Prozess koordiniert, zeigte sich nach der Veranstaltung zufrieden mit dem Auftakt. „Meiner Meinung nach war das Treffen eine gelungene Veranstaltung, bei der einige Sorgen und Ängste der Besucher:innen ausgeräumt werden konnten. Ich führte mit einigen der Teilnehmenden gute Gespräche über die neue Struktur, wobei ich den Eindruck hatte, dass sich viele verstanden und abgeholt fühlten. Die Mischung aus Vortrag und Erzählungen aus der Praxis haben den Abend ungemein aufgelockert.“
Auch Dechant Johann Gmeiner freute sich über die gelungene Startveranstaltung. „Die Stimmung war gut, die Teilnehmenden waren mit großer Aufmerksamkeit dabei. Ich gehe mit Zuversicht und Gottvertrauen die nächsten Schritte auf dem Weg vom Dekanat zur Pfarre.“
Die sechs Dekanate, die im Herbst 2026 den Umsetzungsprozess starten, sind:
- Dekanat Kallham | Startveranstaltung am 18. September 2026
Dorf an der Pram, Gallspach, Grieskirchen, Hofkirchen an der Trattnach, Kallham, Neumarkt im Hausruckkreis, Pollham, Pram, Riedau, Rottenbach, St. Georgen bei Grieskirchen, Taufkirchen an der Trattnach und Wendling.
- Dekanat Rohrbach
mit den Pfarren Aigen im Mühlkreis, Arnreit, Haslach an der Mühl, Klaffer am Hochficht, Oepping, Rohrbach, St. Oswald bei Haslach, St. Stefan am Walde, Schwarzenberg am Böhmerwald und Ulrichsberg.
- Dekanat Unterweißenbach
mit den Pfarren Bad Zell, Kaltenberg, Königswiesen, Pierbach, Liebenau, Mönchdorf, Schönau im Mühlkreis, St. Leonhard bei Freistadt, Tragwein, Unterweißenbach und Weitersfelden.
- Dekanat Bad Ischl
mit den Pfarren Bad Ischl, Ebensee-Roith, Hallstatt, Bad Goisern, Gosau, Lauffen, Obertraun, Pfandl und St. Wolfgang.
- Dekanat St. Johann am Wimberg
mit den Pfarren Bad Leonfelden, Helfenberg, Oberneukirchen, St. Johann am Wimberg, St. Veit im Mühlkreis, Traberg, Vorderweißenbach, Waxenberg und Zwettl.
- Dekanat Sarleinsbach
mit den Pfarren Altenhof im Mühlkreis, Hofkirchen im Mühlkreis, Julbach, Kollerschlag, Lembach, Neustift im Mühlkreis, Niederkappel, Oberkappel, Peilstein, Pfarrkirchen im Mühlkreis, Putzleinsdorf, Rannariedl und Sarleinsbach.
Hinweis: Die Auftaktveranstaltungen in den sechs Dekanaten finden im Zeitraum September und Oktober 2026 statt. Nach jeder Auftaktveranstaltung wird von uns eine Pressemitteilung mit Fotos und Informationen an die Medien ausgeschickt.
Zweijähriger begleiteter Übergangsprozess
Im ersten Jahr geht es im Wesentlichen darum, dass die Pfarrteilgemeinden innerhalb einer zukünftigen Pfarre Kirche weit denken, ein Wir-Gefühl entwickeln und als pastoraler Raum zusammenarbeiten. In jeder neuen Pfarre wird ein gemeinsames Pastoralkonzept erarbeitet, in dem Ziele und Schwerpunkte für das künftige seelsorgliche Handeln festgelegt werden. Gleichzeitig sollen die Leitungsämter von Pfarrer sowie Pastoral- und Verwaltungsvorstand bzw. -vorständin besetzt werden. Außerdem werden Mitglieder für die Seelsorgeteams in den Pfarrteilgemeinden und für den Pfarrlichen Pastoralrat gesucht.
Im Herbst 2027 beginnen die sechs Dekanate, unterstützt durch Bildungs- und Begleitprozesse, in der neuen Struktur zu arbeiten. Die rechtliche Gründung als Pfarre ist für 1. Jänner 2028 geplant. Die Umsetzung wird durch die Stabsstelle Pfarrstruktur unter der Leitung von Christoph Lauermann koordiniert.